Heinrich Tessenow

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Heinrich Tessenow (* 7. April 1876 in Rostock; † 1. November 1950 in Berlin) war ein deutscher Architekt.

1902/03 lehrte er in Sternberg und Lüchow, 1904 in Saaleck. Von 1905 bis 1909 war Tessenow Leiter der Baugewerkschule in Trier. Seit 1906 wirkte er als Mitarbeiter von Paul Schultze-Naumburg, seit 1910 als selbständiger Architekt in der Gartenstadt Hellerau bei Dresden. Von 1911 bis 1919 lehrte er an der Wiener Kunstgewerbeschule, von 1926 bis 1941 und von 1946 bis 1950 war er Professor an der Technischen Hochschule in Berlin-Charlottenburg.

Während die Frühwerke noch am Arts and Crafts Movement orientiert sind, zeigen die Einfamilien-Reihenhäuser in Neu-Dölau bei Halle an der Saale von 1905 bereits das Bemühen um Formvereinfachung. Zwischen 1909 und 1912 entstanden die ersten Häuser in der Gartenstadt Hellerau und die Bildungsanstalt Jacques-Dalcroze. 1925 bis 1927 baute er die Sächsische Landesschule im Dresdener Vorort Klotzsche.

Zwischen 1927 und 1930 entstanden die "Heinrich-Schütz-Schule" in Kassel und das Hallenschwimmbad Gartenstraße in Berlin, Bauten, die eine Annäherung an den Funktionalismus des Neuen Bauens der 1920er Jahre zeigen. 1931 gestaltete Tessenow die Neue Wache in Berlin zum Ehrendenkmal für den Ersten Weltkrieg um.

Ab 1933 erhielt Tessenow keine Aufträge mehr. Nach dem Zweiten Weltkrieg war Tessenow am Wiederaufbau der stark zerstörten Stadt Rostock beteiligt.

Der Heinrich-Tessenow-Preis ist nach dem Architekten benannt. Mit dem Preis verbunden ist ein einjähriges Forschungsstipendium, das mit 24.000 DM dotiert ist. Die Stipendiaten leben in Hellerau bei Dresden.

In Kassel wurde eine Straße unterhalb des Gebietes der documenta urbana nach ihm benannt.

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