Heimerad

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Der Heilige Heimerad wurde um 970 in Meßkirch im Allgäu geboren; er starb 1019 in (Burg)-Hasungen, wo er auch begraben ist.

Aus Leben und Wirken

Bereits um das Jahr 1006, 90 Jahre vor Beginn der Kreuzzüge, zog Heimerad zum Heiligen Grab nach Palästina, dann als Pilger durch Italien und Deutschland, um schließlich als Eremit auf dem Hasunger Berg in der Einsiedelei zu leben und zu wirken. Er gab damit den Anlass zur Gründung des Benediktinerklosters auf dem Hasunger Berg. Nach seinem Tod 1019 wurde er heiliggesprochen.

Überliefert ist, dass Heimerad im Jahre 1016 (nach anderer Darstellung schon 1012) auch in der Kirche von Dietmelle (Kirchditmold) gepredigt hat. In der Vita Sancti Haimeradi Presbiteri, Auctore Ekkeberto, vom Ende des 11. Jahrhunderts erzählt der Mönch Ekkebert von Hersfeld die Geschichte der wichtigsten Lebensstationen und Lebensereignisse des Heiligen Heimerad. Ekkebert berichtet darin, dass es in Diethmelle zwei Kirchen gab, eine alte halb verfallene Kirche, und eine neuere Kirche, die Taufkirche, die dem hl. Martin v. Tours geweiht war. Heimerad wurde die alte Kirche als Wirkungsbereich zugewiesen. Heimerad gehörte zu den damals zahlreichen unstet herumziehenden frommen Predigern, die auf strengeres religiöses Leben in der Kirche drängten und damit Änderungen an der Kirchenordnung forderten. Sie waren bei der Bevölkerung sehr geachtet. So konnte der Erzpriester in Diethmelle die Bitte des Wanderpredigers nicht abschlagen, an diesem damals zentralen und wichtigen Ort Messen zu halten. Aber er verwies ihn auf die alte, halbverfallene Kirche. Dabei spielte gewiss auch eine Rolle, dass der Vikar, der Zweitpriester, verheiratet war. Das war damals durchaus noch möglich, wurde aber gerade von den Wandereremiten besonders angegriffen. Darüber entstand wohl auch ein Konflikt, der letztlich zur Vertreibung Heimerads aus Diethmelle führte.

Heimerad starb am 28.Juni 1019 in (Burg-)Hasungen. Über Heimerads Grab wurde 1021 neben einer bestehenden Kapelle auf dem Hasunger Berg ein Kloster errichtet und Hasungen wurde Wallfahrtsort.

Kloster Hasungen

Das ehemalige Benediktinerkloster Hasungen auf dem Hasunger Berg war eines der reichsten und schönsten Klöster in Hessen. Anlaß zur Gründung des Stifts Hasungen und des späteren Klosters war das Grab des heiligen Heimerad, der auf dem Berg wirkte. Nach seinem Tod entwickelte sich im Mittelalter ein bekannter Wallfahrtsort. Hier ließ Erzbischof Siegfried I. von Mainz neben dem Grab ein Kanonikerstift gründen und eine Kirche erbauen, die im Jahre 1074 eingeweiht wurde.

Literatur

  • Karl Hassenpflug, Kloster Hasungen, in: Heimatjahrbuch für das Wolfhager Land 1, 1958
  • Georg Hildebrand, Das Kloster Hasungen in der Reichs- und Landesgeschichte, in: Jahrbuch für den Landkreis Kassel 1975, S. 107 ff.
  • Gerhard Seib, 925 Jahre Kloster Hasungen, in: Jahrbuch für den Landkreis Kassel 2001, S. 113 f.
  • Volker Knöppel, Der Hasunger Berg – Überlegungen zur Christianisierung des Wolfhager Landes, in: Jahrbuch für den Landkreis Kassel 2002, S. 107 ff.
  • Wolfgang Halfar, Landgraf Konrad schenkt dem Kloster Hasungen einen Bauplatz in Wolfhagen, in: Jahrbuch für den Landkreis Kassel 2008, S. 148 ff.

siehe auch

Weblinks