Hessische/Niedersächsische Allgemeine

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HNA Druckzentrum in Kassel-Waldau


Die Hessische/Niedersächsische Allgemeine (HNA) ist eine Tageszeitung für den Bereich Nordhessen und Südniedersachsen. Herausgeber ist der Verlag Dierichs GmbH & Co KG.

Bis 1975 hieß die HNA Hessische Allgemeine. Diese war 1959 aus der Fusion der Hessischen Nachrichten und der Kasseler Zeitung entstanden.

Die verkaufte Auflage beträgt rund 189.000 Exemplare (2013).

Inhaltsverzeichnis

Aus der Geschichte der HNA

In Kassel erscheint am 28. April 1945, herausgegeben von der US-Militärregierung die erste Ausgabe der "Hessischen Post", welche sechs Seiten umfasst.

Am 26. September des Jahres wird W. Bartels, F. Schmidt, A.H. Berning, G. Römer und Dr. W. Pöschl von der amerikanischen Militärregierung die Lizenz zur Herausgabe der "Hessische Nachrichten|Hessischen Nachrichten" (HN) als sechster deutscher Zeitung in der amerikanischen Besatzungszone im ehemaligen Gebäude der Kasseler Post am Brüder-Grimm-Platz erteilt.

Die Auflage steigt von 250.000 auf 260.000 Stück, wird aber zugunsten anderer Zeitungen auf 150.000 Stück gesenkt.

Das Blatt erscheint zwei bis dreimal pro Woche und man ist „froh über jedes Stück Papier, das man bedrucken kann“

(Quelle: 50 Jahre HNA vom 22. September 1995)

1945: Hessische Nachrichten - Die Zeitung als Pfeiler der Demokratie

HNA Druckzentrum
in Kassel-Waldau
HNA-Druckzentrum
Tag der offenen Tür 2008
mit der "Jazz-Polizei"
HNA-Druckzentrum
Tag der offenen Tür 2008
mit "Gerd der Gaukler"

Das Kriegsende in Kassel bedeutet auch das Ende der "Kulaz". Die "Kurhessische Landeszeitung" ist seit April 1943 die einzige Zeitung, die die Bevölkerung mit Informationen versorgt. Objektiv sind die Nachrichten schon lange nicht mehr – die Landeszeitung ist das Zentralorgan der Gauleitung, die Nationalsozialisten haben die anderen Zeitungen längst verboten oder gleichgeschaltet.

Die Amerikaner geben kurz nach ihrem Einmarsch die "Hessische Post" heraus, am 26. September können die Kasseler für 20 Reichspfennig zum ersten Mal die "Hessischen Nachrichten" erwerben – die sechste deutsche Zeitung in der amerikanischen Besatzungszone. Unter der Überschrift "An unsere Leser" schreiben die Lizenznehmer Wolfgang Bartels, Fritz Schmidt, August H. Berning, Gustav Römer und Dr. Wolfgang Poeschl, daß die Redaktion "den Willen aller antifaschistischen Richtungen Kurhessens zu gemeinsamer Arbeit" widerspiegele.

Ganz klar sieht sich die HN als Pfeiler der Demokratie und widmet einen großen Teil ihrer Ausgaben Berichten über die Greuel des Naziregimes und der Notwendigkeit eines demokratischen Staatswesens.

Daß außer großer Weltpolitik auch das Leben im Kleinen weitergeht, ist an den vielen Nachrichten, die zwischen die Aufmacher gestreut sind, abzulesen. Da wird erklärt, warum die Versorgung mit Wasser und Strom noch nicht reibungslos funktioniert, da bittet das Theater darum, Bücher und Noten zu spenden.

Mit den Urania-Tonlichtspielen verfügt Kassel seit dem 21. September wieder über ein Kino. Vor allem Wochenschauen werden gezeigt, nach und nach bereichern aber auch Spielfilme das Programm. Laut Anzeigenteil der Hessischen Nachrichten wird die Vorführmaschine beispielsweise am 10. November für "Urlaub vom Himmel" angeworfen – einen "äußerst spannenden Film von Liebe, Boxen, Mystik und Seelenwanderung".

Ansonsten besteht der Anzeigenteil vor allem aus Annoncen, in denen Tauschgeschäfte vorgeschlagen werden. "Biete Nähmaschine, suche Herd" ist zu lesen, oder auch "biete Ziege, suche Läuferschwein".

Die Jahre 1946 bis 2002

Am 29. Oktober 1946 erscheint die erste Ausgabe der „Kasseler Zeitung“.

Da es die Papierlage nach bisherigen Papierschwierigkeiten und Papierknappheit gestattet, erscheinen HN und Kasseler Zeitung ab dem 1. September 1948 täglich außer Sonntags. Am 21. Juni 1952 wird das neue Druck- und Verlagshaus der HN in der Friedrichstraße bezogen.

Hessische Nachrichten und Kasseler Zeitung schließen sich am 27. April 1959 zur "Hessischen Allgemeinen" (HA) zusammen, welche mit ihrer Auflage von über 100.000 Stück neben der Frankfurter Tageszeitung die größte Zeitung in Hessen wird. Sie will den Lesern "infolge der Verstärkung der verlegerischen und publizistischen Möglichkeiten beider Verlagsunternehmen [...] ein Höchstmaß an Leistungen bieten." (Kasseler Zeitung Nr. 97 vom 27. April 1959). Die Tradition der HN als große überparteiliche, unabhängige, sozial fortschrittliche Zeitung soll fortgesetzt werden.

Am 25. Februar 1969 übernimmt die HA die Zeitung "Kasseler Post", die zuvor bis auf den politischen Teil einheitliche Berichterstattung, einen gemeinsamen Sportteil und eine Anzeigengemeinschaft mit der HA hatte.

Am 6. Februar 1970 läuft die größte Vierfarben-Offset-Maschine in Nordhessen im Werk Offset Bettenhausen der D+V, Kassel mit acht Druckwerken an.

In der Frankfurter Straße zwischen Park Schönfeld und Bahnhof Niederzwehren wird am 10. September 1971 der Grundstein für das Presse- und Druckzentrum gelegt. Der Richtbaum über dem PDZ wird am 23. September 1971 gesetzt, es soll rund 1.000 Beschäftigten "einen Arbeitsplatz in modernen Räumen und an technisch hochwertigen Maschinen bieten" (Hessische Allgemeine Nr. 221 vom 24. September 1971). Am 2. Juni 1972 stellt sich die Hessische Allgemeine im "Berliner Format" vor, dessen Seitengröße mit 31,5 x 47 cm besonders "griffig" ist. Am 19. Juni 1972 ist dann der Umzug ins neue PDZ geschafft.

Nachdem der Verlag 1972 das von Werner Hasper entworfene Presse- und Druckzentrum in der Frankfurter Straße bezogen hatte, wurde 1974 aus der HA die HNA (Hessische/Niedersächsische Allgemeine).

Da sie auch für niedersächsische Leser zur alltäglichen Zeitung geworden ist, will die HA als Hessische/Niedersächsische Allgemeine in der Öffentlichkeit gesehen werden, und so wird am 2. Januar 1974 aus der "alten großen HA" eine "neue größere HNA". Die Hessische/Niedersächsische Allgemeine (HNA) wurde am 2. Januar 1974 umbenannt. Grund war eine zunehmende Leserzahl aus dem südniedersächsischen Raum. Beim Verkauf der SPD-eigenen Hannoverschen Presse an die Madsack-Gruppe übernahm die Hessische Allgemeine deren südhannoversche Ausgaben: Neben der Göttinger Allgemeinen (ursprünglich Göttinger Presse) , die später eingestellt wurde, gelangten die Northeimer Neuesten Nachrichten (mit der Sollinger Allgemeinen), die Duderstädter Volkszeitung und die Mündener Nachrichten zum Verlagshaus Dierichs.

In der Jubiläumsausgabe "50 Jahre HNA" vom 22. September 1995 wird beschrieben, die Zeitung sei "umfangreich, oft sogar ein recht dickes Paket, die Informationen so vielfältig wie ihre Quellen, Bilder sind zahlreich, mittlerweile oft farbig, redaktioneller Inhalt und Anzeigen ergänzen sich zu einem umfassenden, breit gefächerten regionalen Informationsmedium". Der Gründer und langjährige Verleger und Herausgeber der HNA, Dr. Paul Dierichs, stirbt am 2. November 1996 im Alter von 95 Jahren. Sein Nachfolger Rainer Dierichs machte die HNA zu einer weit über die Grenzen der Region hinaus bekannten und anerkannten Zeitung. Er starb am 11. August 2007 im Kasseler Marienkrankenhaus im Alter von nur 67 Jahren.

Ab dem 19. August 1998 gibt es die HNA bereits online. Es entstehen zu diesem Zeitpunkt am Ende eines Arbeitstages gegen 21 Uhr bis zu 70 Meldungen aus sechs verschiedenen Regionen im Internet.

Im Jahre 2002 wird der Verlag Dierichs GmbH & Co KG von der Ippen-Gruppe übernommen.

Mit der Aktion "Wir machen die HNA besser" bekommt die HNA 2002 ein neues Layout, der Zeitungstitel wird aufgefrischt, der Umfang an Berichten im Bereich Region verdoppelt, der Lokal- und Regionalsport ausgeweitet.

Jubiläumsjahr 2009

50 Jahre war es im Jahre 2009 her, dass die Kasseler Zeitung und die Hessischen Nachrichten zur "Hessischen Allgemeinen" verschmolzen wurden.

Aus diesem Anlass erschien ein 80-seitiger Sonderdruck:

Quelle: www.hna.de

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thumb"Redner Bode" vor der HNA Geschäftsstelle in der Uslarer Fussgängerzone Lange Straße
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siehe auch

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