Heinrich Sattler

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Heinrich (Henner) Sattler
Heinrich Sattler
(* 1945), war langjähriger Bürgermeister der Stadt Hofgeismar. Am 1.1.1997 trat er sein Amt an. Zum 1.1.2015 folgte Marcus Mannsbarth (SPD). [1]

Leben

Nach dem Besuch der Volks- und Realschule in Hofgeismar wechselte im April 1962 zur Goethe-Schule in Kassel und studierte nach dem Abitur ab März 1966 an der Justus-Liebig-Universität Gießen.

Im Juli 1969 legte er die erste Staatsprüfung für das Lehramt an Grund-, Haupt- und Realschulen ab und trat im Mai 1970 in den Hessischen Schuldienst als Lehrer an der Grundschule Homberg/ Efze ein. Die zweite Staatsprüfung folgte im Juni 1973. Danach war Sattler Lehrer an der Gesamtschule in Immenhausen. Hier erfolgte im Juli 1975 die Ernennung zum Realschullehrer.

Es folgten Tätigkeiten an den Beruflichen Schulen in Hofgeismar und im August 1987 die Versetzung an die Gustav-Heinemann-Schule Hofgeismar. Im Dezember 1989 wurde Heinrich Sattler zum Rektor und Leiter des Realschulzweiges der Gustav-Heinemann-Schule ernannt.

Politischer Werdegang

In den Jahren 1977 bis 1996 war Sattler ehrenamtlicher Stadtrat, Stadtverordneter und Fraktionsvorsitzender der CDU in der Hofgeismarer Stadtverordnetenversammlung und von Oktober 1995 bis Dezember 1996 Vorsitzender des Haupt-, Finanz- und Umweltausschusses.

Nach der Wahl zum Bürgermeister der Stadt Hofgeismar im Juli 1996 trat Heinrich Sattler dieses Amt am 1. Januar 1997 an. Sowohl in den Jahren 2002 als auch 2008 wurde er mit großer Mehrheit erneut zum Bürgermeister der Stadt gewählt.

Erfolge

In einem Interview mit der HNA zum Ende seiner Amtszeit zeigte sich Heinrich Sattler stolz darauf, dass es gelungen sei, den Hessentag 2015 nach Hofgeismar zu holen. Damit flössen Millionen an Fördermitteln nach Hofgeismar. Für mich persönlich kompensiert das dann doch noch die Beberbeck-Niederlage, wurde der ehemalige Bürgermeister zitiert. Und: Wichtiger aber als eine Woche zu feiern, sei doch, dass die Stadt gemeinsam etwas auf die Beine stelle. Das schweiße die Gesellschaft zusammen.

Auf die Frage: Wie wird die Stadt nach dem Hessentag dastehen?  erklärte Sattler:  Der neue Bahnhof wird die Verkehrsinfrastruktur verbessern und den ÖPNV attraktiver machen. Nach über 30 Jahren erhält die Fußgängerzone ein neues, freundliches Antlitz. Davon profitiert der Handel, weil Kunden angezogen werden und eine neue Aufenthalts-Qualität beim Einkaufen und Schlendern entsteht. Durch die Aufnahme in das Förderprogramm „Aktive Kernbereiche“ werden wir auch in den nächsten acht bis zehn Jahren vom Hessentag profitieren. Und nicht zuletzt soll der Lauf der Esse renaturiert werden und dort, wo die Ausstellung Natur auf der Spur stattfindet, ein neues Naherholungsgebiet entstehen. Insgesamt wird unsere Stadt einen großen Sprung nach vorne machen.

Kritik an Bürgermeister Heinrich Sattler

Im Jahr 2010 geriet Heinrich Sattler erstmals in die Medien, im Zusammenhang mit Diskussionen und Vermutungen um den Diebstahl von 2000 Euro Bargeld und Dienstreisebelegen. 2500 Euro hatte sich der Bürgermeister der 16 000-Einwohner-Stadt als Vorschuss für eine Reise in die bretonische Partnerstadt Pont Aven auszahlen lassen. 1500 Euro gab er aus - unter anderem, um den Freundschaftsverein einladen zu können. 1000 Euro brachte er mit zurück. Die rund 1000 Euro aus Privatbesitz sind nun samt den Spesenbelegen futsch. [2]

In die Kritik geriet Sattler unter anderem wegen seiner vagen Informationspolitik bezüglich der Pläne um das inzwischen offiziell gescheiterte Ferienressort Beberbeck. Fragen, die die Hessisch Niedersächsische Allgemeine zu den beiden Bürgschaften von insgesamt 3,5 Millionen Euro schriftlich einreichen musste, blieben beispielsweise unbeantwortet. [3] Des Weiteren musste die Öffentlichkeit auch im November 2011, ein knappes halbes Jahr nach dem Beschluss der Hofgeismarer Stadtverordneten, sämtliche Ausgaben der Stadt und der Besitzgesellschaft Domäne Beberbeck detailliert aufzuschlüsseln, auf eine detaillierte Schlussrechnung zum geplanten Ferienressort Beberbeck warten. [4] Zudem wurde Sattler mit dem Projekt Ferienressort Beberbeck bekannt - als sein eigener Hauptdarsteller in „Henners Traum“, dem Dokumentarfilm des Kasseler Filmemachers Klaus Stern. Der Streifen war ein Kassenschlager in Programmkinos und lief auch gut im Fernsehen. Stern hatte den Hofgeismarer Bürgermeister zwei Jahre lang mit der Kamera zu wichtigen Terminen mit wichtigen Männern begleitet. [5]

Ebenfalls kritisiert wurde der Mann an Hofgeismars Spitze wegen seinem Verhalten zum Thema Ansiedlung neuer Märkte in Hofgeismar. Demnach warfen die SPD und die Linke dem Bürgermeister und der CDU vor, dass bei der geplanten Ansiedlung neuer Märkte viele Doppeldeutigkeiten und Halbwahrheiten im Spiel gewesen seien. [6]

Als Verschwendung von Steuergeld bezeichneten zudem Vertreter der WSD und der Linken im November 2010 die Wahl des Dienstwagens von Bürgermeister Sattler. Mit dem BMW der 5er Reihe, sei er nicht dem Gebot der Stunde gefolgt, sparsam mit Steuergeld umzugehen. Ganz im Gegenteil, so hieß es weiter, bewege er sich bei der Wahl seiner Dienstfahrzeuge wie im Selbstbedienungsladen. [7] Nach dem Scheitern der Pläne für das Ferienressort Beberbeck drängten vor allem WSD und Linke Sattler dazu, nicht nur medienwirksam zu verkünden, die politische Verantwortung für das Scheitern der Ferienanlage zu übernehmen, sondern auch Konsequenzen folgen zu lassen. Den Rücktrittsforderungen kam Sattler jedoch nicht nach. [8]

Weitere Vorwürfe wurden im Mai 2011 bezüglich der Reisekostenabrechnung im Rathaus laut. . Die Fraktionen drängten darauf, dass ein Akteneinsichtsausschuss Einsicht in sämtliche Reisekostenabrechnungen nehmen kann, um einen Überblick über die Praxis zu bekommen, wie Reisekosten im Rathaus abgerechnet und Vorschüsse gewährt wurden. Klären wollen die Fraktionen, ob das Verfahren nach dem hessischen Reisekostengesetz abgewickelt wurde. [9]

Einen weiteren Skandal im Hofgeismarer Rathaus verursachte der Bürgermeister, indem er während seiner Abwesenheit sein Büro absperrte, sodass sein Stellvertreter keinen Zutritt hatte. Dementsprechend wurde SPD-Mann Günter Ebel, Erster Stadtrat und damit Stellvertreter des Rathauschefs, die Nutzung des Bürgermeister-Dienstzimmers verweigert. [10]

Wechsel an der Rathausspitze

Der Bürgermeister-Stuhl in Hofgeismar ist ab dem 1. Januar 2015 neu besetzt. Als Bürgermeister räumte Heinrich Sattler seinen Arbeitsplatz. Sein Nachfolger kommt mit Marcus Mannsbarth aus den Reihen der Hofgeismarer SPD. In einem Interview mit der HNA blickte Sattler zum Ende seiner Amtszeit auf Erfolge und Niederlagen zurück [11].

siehe auch

Quellen und Links

  1. HNA-online vom 1.11.2014: 400 Gäste verabschiedeten Hofgeismars Bürgermeister Heinrich Sattler
  2. Aus HNA.de vom 21. Januar 2010: Diebstahl schlägt Wellen
  3. Aus HNA.de vom 23. Januar 2010: Funkstille um Beberbeck
  4. Aus HNA.de vom 15. November 2011: Stochern im Dunkeln
  5. Aus HNA.de vom 5. Februar 2010: Große Pläne verblassen
  6. Aus HNA.de vom 26. Februar 2010: „Nicht im Interesse der Stadt“
  7. Aus HNA.de vom 8. November 2010: Kritik am Bürgermeister-BMW - Sattler: Verstand einschalten
  8. Aus HNA.de vom 20. Dezember 2010: Rücktrittsforderungen nach Aus für Beberbeck: Druck auf Sattler nimmt zu
  9. Aus HNA.de vom 22. Mai 2011: Reisekosten sollen auf den Tisch: Druck auf Bürgermeister Sattler wächst
  10. Aus HNA.de vom 3. November 2011: Bürgermeister Sattler sperrt Büro zu - Vertretung hat keinen Zutritt
  11. HNA-online vom 1.1.2015: Bürgermeister Sattler blickt zum Abschied zurück