Harle

Aus Regiowiki
Wechseln zu: Navigation, Suche
Harle
Kirche-Harle.jpg
Kirche in Harle
Bundesland: Hessen
Regierungsbezirk: Kassel
Landkreis: Schwalm-Eder-Kreis
Gemeinde: Wabern
Einwohner: 838 (31. Dezember 2007)
Postleitzahl: 34590
Vorwahl: 05683
Kfz-Kennzeichen: HR
Stadtverwaltung: Landgrafenstraße 9
34590 Wabern
Webseite: www.harle-hessen.de
Bürgermeister: Günter Jung (SPD)
Ortsvorsteherin: Alexandra Siehl (Bürgerliste Harle)

Harle ist ein Ortsteil der nordhessischen Gemeinde Wabern im Schwalm-Eder-Kreis, mit ca. 840 Einwohnern.

Gemarkung

Die Gemarkung Harle hat eine Fläche von rund 581 Hektar.

Geschichte

Es wird vermutet, dass bereits die Chatten den Basaltfels, auf dem heute die Harler Kirche steht, als Kultplatz nutzten. Möglicherweise handelt es sich um ein germanisches Sonnenheiligtum, das dem Gott Odin geweiht gewesen ist. Der Fels ist noch heute unter dem Altarraum zu sehen.

Harle wird erstmals im Jahr 1196 als "Harleve" in einer Urkunde des Klosters Hardehausen erwähnt.

Die Harler Kirche wird zwischen 1200 und 1250 als Wehrkirche mit einem ca. 20 Meter hohen Turm errichtet. Die Wehrkirche ist von einer hohen, festen Mauer umgeben. Die Kirche diente so, außer als Gebetsstätte, auch zur Abwehr von Feinden. Im Jahr 1253 verzeichnet das Kloster Breitenau Besitz in "Harlon". Bereits 1266 wird in Harle ein Pfarrer, ein Pleban Sibert genannt.

Im Jahr 1358 wird Harle in Urkunden der von Holzheim als landgräfliches Dorf bezeichnet. Um 1380 bildet Harle ein besonderes Gericht.

1404 wird das Dorf dem Haus Altenburg verpfändet. 1425 wird eine Kirche erwähnt. Im Jahr 1492 wird am Abend des Bonifatiustages, dem 5. Juni, mit dem Bau eines neuen Kirchenschiffes begonnen.

Ab dem 16. Jahrhundert gehört Harle zum Amt Felsberg. Am 10. November 1501 wird Paul Winther als Pfarrer erwähnt. Bis zur Reformation hat das Stift Fritzlar das Patronat über die Kirche inne, danach geht dieses an den Landgraf. Um 1525 wird auf den Turm der Kirche das markante Dach mit seinen vier kleinen Türmchen gesetzt. Im gleichen Jahr wird Paul Winther als erster evangelischer Pfarrer erwähnt. Im Felsberger Salbuch von 1555 wird das Dorf erstmals als "Harle" erwähnt. 1585 werden in Harle 65 Haushaltungen gezählt. Im Jahr 1589 wird in das Kirchenschiff erstmals eine verzierte Empore eingebaut.

Im Dreißigjährigen Krieg wird Harle 1637 nahezu vollständig zerstört. Lediglich ein Wohnhaus, das 1614 erbaute Pfarrhaus sowie die Wehrkirche entgehen der Vernichtung. 1639 gibt es in Harle, abgesehen von acht Pferden, kein Vieh mehr. Nach Ende des Krieges wird das Dorf wieder aufgebaut. Im Jahr 1657 werden bereits wieder 46 Haushaltungen gezählt. 1680 wird in die Kirche eine weitere Empore eingebaut. 1693 gibt es in Harle wieder 61 Haushalte.

Um 1700 wird Johannes Reimann als erster Lehrer in Harle erwähnt. Im Jahr 1728 wird das erste Schulgebäude in Harle erbaut. 1743 stirbt der Pfarrer Johann Werner Hassenpflug am 1. Weihnnachtstag wohl bei der Abhaltung des Gottesdienstes morgens um sieben Uhr. Er wurde am 30. Dezember in der Harler Kirche, in einem gemauerten, teilweise in den unter der Kirche liegenden Basaltfels geschalgenen Gewölbe beigesetzt. Im Jahr 1747 gibt es in Harle 77 Haushaltungen.

Am 10. Juli 1858 schlägt der Blitz in den Harler Kirchturm ein, sodass dieser gänzlich erneuert werden muss. Die Kosten hierfür betragen 800 Taler.

Als eine der ersten Darlehenskassen im Umkreis wird die in Harle im Jahr 1892 gegründet. Am 17. Oktober des gleichen Jahres wird das neu erbaute Schulgebäude eingeweiht. 1895 leben in Harle 566 Menschen.

Am 1. Oktober 1902 wird in Harle eine zweite Lehrerstelle eingerichtet. Im Jahr 1910 erhält das Dorf eine Wasserleitung und 1919 wird Harle an die Stromversorgung angschlossen.

1938 bis 1939 wird die Schwalm begradigt und im Winter 1939/40 wird durch Pioniere eine feste Holzbrücke über die Schwalm gebaut, die einen schmalen Steg ersetzte. Durch die Sprengung der Edertalsperre im Mai 1943 wird auch Harle in Mitleidenschaft gezogen.

Nach dem Zweiten Weltkrieg ziehen zahlreiche Heimatvertriebene nach Harle, so dass das Dorf zeitweise bis zu 1.100 Einwohner zählt.

1961 hat Harle 792 Einwohner. Am 16. Juli 1965 schlägt der Blitz erneut in den Kirchturm ein und verursacht einen Schaden von rund 40.000 D-Mark.

Die Volksschule in Harle wird am 1. August 1970 geschlossen. Damit ging eine 240 Jahre währende Schultradition zu Ende.

Am 1. Januar 1974 wird Harle ein Ortsteil der Gemeinde Wabern. Harle wird gleichzeitig Teil des neu gebildeten Schwalm-Eder-Kreises.

Die Kirche erhält 1974 eine neue Orgel. Ein Jahr darauf, 1975 wird die Friedhofhalle eingeweiht.

siehe auch

Vereine

In Harle gibt es zwölf Vereine. Bereits Anfang des 20. Jahrhunderts wurden in Harle zahlreiche Vereine gegründet, 1909 der Ziegenzuchtverein, 1910 der Gesangverein, 1919 der Sportverein (FTSV Harle 1919) und 1928 die Freiwillige Feuerwehr.

Im Jahre 1970 gründete sich der Landfrauenverein, 1973 der Bläserchor.

Von 1974 bis 1975 erstellte der Sportverein in Eigenleistung eine Sporthalle.

Weblinks


Ortsteile der Gemeinde Wabern

Falkenberg | Harle | Hebel | Niedermöllrich | Rockshausen | Udenborn | Unshausen | Uttershausen | Wabern | Zennern