Harun Farocki
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Der Filmemacher Harun Farocki wurde 1944 in der damals von den Deutschen annektierten Tschechoslowakei geboren. Er studierte an der Deutschen Film- und Fernsehakademie in Berlin. Sein filmisches Werk umfasst 90 Produktionen, zu denen Spielfilme ebenso gehören wie Essay- oder Dokumentarfilme. Obwohl er dem Film stark verbunden ist, hat er auch eine Nähe zur Kunst.Catherine David hatte Farocki 1997 zur documenta X eingeladen. Während der Ausstellung lief im Bali-Kino sein Film "Stillleben", der sich mit der Werbebranche auseinander setzt. Er zeigt, mit welchem Aufwand die Fotografie und der Film in Ablösung der Malerei heute Stillleben inszenieren. Es wird offenbar, dass der wahre Glanz auf falschem Schein beruht.
Zur documenta 12 hat Harun Farocki eine 12teilige Video-Installation im Fridericianum geschaffen. Die Arbeit "Deep Play" simuliert eine statistisch-mathematische Analyse des WM-Endspiels von 2006. Der Spielverlauf wird aus allen denkbaren Perspektiven gezeigt. Die digital bearbeiteten Aufnahmen werden zudem durch einen Animationsfilm, der das Spielgeschehen auf die Second-Live-Ebene überträgt, ergänzt.

