Heinrich der Löwe

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So stellte sich ein Maler 1836 den Herzog Heinrich, genannt der Löwe vor.

Herzog Heinrich der Löwe, aus dem Geschlecht der Welfen, war im 12. Jahrhundert einer der mächtigsten Reichsfürsten und stand wiederholt im Konflikt mit dem damaligen Königshaus der Staufer.

Geschichte

Heinrich der Löwe, ein mächtiger Welfe des 12. Jahrhunderts, seit 1142 Herzog in Sachsen, baute die Herrschaft in seinem Lande zielstrebig aus. Nach Süden konnte er sie erweitern, da ihm hier 1152 der Besitz des erschlagenen Winzenburger Grafen zufiel. Auch kriegerische Auseinandersetzungen ermöglichten ihm ein weiteres Vordringen.

So hatte Heinrich auch Einfluss an der Oberweser erlangt.

Umstritten ist allerdings seine Rolle als möglicher Stadtgründer von Hann. Münden. Herren des Kaufunger Waldes waren seinerzeit die thüringisch-hessischen Landgrafen. Sie gründeten zum Beispiel das damals in diesem Forst gelegene Landwehrhagen. Überliefert ist auch, dass sie in diesem Gebiet ein Reichslehen besaßen. So kommen auch die thüringisch-hessischen Landgrafen als Gründer der Stadt Münden in Betracht.

Andererseits: für die Gründung der Stadt Hann. Münden durch den Welfen gibt es eine ganze Reihe von Urkunden und handfesten Fakten. Die Urkunden reichen von 1144, 1154, 1156, 1157, 1163, 1180, 1183 über 1189 bis 1235 und 1247. Dazu kommt eine Vielzahl von archäologisch ergrabenen Fakten durch Funde und Befunde, die für eine frühe Besiedlung im Mündungsdreieck sprechen. So gab es bereits um das Jahr 1000 die erste Steinkirche, um 1125 den ersten Ausbau zu einer Basilika, um 1180 die nächste Erweiterung zu einer Kreuzbasilika und 1290 begann der Umbau zu einer gotischen Hallenkirche, wie wir sie heute kennen.

Bei interdisziplinärer Verknüpfung aller Fakten, Belege, Meinungen sowie Bewertung der macht- und rechtspolitischen Gegebenheiten wurde die Stadt Münden durch Herzog Heinrich den Löwen in der Zeit von 1165 bis 1175 gegründet. Erst der weitere Ausbau fällt in die Zeit der Ludowinger nach 1183 bis max. 1246. Danach war Münden wieder für lange Zeiten in der Hand der Welfen.

Evangeliar

Das Evangeliar Heinrichs des Löwen (Faksimile) in Helmarshausen

Aus dem ehemaligem Benediktinerkloster in Helmarshausen stammen bedeutende Kunstwerke, auch das Evangeliar Heinrichs des Löwen aus dem Jahr 1173, von dem ein Faksimile in Helmarshausen zu besichtigen ist.

siehe auch

Weblinks