HaFraBa

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ist der Begriff der seinerzeit in den Anfängen der Autobahnplanung für die "quer" durch das westliche Deutschland von Hamburg, bzw. Hansestädte über Frankfurt/Main nach Basel als Kürzel gewählt wurde. Schon 1926 wurde eine gleichlautende Gesellschaft gegründet. Die heutige Autobahn A7 die auf der damals "erdachten" Trasse verläuft, tangiert in Bettenhausen, also im Osten das Kasseler Stadtgebiet und hat mit den Anschlussstellen bei Heiligenrode, mit der B7 der Leipziger Straße in Bettenhausen und der stadtnah verlaufenden Autobahn A49 bei Lohfelden drei hervorragende Verkehrsanbindungen von/für Kassel.

Der Beginn für den Autobahnbau um Kassel kann eigentlich mit der Einrichtung einer diesbezüglichen Baubehörde am 1. Mai 1934 in Kassel als solcher festgehalten werden; wenn sicherlich auch erst noch Vorarbeiten nötig waren, gab es aber ganz bestimmt nicht diesen Aufwand an Planungsarbeiten und Genehmigungshürden wie heute!

Bevor ich wieder aus der seinerzeitigen "Festschrift", bzw. Dokumentation* zur Vollendung des "Sechsstreifigen Ausbaues der BAB A7"(s.Autobahn A7) vom "alten" Kasseler Kreuz bis zum Hattenbacher Dreieck (Abzweig der Autobahn A5 nach Frankfurt) komme, zitiere ich zuerst ein hohes Ziel vom Beginn des Autobahnbaues**, aus einem Aufsatz von 1937 über den Bau der Reichsautobahnen:

"Neuartig sind die Gesichtspunkte des Landschaftsschutzes, die bei allen Baumaßnahmen beachtet werden. Die Einheit und Schönheit der Natur soll nicht zerstört, Natur und Landschaft sollen dem Kraftfahrer, der die fertige Autobahn benutzt, nähergebracht und erschlossen werden. Der Anpassung der Autobahn an das Gelände, der Formschönheit der Bauwerke, der Erhaltung schöner Baumbestände, der Anpflanzung der Böschungen wird daher ein besonderes Augenmerk zugewandt".

Jetzt nun zu den Anfängen des "Autobahngedankens"; Zitat* aus vorgenannter Dokumentation des Landesamtes für Straßenbau in Ausführung durch Hessisches Straßenbauamt Kassel; Zuvor aber noch eine fast philosophische Betrachtung zum Straßenbau, ebenso in dieser Proschüre:

"Im Regelkreis Fahrzeug - Straße - Mensch unterliegen die technischen Bestimmungselemente des Straßenentwurfs dem gesellschaftspolitischen Wandel. (..) Zwar war das Gebot der Wirtschaftlichkeit ein wesentlicher Planungsgrundsatz, doch auch die "Einfühlung" in die Landschaft war formuliert und wurde beachtet: "Die Linienführung ist das Spiegelbild der Landschaft, durch welches die Straße zieht" (RAL 1937, Abschnitt 1)

Also, nun: "Ein Blick zurück"

"Die A7 (früher A10) zwischen Hamburg und dem Hattenbacher Dreieck (A7/A5) gehört zu den geschichtsträchtigsten Autobahnen in Deutschland.

Bereits Anfang der 20er Jahre (20stes Jahrh.) dachte man in Deutschland daran, die sich abzeichnende Motorisierung durch den Bau von besonders leistungsfähigen Straßen zu bewältigen. Verkehrswirtschaftliche Überlegungen führten 1926 zur Gründung des "Vereins zur Förderung der Autostraße Hansestädte - Frankfurt - Basel (HAFRABA)". Ein Jahr später, 1927, konzipierten die Planer der "Studiengesellschaft für den Automobilstraßenbau (STUFA)" für das Gesamte Staatsgebiet ein solches leistungsfähiges Straßennetz. Der HAFRABA-Verein präsentierte 1927/28 der Öffentlichkeit in einer Wanderausstellung das deutsche Autobahnnetz. Dieses Grundnetz hatte eine Länge von 6.000 - 7.000 km, es sollte im Endausbau 10.000 - 12.000 km umfassen.

Jetzt nur Stichworte: Der HAFRABA-Verein wurde 1933 in "Gesellschaft zur Vorbereitung der Reichsautobahnen (GEZUVOR) umgewandelt.(...) Analog der Organisation der Reichsbahn mit ihren Direktionen entstanden für das Tochterunternehmen Reichsautobahn "Oberste Bauleitungen", und zuständig für Entwurf, Bauvorbereitung und Bauüberwachung der Strecken in Nordhessen, Südniedersachsen, Westthüringen bis zur Grenze von Nordrhein-Westfalen.(...) Die nordhessische Teilstrecke der HAFRABA zwischen "Kasseler Kreuz" (A7/A44) und dem Hattenbacher Dreieck (A7/A5) mißt 58,2 km. Mit den Bauarbeiten wurde am 11.09.1934 begonnen, die Verkehrsfreigabe war am 01.10.1938.

Teilstücke wurden zwischendurch, je nach Fertigstellung, in Betrieb genommen, so zum Beispiel der Abschnitt Kassel - Göttingen am 20.07.1937, der Abschnitt Kassel - Homberg/Efze am 17.12.1937 und der Abschnitt Homberg/Efze - Aua (heute AS Bad Hersfeld/West) am 02.06.1938." Damit endet das Zitat; nur soviel noch: "Pommer im Knüll" und "Kreuzeiche vor Kirchheim", sind mit NN-Höhe um 450 m die höchsten "Erhebungen" und die größte Steigung beträgt 8 %, am "Guxhagener Berg" südlich der AS-Guxhagen!

- H.-J.Schulz,11.4.06 -