Hartmann Herzog

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Hartmann Herzog, * 10. Oktober 1833 in Kassel, † 15. August 1897 in Kassel, Kupferschmiedemeister und frühester Mundartschriftsteller Kassels.

Hartmann Herzog

Werdegang

"[...] 1833 in Kassel als Sohn eines Kupferschmiedemeisters in der Unteren Fuldagasse geboren, bestand er 1848 an der höheren Bürgerschule in der Hedwigstraße, der späteren Realschule, die Reifeprüfung und folgte dann dem Beruf seines früh verstorbenen Vaters. In den Jahren 1852/53 brachte ihn seine Wanderschaft nach Hannover, Schlesien, Thüringen und Hamburg. Heimgekehrt, übernahm er das väterliche Geschäft, das die Mutter bis dahin mit einem Gesellen geführt hatte, in dem vom Vater gekauften Haus Graben 25, das er von frühester Jugend an bewohnte. [...] Herzog war ein geschätzter Meister in seinem Fach und wiederholt Mitglied der städtischen Körperschaften." [1]

Mundartdichtung

"Der erste, der in den 60er und 70er Jahren des vorigen Jahrhunderts Gedichte in Kasseler Mundart veröffentlichte, war Hartmann Herzog." "Die Veröffentlichungen seiner dichterischen mundartlichen Versuche gehen bis in das Jahr 1866 [richtig: 1860] zurück; das Kasseler Tageblatt brachte von ihm, wenn auch anonym, kleine prosaische Plaudereien in Kasseler Mundart. Die in dem späteren Sammelband (1933. Seite 6, 14, 17, 22) wiederholten Einzelstücke waren, meist als fliegende Blätter in mehreren Auflagen, um 1875 erschienen. Seine Gedichte, die dann auch andere zu Dialektdichtungen anregten, sind nicht nur sprachlich, sondern auch kulturgeschichtlich wertvoll, so, wenn er uns alte Kasseler Kinderspiele ind Kinderreime aus seiner Jugend mitteilt, von alten Kasseler Häusern und Leuten erzählt und auch einmal politische Töne anschlägt."[2]

Veröffentlichungen

In Freid un Leid un Ewwermut
  • D'n Schorsche Botterwecke sinn Antwortschriewen an d'n Cunrod Schoof. Von H. H. Kassel 1860 (mindestens 5 Folgeaufl.) - In Versen.
  • Pingesten. Scherzhaftes Gedicht in Alt-Kasseler Mundart. Auf Verlangen herausgegeben von H. H. Kassel 1866. - In Versen.
  • En Schriewens an sinn herzgebobbertes Nusskernchen! Von H. H. Kassel [1866?] (mindestens 5 Folgeaufl.) - In Versen.
  • Heiteres aus Hessen. Altes und Neues in Alt-Casseler und niederhessischer Mundart. [Ohne Verf.-Angabe] Kassel [1870]. - In Versen.
  • Der nu prei'sch cunfermirte Schorsche Botterwecke an sinn liewen Kunnerod. Imme 1875. Von H. H. 3. Aufl.Kassel [um 1875]. - In Versen.
  • Hartmann Herzog. In Freid un Leid un Ewwermut. Altes und Neues in Kasseler Mundart [Sammlung]. [Hrsg. u. mit Vorwort von] A[rnold] Latwesen. Melsungen, Heimatschollen [1934]. - In Versen. - Enthält: [1.] Unse Muttersproche. (1888) [2.] Pingesten. [3.] En Schriewens an sinn herzgebobbertes Nußkernchen. Cassel, dritter Pingesttag, Anno Docemol. [4.] D'n Schorsche Botterwecke sinn Antwortschriewen an d'n Cunrod Schoof. [5.] Der nu prei'sch cunfermirte Schorsche Botterwecke an sinn liewen Kunnerod. (Imme 1875) [6.] Wassermesserei. [7.] Das Fillestinzchen. [8.] Der ahle deitsche Michel. (1863/64) [9.] An den liewen deitschen Michel. (1870) [10.] Zum Friedensschluß. Singelied (7. 3. 1871) [11.] Unse ahlen Spähle. Kasselaner Sprochborzelbeime uß ahler Zitt noch gerettet. [12.] Zum 100. Gebortstage der Lewenborg. (1893) [13.] Uß unser Kasselaner Dhirmenei. Unse Sproche werd nu Allerweltsproche. [14.] Sunst un Jetz! Singelied vo[r] de Innweihunge vun neien Wirtshuße "Stockholm", Entengasse Ecke. [15.] In der Kasseler Altstadt. (Plätze und Liete uß den vorigen Johren.)

Literatur

  • Guth, Werner: Hartmann Herzog - Beobachter sprachlicher Veränderungen. In: Der Mundart-Kurier 7, 2006, S. 13.
  • Hamecher, Holger: Bibliographie der selbständigen Veröffentlichungen Kasseler Mundartliteratur. In: Zeitschr. d. Vereins f. hess. Geschichte u. Landeskunde Bd. 101, 1996, S. 159 ff.; hier: S. 165 f.
  • Heidelbach, Paul: Kasseler Mundartdichter. In: August Grassow: Wörterbuch der Kasseler Mundart. Hrsg. u. erw. v. Paul Heidelbach. Kassel 1952, S. 6 ff.
  • Hermsdorff, Wolfgang: In Freid, Leid un Ewwermut. Mit Hartmann Herzog erschien die Mundart gedruckt. (Kasseler Deutsch und seine Dichter 15.) In: Hess. Allgemeine v. 14. 5. 1969.

Querverweise

Netzverweise

Einzelnachweise

  1. Heidelbach 1952, S. 6.
  2. Heidelbach 1952, S. 6 u. 7.