Heinrich Wimmer

Aus Regiowiki
Wechseln zu: Navigation, Suche

Heinrich Wimmer wurde am 12. Mai 1850 als Sohn eines Gast- und Landwirts in Wahlershausen geboren; nach dem Besuch der Schule, die sich damals in der Langen Straße befand, war er in der Landwirtschaft seines Vaters tätig. Im Jahre 1873 heiratete er Elisabeth Stein aus Nordshausen; drei Söhne und zwei Töchter wurden dem Paar geboren. Nach dem Tode des vorletzten Bürgermeisters von Wahlershausen, Jakob Kunold im Jahre 1892 wurde dies Amt Heinrich Wimmer übertragen; seine Amtszeit wurde - wie die seines Vorgängers - von einer rasanten Aufwärtsentwicklunmg des Dorfes geprägt. Zu dieser Entwicklung trugen der allgemeine wirtschaftliche Aufschwung in Deutschland nach der Reichsgründung im Jahre 1871 ebenso bei wie lokale Gegebenheiten, wie der Betrieb einer Straßenbahn (zunächst mit Dampf) seit 1877 durch die Wilhelmshöher Allee und wie die allmähliche Erbauung der damals so genanten "Villenkolonie Wilhelmshöhe" im Mulangbereich in den achtziger Jahren. Bis 1895 hatte sich innerhalb von nur 25 Jahren die Einwohnerzahl von Wahlershausen auf über dreitausend mehr als verdoppelt.

Ein reiches Aufgabenfeld für den neuen Bürgermeister. Sein Augenmerk galt vor allem dem Straßen- und Schulwesen in der sich ausbreitenden Gemeinde. Eine seiner ersten Amtshandlungen war die Einweihung der neuen Schule in der damaligen Kaiser-Friedrich-Straße(heute Friedrich-Naumann-Straße/Ecke Kunoldstraße), die zwar noch das Werk seines Vorgängers Jakob Kunold war. Zwei namhafte Gebäude aber in Wilhelmshöhe tragen entscheidend auch die Handschrift Heinrich Wimmers. Die bis dahin vorhandenen Schulhäuser konnten dem ständig wachsenden Schulraumbedarf nicht gerecht werden. Unter Vorsitz und auf Initiative Heinrich Wimmers - der im Jahre 1902 sein landwirtschaftliches Anwesen an seinen Sohn übergab, um sich voll seinem Amte zu widmen - beschloß der Gemeinderat, ein sechzehn Klassen umfassendes Schulgebäude zu bauen; im Jahre 1904 stand es für die Schulkinder fertig da, so wie es auch heute noch in der Schulstraße zu sehen ist.

Am 10. November 1902 wurde feierlich der Grundstein für die Christuskirche gelegt; die Urkunde, die in den Grundstein eingemauert wurde, zeigt als erste Unterschrift die von Heinrich Wimmer. Er war es, der sich sehr entschieden für den Bau einer eigenen Kirche für Wahlershausen eingesetzt hatte, nach dem private Sammlungen die nötigen Gelder nicht zusammengebracht hatten. Auf seine Anregung hin wurde das Gotteshaus aus Mitteln der politischen Gemeinde und auf einem Grundstück der Gemeinde "Im Heidefeld" errichtet; schon ein Jahr später, am 20. Dezember 1903, konnte es eingeweiht werden.

Mit der Eingemeindung Wahlershausens nach Cassel in 1906 endete das Amt des verdienstvollen Bürgermeisters; seine letzte Amtshandlung am 1. April war die Übergabe der Amtsgeschäfte an die größere Stadt.

Dies war kein Grund für ihn, die Hände in den Schoß zu legen; nach wie vor war er mit Rat und Tat für seine Mitbürger aus Wahlershausen da; er war Mitglied im Kirchenvorstand und gehörte bis zu seinem Tode - am 14. Januar 1922 - der städtischen Armenkommission an.

Im Jahre 1930 wurde die als "Schwarzer Weg" bekannte Verbindung ausgebaut und erhielt ihren jetzigen Namen Heinrich-Wimmer-Straße.