Heimat- und Museumsverein Northeim

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Der Heimat- und Museumsverein wurde am 13. Januar 1910 in Northeim gegründet.

Die Anfänge

Dokument: Dieses historische Foto aus dem Jahr 1937 zeigt den alten Standort des Vereinsmuseums in der Stubenstraße Repro: Stadtarchiv Northeim

Alles begann mit einem öffentlichen Aufruf. Am 14. November 1889 apellierte die Stadt Northeim an ihre Bürger Münzen und alte Gegenstände für eine Sammlung zur Verfügung zu stellen. Knapp 20 Jahre später, am 13. Januar 1910, wurde daraus der Heimat- und Museumsverein. Nach der Vereinsgründung dauerte es nur zwei Jahre bis die Mitglieder in der Northeimer Marktkapelle eine eigene Ausstellung eingerichtet hatten. In den 1930er Jahren konnte diese weitreichend ausgeweitet werden: Postsekretär Herrmann Quensell vermachte dem Verein ein Haus in der Stubenstraße, das bis Ende der 1960er Jahre Sitz des Vereins blieb.

Der Verein in den Nachkriegsjahren

In den Kriegs- und Nachkriegsjahren sah die Situation des Vereins nicht gut aus. Die Räumlichkeiten mussten unter anderem für Wohnzwecke genutzt werden, die Ausstellungsstücke wurden magaziniert. Zudem ging ein großer Teil der Sammlung verloren. Anfang der 1950er Jahre dachte man schließlich über die Auflösung des Vereins nach, die jedoch durch die Impulse einiger Bürger und der Stadt verhindert werden konnte. Das Museum wurde wieder eröffnet. Zudem stellten sich neue Herausforderungen für den Verein: Die Mitglieder nahmen sich den vielen Flüchtlingen und Vertriebenen an und gestalteten ein Neustädter Zimmer (heute Neustädter Heimatstube) nachdem Northeim die Patenschaft für den Stadt und Kreis Neustadt/Oberschlesien übernommen hatte. Sie beherbergt Erinnerungsstücke der Neustädter.

Ein neuer Standort

Ende der 1960er Jahre änderte sich für den Verein etwas Grundlegendes: Der Stadtkern wurde neu gestaltet und somit bestand auch an Haus und Grundstück in der Stubenstraße großes Intersse. Die Mitglieder schenkten der Stadt das Grundstück und bekamen im Gegenzug 1978 ein Museum im Haus St. Spiritus – mit der Stadt als Träger. Seitdem betätigt sich der Verein nur noch als Förderer des Museums, hat aber im Laufe der Zeit weitere Aufgaben übernommen.

Weitere Aktivitäten des Vereins

Bereits seit 1925 geben die Mitglieder die Northeimer Heimatblätter heraus, mit dem Zweck "Heimatliebe zu erwecken, Heimatkunde zu verbreiten und Verborgenes ans Licht zu bringen". 1980 wurde die Publikation in das jährlich erscheinende Northeimer Jahrbuch umgewandelt, das zwischen 180 und 200 Seiten umfasst. Darüber hinaus führt der Verein eine Bücherei mit über 3500 Werken, die seit 1971 im St. Blasien-Komplex untergebracht ist und organisiert regelmäßig Vorträge und Studienfahrten.

Eine Ausstellung zum Jubiläum

2010 feiert der Heimat- und Museumsverein seinen 100. Geburtstag und gestaltete zu diesem Anlass gemeinsam mit dem Stadtarchiv Northeim eine Ausstellung über die Vereinsgeschichte. Diese wird in all ihren Facetten, von den Anfängen über die schwierigen Kriegsjahre bis hin zur Gegenwart, anschaulich auf mehreren Ausstellungstafeln im Heimatmuseum dargestellt. Reizvoll sind die in Vitrinen gezeigten Originaldokumente, wie eine Mitgliedskarte aus dem Jahr 1959, eine Einladung zu einem Lichtbildvortrag von 1930, alte Protokollbücher, Fotos und Heimatblätter. Die Ausstellung kann bis zum 2. Mai im Heimatmuseum, Am Münster 32/33, besucht werden. Geöffnet ist das Museum dienstags bis sonntags von 10 bis 12 Uhr sowie dienstags, donnerstags und freitags von 14 bis 17 Uhr.

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