Hümme

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Hümme
Hümme-Kirche 0287.jpg
Die evangelische Kirche in Hümme
Basisdaten
Landkreis: Kassel
Stadt: Hofgeismar
Einwohner: ca. 1.600
Internet:

Hümme ist ein Stadtteil von Hofgeismar mit etwa 1.600 Einwohnern.

Die ehemals selbständige Gemeinde liegt im Landkreis Kassel in Nordhessen.

Geografie

Lage

Hümme liegt etwa 6 km nördlich der Kernstadt Hofgeismar und etwa 35 km nördlich von Kassel.

Durch den Ort fliest die Esse.

Verkehrsanbindung

Hümme liegt an der Bundesstrasse B 83.

Der Ort an der Bundesbahnstrecke Kassel - Dortmund verfügt über einen eigenen Bahnhof.

Geschichte

Aus der Ortsgeschichte

Hümme wird zu den ältesten Siedlungen im Kreis Hofgeismar gezählt. Unter anderem stieß man beim Eisenbahnbau im Jahre 1846 auf ein Urnenfeld aus vorchristlicher Zeit.

Bereits im 9. Jahrhundert wird Hümme urkundlich erwähnt. Urkunden aus dieser Zeit dokumentieren die Schenkung von Gütern in Hümme an das Kloster Fulda und das Kloster Corvey. Neben der Herren von Eberschütz, den späteren Edelherren von Schöneberg, begegnet man in geschichtlichen Quellen aus dieser Zeit auch den Herren von Hummi.

Um 1200 bestanden zwei Wirtschaftsgemeinschaften von Hümmer Bauern, die - je nach Zugehörigkeit zu ihrer Herrschaft - Abgaben und Dienste zu leisten hatten. Im Jahre 1220 ist der Ort Teil der Grafschaft von Dassel. Die Tochter des Grafen heiratete im gleichen Jahr Berthold von Schöneberg.

Nach der Zerstörung der ursprünglich zweigeteilten Ortschaft (Hümme und Haldungen am Mühlenberg) im Jahre 1462 bestellten die Bewohner zunächst von Hofgeismar her ihre Äcker, bevor die Ortschaft neu aufgebaut wurde.

Es entstand ein typisches Haufendorf mit Anklängen an ein Runddorf. Noch heute ist zu erkennen: den Kern des alten Ortskerns bilden zwei Hausinseln, in einer davon steht die Kirche, um die andere scharen sich halbkreisförmig weitere Häuser.

Als erster evangelischer Pfarrer wird 1546 Conrad Lemming vermerkt, einige Jahre zuvor noch Barfüßermönch in Hofgeismar.

Unter dem Dreißigjährigen Krieg haben auch die Bewohner von Hümme stark gelitten. Nur etwa die Hälfte der Häuser war bei Kriegsende noch vorhanden.

Die heutige evangelische Kirche im Hümme wurde erst im Jahre 1770 als schlichter einschiffiger Kirchbau errichtet. Die Laterne des mittelalterlichen, gotischen Wehrturms stammt ebenfalls aus dem 18. Jahrhundert.

Hümme - Ortsansicht

Landgraf Karl verfolgte zu Beginn des 18. Jahrhunderts den Plan, die Weser bei Sieburg (dem späteren Carlshaven) mit der Fulda durch einen Kanal zu verbinden. Nachdem zunächst damit begonnen wurde, die Diemel schiffbar zu machen, wurde mit den eigentlichen Kanalbauarbeiten ab 1720 begonnen.

Die Pläne des Landgrafen erwiesen sich aber als wenig erfolgreich, so dass nach seinem Tod im Jahre 1730 der weitere Kanalausbau aufgegeben wurde. Ein von zwei Pferden gezogenes kleines Marktschiff, so heißt es, brauchte von Karlshafen bis Trendelburg im Jahre 1727 einen ganzen Tag, weil es immer wieder flottgemacht werden musste. Und in Hümme ist kaum eines dieser Schiffe jemals angekommen.

Die ursprünglich gute Verkehrslage an der alten Bremer Poststraße verlor der Ort, nachdem die Straße ab 1730 über Schöneberg geführt wurde, offensichtlich um das neu entstandene Bad Gesundbrunnen bei Hofgeismar anzubinden.

Etwa ein Jahrhundert später wurde Hümme dann Knotenpunkt der neuen Eisenbahnlinien, die nach Westfalen und zur Weser (nach Karlshafen) führten.

Mit dem Ausbau der Carlsbahn, einer Eisenbahnstrecke von Hümme nach Karlshafen wurde am 1. Juli 1845 begonnen und am 30. März 1848 wurde die fertiggestellte Strecke eröffnet, gleichzeitig mit dem 11,5 Kilometer langen Teilstück der Friedrich-Wilhelms-Nordbahn zwischen Hümme und Grebenstein.

Am 6. März 1849 wurde dann ein weiteres Teilstück zwischen Hümme und Haueda in Betrieb genommen. Dieser Schienenstrang führte später aus Richtung Kassel über Hümme in Richtung Warburg zur Königlich-Westfälischen Eisenbahn.

Die beiden Strecken der Friedrich-Wilhelms-Nordbahn und der Carlsbahn waren die ersten Eisenbahnlinien im Kurfürstentum Hessen.

Als Dorf am Mühlenbach mit bäuerlichen Fachwerkhäusern präsentiert sich der Ort auf alten Ansichten zum Ende des 19. Jahrhunderts. Nach der Eröffnung der Eisenbahnstrecke kamen die Bahnarbeitersiedlung und kleinere Arbeiterhäuser hinzu.

Der Bahnhof in Hümme wurde 1897 erichtet. Er liegt an der zweigleisigen Eisenbahnstrecke Warburg - Hofgeismar - Kassel (aus Richtung Aachen bei km 313,1). Er war einst der bedeutendste Bahnhof im Kreis Hofgeismar, weil er fast 140 Jahre lang als Knotenpunkt zur Verbindung zweier Bahnstrecken diente.

Bahnhof Hümme

Hümme hatte ein eigenes Bahnbetriebswerk und weil viele Einwohner bei der Bahn Arbeit fanden, wurde Hümme als Eisenbahnerdorf bekannt.

Die weitere Bahnverbindung von Hümme nach Bad Karlshafen wurde zum 25. September 1966 für den Personenverkehr eingestellt. Vorübergehend fand dann noch der Güterverkehr bis Trendelburg statt.

Die evangelische Kirche verfügt über einige Werke des Künstlers Wilhelm Hugues, der lange Jahre bis zu seinem Tod in Hümme gewohnt hat. Von ihm stammt etwa das Taufbecken der Kirche.

Die katholische Kirche des Ortes ist deutlich jüngeren Baujahrs und wurde erst 1960 nach den Plänen des Architekten Chr. Hartmann aus Warburg erbaut. Ein Jahr zuvor hatte der gleiche Architekt die Kirche St. Marien in Hofgeismar entworfen. Nach dem Zweiten Weltkrieg war die Zahl der katholischen Bevölkerung durch den Zuzug vieler Flüchtlinge Gebiet des ehemaligen Kreis Hofgeismar stark angestiegen, so dass zahlreiche neue Kirchen für die katholische Bevölkerung errichtet wurden.

Im Jahre 1966 wurde in Hümme eine neue vierklassige Grundschule errichtet.

Nach der hessischen Gebietsreform wurde Hümme im Jahre 1971 ein Stadtteil von Hofgeismar.

Im Jahre 1999 bildete sich die Initiative Hümme ”Unser Dorf” zur Teilnahme am Hessischen Wettbewerb ”Unser Dorf”.

Dorfscheune Hümme

Mit der Dorfscheune Hümme ist ein Ort entstanden, an dem auch kulturelle Veranstaltungen stattfinden, etwa im Juli 2009 eine Ausstellung mit bildenden Künstlern aus dem Landkreis Kassel mit Kunstobjekten von Monika Bodenmüller, Karin Bohrmann, Katharina grote Lambers, Karl F. Hofeditz, Cordula Klose, Pit Morell, Georg Roth, Charlotte Schütz und Rolf Steiner.

Historische Dorferkundung Hümme

Der Rundgang „historische Dorferkundung Hümme“ stellt an 30 Standorten die historische Ortssituation in einen Vergleich zu heute. Aber auch Informationen über archäologische Funde in Hümme, die Ortsentwicklung im Mittelalter und die Bahngeschichte des heutigen Hofgeismarer Stadtteils gehören zum Eco-Pfad, der im Mai 2012 eröffnet wurde.

siehe auch:

Weltrekord 2012

"Längstes Live-Medley der Welt: Hümme hat Weltrekord geschafft", hieß es am 18.5.12 in HNA-online. 40 Bands hatten zwölf Stunden ohne Unterbrechung auf einer Bühne am Sportplatz in Hümme gespielt und der Hofgeismarer Ortsteil steht damit im Guinnessbuch der Rekorde.

Kirchen

Literatur

  1. Liesel Kontze: Beiträge zur älteren Geschichte von Hümme, in: Heimatjahrbuch für den Kreis Hofgeismar 1959, S. 82 ff.
  2. Kreis Hofgeismar: Handbuch des Heimatbundes für Kurhessen, Waldeck und Oberhessen III, Marburg/Lahn 1966, S. 146 ff.
  3. „Hümme – ein Dorf am Mühlenbach“, in: Alt-Hofgeismar – Bilder aus einer vergangenen Zeit 1870–1925, herausgegeben und erläutert von Helmut Burmeister und Klaus-Peter Lange, Hofgeismar 1979, S. 48
  4. Lutz Münzer, Ulrike Taenzer, Mit der Eisenbahn von Hümme nach Carlshafen, Werl 2001
  5. Peter Nissen/ Initiative Hümme "Unser Dorf", Historische Dorferkundung Hümme, Hofgeismar 2006
  6. Region Kassel Land e.V. (Hrsg.), Unterwegs im Reinhardswald - 52 Wege und Ziele, Wolfhagen 2011

Persönlichkeiten

Sehenswürdigkeiten

Die katholische Kirche St. Dominikus in Hümme

Sehenswürdigkeiten am Ort

Sehenswürdigkeiten in der Umgebung

Schule

siehe auch

Wiesenbergschule

Vereine und Verbände

Hümme - Gasthaus Busch und Edeka-Markt
Hümme - Ortsansicht

Freiwillige Feuerwehr

Weitere Vereine

ASV Hümme

Die Teichanlage des ASV Hümme liegt in der Nähe der Wiesenwegstrasse.

Geschichtskreis

  • Geschichtskreis 1995 Hümme

Initiative "Unser Dorf"

Radfahrerverein

TSV Hümme

SPD-Ortsverein

Volkschor Hümme

  • Volkschor 1874 Hümme

Weitere Informationen

Hümme will den Weltrekord: Vierzig Bands spielen zwölf Stunden, meldete HNA-online am 11.5.2012. Hintergrund war die Absicht der Vereinsgemeinschaft Hümme einen Weltrekord auf die Füsse zustellen. Das wird sich am Freitag, 18. Mai, entscheiden. Bei einem „Chords for Record“ werden ab 10 Uhr 40 Bands zwölf Stunden ohne Unterbrechung auf einer Bühne spielen. Ziel ist „Das längste Live-Medley der Welt“.

Wandern und Radwandern

Die Esse bei Hümme
Blick vom Scheiben-Berg (Richtung Dingel) nach Hümme

Einkehrmöglichkeiten gibt es in Hümme im Gasthaus "Zum Löwen" (Essestr. 10) und im Gasthaus "Zum Stern" der Familie Busch (Hauptstr. 46).

Radwandern

Tourenvorschläge:

Die dazugehörende Internetseite zählt viele Sehenswürdigkeiten an der Diemel auf.

Wandern

Wandertipps:

Weblinks