Heiligenrode

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Die ev. Kirche in Heiligenrode

Heiligenrode ist ein Ortsteil der Gemeinde Niestetal im Landkreis Kassel, Nordhessen.

Geschichte

Heiligenrode entstand als Hufendorf mit der Kirche als baulichem Mittelpunkt. In dem Jahrhundert seiner Gründung und dem Jahre 1123 ließ das Kloster Kaufungen in den Randgebieten des Fuldabeckens und seiner Nebentäler Rodungen durchführen und Rodedörfer anlegen. Zu diesen Rodedörfern gehörte auch Heiligenrode.

Die erste urkundliche Nennung des Dorfes "Helingenrodh" erfolgt in einer Urkunde des Klosters Kaufungen von 8. Mai 1123. In diesem Schriftstück wird ein Streit zwischen Kaiser und Papst beigelegt, d. h. das Klosters Kaufungen wird wieder in seine Rechte in Bezug auf die Zinsabgaben der Dörfer Heiligenrode und Umbach eingesetzt, das diese zu Gunsten des Kaisers entbehren musste.

Da in der Urkunde des Jahres 1123 sowohl Heiligenrode als auch Umbach genannt werden, lässt sich vermuten, dass beide Siedlungen etwa zur gleichen Zeit entstanden und ziemlich nahe beieinander lagen.

Im Jahre 1126 verfügt der Erzbischof Adelbert von Mainz in einer Urkunde, dass von den Dörfern "Helegenrod" und "Umbach" die zehnte Garbe von neu zu bebauenden Äckern nicht an das Erzbistum Mainz, sondern an das Klosters Kaufungen zu geben ist.

Einkünfte aus Mühlen an der Nieste wurden dem Kloster Ahnaberg 1366 überschrieben, was zu der Schlussfolgerung führt, dass in Heiligenrode bereits zwei Mühlen vorhanden sind, die als obere und untere Mühle bezeichnet werden.

1372 hat der Landgraf Heinrich II. Einkünfte aus dem Dorf Heiligenrode, die er zu einem Viertel der Martinskirche verschreibt. Schon eine Urkunde vom 20. Mai 1366 erwähnt Pfründe aus Gütern in Heiligenrode und Umbach, die dem Martinsstift zu Kassel zufließen.

Zu dieser Zeit war der Bischof von Halberstadt in der Stadt Kassel anwesend, um die Martinskirche - bis dahin eine Pfarrkirche - zu einer Kollegiatskirche, einer Stiftskirche; zu erheben. So wurde die neue Kirche "auf der Freiheit" dem geistlichen Martinsstift angegliedert.

Im Juli des Jahres 1385 wurden Heiligenrode und Umbach von der Fehde zwischen dem Erzbistum Mainz und dem hessischen Landgrafen in Kassel in Mitleidenschaft gezogen. Plünderungen und Brandschatzungen der Mainzer Verbündeten machten Heiligenrode fast und Umbach ganz dem Erdboden gleich. Das Dorf Heiligenrode erholte sich von den Folgen dieses Feldzuges, wogegen die wenigen Einwohner des benachbarten Umbach ihre Höfe nicht wieder aufbauten, so dass die Stelle wüst blieb.

Heute erinnern noch die Flurnamen "Umbach" und "Im wüsten Hof" an das einstmals hier gelegene Dorf gleichen Namens. Im Verlauf des 14. Jahrhunderts wird aus dem Klosterdorf Heiligenrode ein Landgrafendorf, das in der nachfolgenden Zeit die Geschicke der Landgrafschaft Hessen teilte und mit dem Kurfürstentum Hessen 1866 unter preußische Herrschaft kommt.

(Quelle: www.niestetal.de)

Im Rahmen der hessischen Gebietsreform im Jahre 1972 schlossen sich die beiden Orte Heiligenrode und Sandershausen zur Gemeinde Niestetal zusammen.

Knilche

Ein Spitz- und Neckname für die Bewohner von Heiligenrode ist Knilche und die fast vergessene Dorfhymne das “Knilchelied”: "Wir sind die Knilche von Heiligenrode, wir leben und sterben für unseren Pfarr, daß wir die Knilche sind, das weiß ein jedes Kind, wir reißen Bäume aus, wo keine sind".

Nieste

Auf ihrem Weg zur Mündung in die Fulda bei Niestetal-Sandershausen durchfliest die Nieste das Niestetal, die gleichnamige Gemeinde Nieste und die Ortsteile von Niestetal, Heiligenrode und Sandershausen.

siehe auch

Straßennamen

Vereine

Wandern

Grimmsteig

Märchenlandweg

Etappe Nr. 30 des Märchenlandwegs verläuft von Niederkaufungen über Heiligenrode und Sandershausen nach Spiekershausen.

Weblinks