Halit Yozgat

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NSU-Opfer Hali Yozgat

Der damals 21-jährige Halit Yozgat (* 1985) wurde am 6. April 2006 in seinem Internetcafé an der Holländischen Straße in Kassel erschossen. Er war das letzte Opfer der Mordserie Bosporus.[1] Er wurde mit zwei Schüssen aus einer Pistole ermordet. Yozgat kam in demselben Haus zur Welt, in dem er getötet wurde.[2]

Bennung eines Platzes nach Halit Yozgat

Halitplatz.jpg

Der Vater des ermordeten Halit Yozgat hat während einer Gedenkfeier in Berlin am 23. Februar 2012 für die Opfer der Neonazi-Mordserie erstmals den Wunsch geäußert, dass die Holländische Straße nach seinem Sohn benannt wird.[3] Am 3. April 2012 gab Kassels Oberbürgermeister Bertram Hilgen bekannt, dass der Platz an der Holländischen Straße/Mombachstraße gegenüber dem Philipp-Scheidemann-Haus nach Halit Yozgat benannt werden soll. Der Platz vor dem Hauptfriedhof liegt in unmittelbarer Nähe zum Tatort (Holländische Straße 82), wo Yozgat ermordet wurde.[4]

Der Platz an der Holländischen Straße/Ecke Mombachstraße wurde am 1. Oktober 2012 nach dem im April 2006 ermordeten Halit Yozgat benannt und eingeweiht. Sowohl das Schild Halitplatz als auch ein Gedenkstein für die zehn Opfer der Mordserie der rechtsterroristischen Gruppe NSU wurden öffentlich enthüllt. Vor 250 Menschen sagte Hessens Justizminister Jörg-Uwe Hahn, diese Entscheidung sei richtig gewesen.[5]

NSU-Prozess

Seit Mai 2013 wird in einem Gerichtsverfahren gegen Personen verhandelt, die mit dem Nationalsozialistischen Untergrund und der Mordserie in Verbindung stehen. Auch der Fall Yozgat wird verhandelt. Yozgat wurde der Anklage zufolge am 6. April 2006 von den Neonazi-Terroristen Uwe Mundlos und Uwe Böhnhardt in seinem Internetcafé in Kassel erschossen. Beate Zschäpe gilt als Mittäterin.

Ismail Yozgat, Halit Yozgats Vater, hat mit einem Plakat im Oberlandesgericht München am 1. Oktober 2013 erneut gefordert, dass die Holländische Straße in der Kasseler Nordstadt nach seinem ermordeten Sohn benannt wird. An dem Tisch, an dem Ismael Yozgat gesessen hat, war ein Foto seines Sohnes Halit angebracht, das ihn als Kind zeigte.[6] Am 2. Oktober 2013 - einen Tag später - appellierte Ayse Yozgat, Halit Yozgats Mutter, vor Gericht an Zschäpe: „Sie sind auch eine Dame. Ich spreche als Mutter von Halit Yozgat. Ich bitte Sie, dass Sie all diese Vorfälle aufklären. Weil Sie eine Frau sind, denke ich, dass die Frauen sich gegenseitig verstehen.“[7]

siehe auch

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Aus HNA.de vom 13. November 2011: "Dönermorde": Türken in Kassel haben Zweifel an Ermittlern
  2. Aus einem Interview der Zeit vom 14. April 2012: "Er starb in meinen Armen"
  3. Aus HNA.de vom 23. Februar 2012: Vater von Nazi-Opfer: Holländische Straße nach ermordetem Sohn benennen
  4. Aus HNA.de vom 3. April 2012: Neonazi-Opfer: Platz vor Hauptfriedhof wird nach Halit Yozgat benannt
  5. Aus HNA.de vom 1. Oktober 2012: Halitplatz eingeweiht - Minister Hahn entschuldigt sich
  6. Aus HNA.de vom 1. Oktober 2013: NSU-Prozess: Ismail Yozgat fordert erneut Halit-Straße
  7. Aus HNA.de vom 2. Oktober 2013: Mutter von NSU-Opfer appelliert an Zschäpe