Heidenkönigsgrab

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Heidenkönigsgrab oder Heidenkönigsküppel (auch "Heidenküppel")

Das Heidenkönigsgrab ist eine ehemalige Grabanlage im Harleshäuser Gehege nordwestlich der Ortslage Harleshausen, vermutlich aus der späten Hügelgräberbronzezeit (< 1000 v.Chr.).

Die Anlage befindet sich auf einem leichten Höhenrücken zwischen dem Forsthaus Harleshausen, der Firnskuppe, dem Kanzelküppel und dem Wanderparkplatz Firnskuppe im Habichtswald.

Die Grabanlage wurde im Jahre 1820 mit Auftrag von Kurfürst Wilhelm I. unter Leitung des Direktors des Kurhess.Staatsarchivs Christoph von Rommel im damals üblichen Kreuzschnitt ausgegraben. Durch die Ausgrabung der zuvor in hohem Hügel aufgeschütteten Grabanlage entstand eine Senke umgeben von vier kleineren Hügeln.

Als Funde, die offiziell in der ersten Ausgabe der Zeitschrift für Hessische Geschichte und Landeskunde 1837 (ZHG I 1837,S.83,Anm.9) dokumentiert sind, sind Scherben von Tontöpfen auf einer Brandstätte angegeben.

In einem Bericht der feuilletonistischen Zeitschrift "Kasselsche Blätter für Geist und Herz" von 1835 wird berichtet man habe auch "Fischzähne und Pferderippen" gefunden, was vielleicht auf eine Nachbestattung in Zeiten der Christianisierung (7./8.Jh.n.Chr.) hinweist. .

Die Namensgebung weist die ehemalige Grabanlage seit dem Mittelalter als einen besonderen Ort aus, dem durch die Verbindung mit einem "Heidenkönig" mystische Bedeutung zugewiesen wurde.

Während der spektakulären Ausgrabung war laut "Kasselsche Blätter für Geist und Herz" ein christlicher Prediger zugegen.

Die ehemalige Grabstätte ist durch die Ausgrabung von 1820 zerstört worden.

siehe auch

Baumbach, Wilhelm, Harleshausen, eine siedlungsgeschichtliche Studie, Kassel, 1974