Bahnhof Lamerden

Aus Regiowiki
(Weitergeleitet von Haltepunkt Lamerden)
Wechseln zu: Navigation, Suche

An der Bahnstrecke Warburg - Hofgeismar - Kassel lag auch der Eisenbahn-Haltepunkt Lamerden, einst ein "Bahnhof 4. Klasse".

Doch schon längst existiert der beschrankte Bahnübergang nicht mehr, an dem das ehemalige Bahnhofsgebäude mit Diensträumen, Warte- und Schalterraum stand. Mit der Fertigstellung der Bahnbrücke im Jahr 1983 entstand ein neuer Übergang in Lamerden, was die Einwohner „Hinter der Bahn“ bedauern, da der Weg in die Dorfmitte um einiges länger wurde.

Geschichte

Die Eisenbahnstrecke geht zurück auf die Friedrich-Wilhelms-Nordbahn, die Mitte des 19. Jahrhunderts eröffnet wurde.

In ihrer Gesamtheit entstand die „Friedrich-Wilhelms-Nordbahn“ ab 1844. Die Teilstrecke von Hümme nach Grebenstein (Länge 11,48 km) wurde am 30.03.1848 eröffnet, eine weitere Teilstrecke von Kassel Hbf nach Grebenstein (Länge 20,59 km) am 29.08.1848.

(Quelle: Handbuch der deutschen Eisenbahnstrecken, Deutsche Reichsbahn 1935)

Die Bauarbeiten auf der Strecke Hümme - Haueda schließlich umfassten den Zeitraum Januar 1846 bis März 1848. Beim Bau der Eisenbahnstrecke musste das Diemelbett mehrfach verlegt werden. Eine Karte von 1861 zeigt sowohl die alte geschwungene als auch die neue begradigte Diemeltrasse.

Die ersten Lokomotiven auf der Strecke ("Hirsch" und "Sababurg") wurden von einer amerikanischen Firma (Firma Norris in Philadelphia) bezogen, bevor die erste einheimische Lokomotive ("Drache" zum Preis von 15.686 Talern) der Kasseler Maschinenbaufirma Henschel im Jahre 1848 auf der "Nordbahn" ihren Dienst aufnahm.

Diemelbett wurde mehrfach verlegt

Lamerder zuerst zu arm zum Zugfahren

Für die Bahn wurde sogar die Diemel verlegt[1]

Artikel in HNA-online vom 17.5.2013

Lamerden. Mit dem Bau der Friedrich-Wilhelms-Nordbahn erfolgte vor über 160 Jahren der größte bekannte Eingriff in den natürlichen Verlauf der Diemel in der Gemarkung Lamerden. Das Diemelbett musste mehrfach verlegt werden.

Zwischen der Feldflur „Insel“ in Lamerden und der Gemarkungsgrenze Eberschütz wurde für die Einrichtung Bahnstrecke der gesamte Flusslauf neu trassiert.

Die Bauarbeiten auf der Strecke Hümme-Haueda umfassten den Zeitraum Januar 1846 bis März 1848. Im Zuge dessen erhielt Lamerden auch eine Haltestelle, die aber wegen mangelnder Nutzung alsbald wieder geschlossen wurde.

Die verarmten Lamerder Einwohner konnten die erforderlichen Mittel für eine Fahrt in der „Eisenbahn“ in der Regel nicht aufbringen. Die Lamerder mussten zur Nutzung der Bahn viele Jahre die Bahnhöfe in Hümme oder Liebenau aufsuchen, berichtet der Heimat- und Geschichtsverein Lamerden.

1912 wurde die Haltestelle dann zum Bahnhof 4. Klasse ausgebaut und Überholungsgleise errichtet. Im Zuge der gleichen Maßnahme entstand auch ein Stellwerk in Höhe der heutigen Kläranlage. Die Bahnverwaltung wurde seinerzeit angewiesen, den Bahnhof Lamerden für den Güterverkehr auszubauen.

1957 erfolgte im Bahnhof Lamerden die Errichtung des 1. Gleisbildstellwerkes zwischen Kassel und Warburg, was das im Jahre 1912 errichtete Stellwerk entbehrlich machte.

Nach voll besetzten Zügen in den 50er, 60er und Anfang der 70er Jahre zeichnete sich durch die zunehmende Benutzung des Kraftfahrzeuges ein starker Rückgang im Personennahverkehr der DB ab, was eine Schließung des Bahnhofes bzw. der Haltestelle Lamerden im Jahre 1978 zur Folge hatte. Weitere Umbau- und Modernisierungsarbeiten am Gebäude und der Elektronik des Stellwerkes folgten im Laufe der Jahre durch die DB.

Im Juli 2007 verlor dann auch das Stellwerk Lamerden seine Aufgaben. Der komplette Streckenabschnitt Kassel - Harleshausen - Liebenau wurde vom neuen, elektronischen Stellwerk Warburg übernommen. (eg/tty)

Streckenführung im Altkreis Hofgeismar

Auf der Strecke von Warburg (Westfalen) nach Kassel lagen im Gebiet des Altkreises Hofgeismar folgende Stationen:

siehe auch

Weblinks und Quellen

  1. HNA-obline vom 17.5.2013: Für die Bahn wurde sogar die Diemel verlegt