Hannöversche Südbahn

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Streckenrelikt bei Scheden 2006

Im Jahre 1856 wurde die Hannöversche Südbahn eröffnet, die von Hannover über Göttingen nach Kassel führte.


Bahngeschichte

Fernreisezug VT 08 im Bahnhof Oberscheden 1952
Bahnhof in Hann. Münden - historische Aufnahme

Während der nördliche Abschnitt der Hannöverschen Südbahn zwischen Hannover und Göttingen bereits 1854 eröffnet wurde, ging der südliche Streckenabschnitt zwischen Göttingen und Hann. Münden erst 1856 in Betrieb.

Zur Vermeidung einer Linienführung über kurhessisches Gebiet wurde dieser Streckenabschnitt trotz schwierigen Geländes über Dransfeld nach Hann. Münden geführt. Hier schloss die Hannöversche Südbahn an das hessische Netz nach Kassel an. Der Basalt vom Hohen Hagen und vom Dransberg diente im Bereich von Dransfeld als Gleisunterbau.

Am 8. Mai 1856 wurde der Bahnverkehr auf dem Teilstück Göttingen - Münden in Betrieb genommen. Bis zur Einführung der Dieseltraktion wurde im Dampfbetrieb mit Schiebeloks gefahren, die sowohl in Göttingen als auch in Hann. Münden ständig bereit stehen mussten.

Eigens für die Dransfelder Rampe entwickelte Loktypen kamen zum Einsatz, wobei die Strecke aufgrund der hohen Anforderungen und der räumlichen Nähe der Südbahn zu Kassel auch als Versuchsstrecke der Firma Henschel diente.

Die Bedeutung der Hannöverschen Südbahn verlor bereits 1872 an Gewicht, als die zwar deutlich längere aber dafür problemlos zu befahrende Werratalstrecke zwischen Hann. Münden und Göttingen über Eichenberg eröffnet wurde.

Die Eisenbahnstrecke der Südbahn diente auch der Anbindung des Handelsplatzes Hann. Münden mit seinem Hafen an die Hauptstadt des Königreichs Hannover.

1906 erhielt die Hannöversche Südbahn bei Kilometer 141,0 ein Anschlussgleis unmittelbar vor der Werrabrücke in Hann. Münden, das auf einem eigenen Bahnkörper hinab zum Weserufer gegenüber dem Zusammenfluss von Fulda und Werra führte.

Der letzte Personenzug befuhr die Strecke am 31. Mai 1980 und 1987 wurde auch der regelmäßige Güterverkehr eingestellt. Bis zu Beginn der 1990-er Jahre befuhren noch einzelne Güterzüge die Eisenbahnstrecke, mit deren Rückbau ab 1995 begonnen wurde. In Richtung Groß Ellershausen führt heute ein Radwanderweg teilweise auf dem alten Bahndamm.

Bahnstationen

Streckenverlauf zwischen Göttingen und Hann. Münden

In Südniedersachsen verlief die „Hannoversche Südbahn" über Göttingen, Groß Ellershausen, Dransfeld, Oberscheden, Volkmarshausen und Hann. Münden.

Die Bahnstation in Dransfeld wurde mit einem großzügigen Bahnhof ausgestattet, wobei die Bahnhöfe Dransfeld und Oberscheden an den Bahnhof Hann. Münden angegliedert waren.

Weit mehr als einhundert Jahre dauerte der 1856 auf dem Teilstück Göttingen - Münden eröffnete Eisenbahnverkehr, der nach der Einstellung des Personenverkehrs über Dransfeld im Mai 1980 über Eichenberg geführt wurde. Der ehemalige Streckenabschnitt GöttingenDransfeldHann. Münden wurde zu einem Grossteil zu einem Fahrradweg umgebaut oder als Fauna-Flora-Habitat-Gebiet ausgewiesen.

Im Abschnitt Hann. Münden - Kassel verkehren die von Göttingen kommenden Regionalzüge und es findet reger Güterverkehr statt.

Bahnstationen nach Hann. Münden sind Wilhelmshausen, Speele (151,4), Kragenhof (155,2), Fuldatal - Ihringshausen (157,6), Vellmar - Niedervellmar (161,3) und Kassel.

Bahnhöfe und Haltepunkte auf dem Südabschnitt (ehem. KBS 257):

Bahnhöfe und Haltepunkte Streckenkilometer
Göttingen 108,1
Groß Ellershausen (aufgelassen) 113,1
Dransfeld (aufgelassen) 123,8
Oberscheden (aufgelassen) 132,1
Volkmarshausen (aufgelassen) 136,3
Münden-Nord (aufgelassen) 140,5
(Abzweig Hafenbahn) 141,0
Hann. Münden 142,0


Dransfelder Rampe

Während der nördliche Abschnitt der Hannöverschen Südbahn zwischen Hannover und Göttingen bereits 1854 eröffnet wurde, ging der südliche Streckenabschnitt zwischen Göttingen und Hann. Münden erst 1856 in Betrieb. Zur Vermeidung einer Linienführung über kurhessisches Gebiet wurde dieser Streckenabschnitt trotz schwierigen Geländes über Dransfeld nach Hann. Münden geführt. Hier schloss die Hannöversche Südbahn an das hessische Netz nach Kassel an.

Als Dransfelder Rampe wird ein inzwischen stillgelegter Streckenabschnitt der ehemaligen Eisenbahnstrecke GöttingenDransfeldHann. Münden bezeichnet. Namensgeber für dieses Teilstück war das gerade Streckenstück zwischen Groß Ellershausen und Dransfeld, das mit 18 Promille den stärksten Anstieg aufwies.

Hafenbahn in Hann. Münden

Reste der Hafenbahn in Hann. Münden 2006

Die als Hafenbahn bezeichnete 1,5 Kilometer lange Stichstrecke endete in Hann. Münden an einer über 240 Meter langen Kaimauer in einer eigens errichteten Weserumschlagstelle. Hier wurden bis 1978 Schüttgüter wie Kali, Getreide, Zement, Basaltsplit und Kies mit Hilfe eines Anderthalb-Tonnen-Krans, der auf zwei Schienen bewegt werden konnte, von Güterwaggons auf Lastkähne verladen. 1910 wurde die Anlage durch ein Förderband und 1927 durch elektrisch betriebene Schaufeln der Firma Amme-Luther (Braunschweig) erweitert. Zur Anlage gehörte ein aus Bruchsteinen gemauertes, langgestrecktes Gewölbe, das als Akkumulatorenraum für die eigene Stromversorgung diente. Darüber erhoben sich ein weiteres Stockwerk mit Maschinenraum und Büros sowie ein in Fachwerk ausgeführter, schiefergedeckter zweiter Stock mit Wohnungen. Ein weiteres, turmähnliches Gebäude, an das sich straßengleich eine Terrasse mit Balustrade anschloss, ragte mit vier Stockwerken weit über das Gebäudeensemble hinaus.

Die eingleisig ausgeführte Hafenbahn überquerte 1100 Meter nach ihrem Abzweig von der Hauptstrecke schienengleich die Questenbergstraße und nach einem 200 Meter langen Bergeinschnitt die Göttinger Straße. Kurz vor Erreichen der Umschlagstelle verzweigte sich die Bahn in mehrere Gleise, von denen eines in den 1980er Jahren noch einige hundert Meter weiter bis zum Wasserübungsplatz der Bundeswehr rechts der Weser verlängert wurde, um per Schiene schweres Gerät wie Pontonbrückenteile transportieren zu können.

Volkmarshäuser Tunnel

Volkmarshausener Tunnel

Bevor die Bahnstrecke die Stadt Hann. Münden erreichte, lag zwischen den Bahnstationen Oberscheden (auf Streckenkilometer 132,1) und Volkmarshausen (136,2) der 325 m lange Volkmarshäuser Tunnel.

siehe auch

Weblinks