Heinrich-Steul-Schule

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Die ehemalige Heinrich-Steul-Schule im Forstfeld im Jahr 2012

Die Heinrich-Steul-Schule für Lernhilfe bestand von 1965 bis Ende des Schuljahres 2010/2011 am Forstbachweg 16 im Kasseler Stadtteil Forstfeld. Zum Schuljahr 2011/2012 zog die Sonderschule in das Gebäude der Agathofschule in Bettenhausen um, die nun Osterholzschule heißt.

Gründung

Die Heinrich-Steul-Schule wurde im September 1965 am Forstbachweg eingeweiht. Damals gab es acht Klassen mit vier Gruppenräumen, ein Toilettengebäude und das Hausmeisterhaus. Bis dahin hatte der sonderpädagogische Unterricht in der Agathofschule, der Losseschule, der Schule Waldau und im Jugendheim am Dormannweg abgehalten werden müssen.[1]

Am Forstbachweg wurde für 861.000 DM in zwei Bauabschnitten ein neues Schulgebäude errichtet. Bei der Eröffnung waren der zweite Teil mit Verwaltungsräumen, Sonderklassen und Gymnastikraum noch nicht fertigggestellt, so dass ein unterteilter Klassenraum als Büro genutzt werden musste. Architekt Josef Bieling leitete Planung und Bau.

Erster Rektor der Sonderschule wurde Josef Cudok. Stadtrat Herbert Redl lobte bei der Einweihung die Errichtung der Sonderschule, wie die Hessische Allgemeine berichtet: "In der ersten Zeit des Wiederaufbaus sei es keinesfalls selbstverständlich gewesen, eigene Schulen für Lernbehinderte, Funktionsgestörte oder Geschädigte aller Art entstehen zu lassen. Dass dies trotzdem geschehen sei, sei das unauslöschliche Verdienst des verstorbenen Stadtschulrats August Fricke, betonte der Redner." [2]

Namensgeber für die Schule war Heinrich Steul, der sich bis zu seinem Tod für die Sonderschulen im Land Hessen eingesetzt hatte.

Schülerzeitung Blick-Punkt

1996 gründeten die Schüler der Heinrich-Steul-Schule ihre eigene Schülerzeitung, berichtet die HNA.[3]

Zusammenlegung mit Agathofschule

Der Ortsbeirat Forstfeld erhielt 1985 ein Schreiben vom Schulverwaltungsamt, zu einer Magistratsvorlage zum Zusammenlegen der beiden Schulen Stellung zu nehmen. Beide Schulen sollten zum 1. August 1986 zusammengeführt sein, der Name sollte weiterhin Heinrich-Steul-Schule sein, das Schulgebäude aber in der Osterholzstraße. Das Gebäude im Forstbachweg sollte noch bis zu Beginn des Schuljahres 1988/89 genutzt werden.

Der Ortsbeirat (OBR) fasste daraufhin am 23. Januar 1986 den folgenden Beschluss: „Zusammenführung der Agathofschule und der Heinrich-Steul-Schule. Nach Anhörung der Vertreter der betroffenen Schulen und eingehender Beratung wird von beiden Fraktionen des OBR übereinstimmend beantragt und jeweils einstimmig beschlossen: Der OBR Forstfeld fordert den Magistrat der Stadt Kassel auf, im Antrag an die Stadtverordnetenversammlung betr. Zusammenlegung der Heinrich-Steul-Schule mit der Agathofschule, den Absatz 2: 'Künftiger Standort der Heinrich-Steul-Schule ist das Schulgebäude Osterholzstraße 29' zu streichen. Der Absatz 3 sollte folgende Fassung erhalten: Das Schulgebäude Forstbachweg 16 wird weiter als Sonderschule für Lernbehinderte (Ganztagsschule) genutzt. Da die zukünftige Entwicklung der Schülerzahlen nicht exakt kalkulierbar ist, darf im Augenblick über einen endgültigen Standort noch nicht abschließend entschieden werden. Der OBR Forstfeld ist der Auffassung, dass der Schulstandort Forstbachweg langfristig zu erhalten ist.

Begründung: Der Standort der jetzigen Heinrich-Steul-Schule wurde nicht zufällig, sondern aufgrund sozialpolitischer und sozialpädagogischer Gründe gewählt. Die Schule wurde an einem Standort inmitten eines sozialen Brennpunktes gebaut. Durch den Abriss der ehemaligen Obdachlosenunterkünfte hat der Standort aber nicht an Bedeutung verloren. Es ist nicht unbedingt anzunehmen, dass in Zukunft die sozialen Probleme geringer werden, es ist damit aus diesem Gebiet auch nicht mit einer geringer werdenden Schülerzahl zu rechnen. Eine Verlegung der Schule jenseits der Leipziger Straße bringt für die Schüler nicht nur große Gefahren des Schulweges mit sich, es würde auch eine wirkungsvolle Zusammenarbeit zwischen Schule, Kindertagesstätte, Haus Forstbachweg und Eltern wesentlich erschweren. Der OBR Forstfeld ist der Auffassung, dass der Schulstandort Forstbachweg langfristig zu erhalten ist.“

Als Ortsvorsteher wurde ich dann noch einmal vor den Schulausschuss der Stadtverordnetenversammlung zur Anhörung vorgeladen, wo ich die Problematik noch einmal eingehend darstellte. Wie sich dann herausstellte - mit Erfolg. Durch eine erneute „Einmischung“ des Ortsbeirates im Jahr 2001 wurden in den neuen Haushalt sogar Mittel aufgenommen, mit denen die Heinich-Steul-Schule vergrößert werden kann.[4]

Umzug 2011

Die Schüler der Heinrich-Steul-Schule fanden zum Schuljahr 2011/2012 in den Räumen der Agathofschule an der Osterholzstraße 29 ihre neue Heimat. Die Schule heißt seitdem offiziell "Sonderpädagogisches Beratungs- und Förderzentrum Osterholzschule".

Nachnutzung des Gebäudes

Nach dem Auszug der Schule gab es Pläne, ein Stadtteilzentrum in den Räumen unterzubringen. Die Stadt hatte versprochen, dort 420.000 Euro zu investieren. Diese Pläne mussten aber gekippt werden, weil die Stadt Kassel unter den Schutzschirm es Landes Hessen geschlüpft ist.[5]

Die Nachnutzung des ehemaligen Schulgebäudes am Forstbachweg war auch 18 Monate nach dem Auszug der Schüler noch nicht geklärt. Ende Januar 2013 informierten Forstfelds Ortsvorsteherin Brigitte Ledderhose und ihr Stellvertreter Sascha Gröhling den Ortsbeirat darüber, dass die Gemeinnützige Wohnungsbaugesellschaft (GWG) der Stadt Kassel Interesse habe, dort zu bauen. Das wurde vom Ortsbeirat, der zuvor stets die Einrichtung eines Stadtteilzentrums im ehemaligen Schulgebäude favorisiert hatte, positiv aufgenommen. Zuvor hatte es Hinweise darauf gegeben, dass ein Investor, der anonym bleiben wollte, auf dem Gelände eine soziale Einrichtung bauen wollte.[6]

Mitte November 2013 wurde bekannt, dass der Umbau der Schule in Wohnungen durch die GWG verschoben wird: 70 Flüchtlinge aus Syrien sollen dort zeitweise untergebracht werden.[7] Nach dieser Ankündigung tauchten fremdenfeindliche Parolen an den Schulgebäuden auf, außerdem eskalierte ein Streit im Ortsbeirat. [8]

Siehe auch

Quellen und Links

  1. Hessische Allgemeine vom 14. September 1965
  2. Hessische Allgemeine vom 14. September 1965
  3. HNA vom 21. Juni 1996
  4. Bericht des damaligen Ortsvorstehers Falk D. Urlen vom 24. Juni 2009
  5. HNA-Bericht vom 16. November 2013
  6. HNA-Bericht vom 30. Januar 2013
  7. HNA-Bericht vom 16. November 2013
  8. HNA-Bericht vom 28. November