Hölleberg

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Hölleberg und Flugplatz Hölleberg

Auf dem Hölleberg - in der Nähe von Deisel und Langenthal - befindet sich auf 260 m Höhe neben einem Naturschutzgebiet ein Fluggelände für Segel- und Motorflugzeuge sowie ein Motocross-Gelände.

Flugplatz Hölleberg

Auf dem Hölleberg befindet sich der Flugplatz Hölleberg. Der Sonderlandeplatz wird vom Luftsportverein Hölleberg betrieben.

Starts und Landungen im Minutentakt konnten die Besucher beim Flugplatzfest am Hölleberg im Jahre 2011 verfolgen. Besonders bei bestem Sommerwetter am Samstag (3.9.) zogen nach einem Bericht in der HNA die einmotorigen Maschinen vom Doppeldecker bis zur Cessna, aber auch Motordrachen und ein Tragschrauber, die Blicke auf sich.

Kalkmagerrasen und Blütenpracht

Am "Stahlberg und Hölleberg" befindet sich das grösste zusammenhängende Kalkmagerrasenvorkommen in Hessen, das durch großen Reichtum an Blütenpflanzen gekennzeichnet ist.

Der Hölleberg ist eine Aufwölbung von Muschelkalk und das heutige Naturschutzgebiet auf dem Berg bietet mit seinen Orchideen und Enzianen eine sehenswerte Artenvielfalt.

Das Naturschutz- und Flora-Fauna-Habitat-Gebiet Stahlberg/Hölleberg gehört mit über 140 ha zu den größten zusammenhängenden Kalkmagerrasenflächen im Diemeltal und war mit seiner Schutzgebietsausweisung 1992 das 500ste Naturschutzgebiet in Hessen. Im Auftrag der Oberen Naturschutzbehörde beim Regierungspräsidium Kassel pflegt das Forstamt Reinhardshagen das Naturschutzgebiet nach vorgegebenem Pflegeplan.

Weiter Blick und ein Rätsel

Der Hölleberg heißt eigentlich Helleberg, verrät aber nicht gern warum

von Markus Löschner

Artikel in der HNA - Ausgabe Hofgeismar vom 18.8.2010

Deisel. Es ist einer dieser Orte, an dem sich die historischen und landschaftlichen Besonderheiten im Dreiländereck auf einen Blick erschließen: Wo sonst sehen Sie die Krukenburg, das Wasserschloss Wülmersen und die Trendelburg mit einem Mal? Sie blicken weit über die Berge des Solling, schauen über die Diemel auf Mordkammer und Reinhardswald, sehen zwischen Schöneberg und Deiselberg hindurch zum Westberg bei Hofgeismar und weiter in Richtung Kassel. Die Ortschaften Deisel, Trendelburg und Stammen breiten sich unter Ihnen aus. Es ist der etwa 260 Meter hohe Hölleberg zwischen Deisel und Langenthal, der dieses einzigartige Panorama bietet.

Im Gegensatz zu seinem vulkanischen Nachbarn Deiselberg ist der Hölleberg eine Aufwölbung von Muschelkalk. So findet sich heute ein Naturschutzgebiet auf dem Berg, das die Artenvielfalt des Kalkmagerrasens mit seinen Orchideen und Enzianen bewahren soll.

Neben der Natur ist der zu Deisel gehörende Hölleberg außerdem für seinen Flugplatz bekannt. Seit den 1930er Jahren gab es hier Segelflugbetrieb, seit mehr als 40 Jahren betreibt der Luftsportverein Hölleberg den Platz, auf dem hauptsächlich einmotorige Sportflugzeuge, Doppeldecker und Ultraleichtflugzeuge starten und landen.

Und warum heißt der Hölleberg nun eigentlich Hölleberg? Die Frage löst fast überall Achselzucken aus. Mit Unterstützung des Deiseler Heimatvereins und mehrerer Heimatforscher haben wir versucht, uns einer Antwort anzunähern. Eigentlich heißt der Berg Helleberg. Der Name ist in Deisel noch verbreitet und taucht in Texten und vor allem in alten Karten auf. Die Namensänderung hat auch den Hellebach und die im Volksmund „Helle“ genannte Senke betroffen, in der heute die B83 in mehreren scharfen Kurven den Bach überquert. „Wer von Trendelburg nach Bad Karlshafen will, muss durch die Hölle“, heißt es.

Heller Punkt in Landschaft
Für den Namen Helleberg liefert der Deiseler Walter Dilling folgende, ihm überlieferte Erklärung: Der Berg sei im 13. Jahrhundert durch das Helmarshäuser Kloster zur Schaf- und Ziegenhaltung gerodet worden. Aus der bewaldeten Umgebung stach er dadurch besonders hell aus dem Landschaftsbild heraus, vor allem, wenn der Schwarzdorn im Frühling weiß blühte. Ebenfalls aus dem Mittelalter ist der Name eines Hofes Helle bei Deisel belegt. Helleberg – der helle Berg also ?

Name ist viel älter
Hans-Wilhelm Wolff, ehemaliger Deiseler Pfarrer, hat sich intensiv mit der Geschichte des Ortes beschäftigt und hält diese Deutung für gewagt. Er vermutet einen viel älteren Ursprung für den Namen. Erste Hinweise auf die Besiedelung Deisels gibt es bereits durch Funde aus der Bronzezeit (700 v.Chr.), später deuten Schutzwälle an Burgberg und Hölleberg auf die Auseinandersetzungen zwischen Franken und Sachsen im Weser-Diemelraum im 8. Jahrhundert hin.

Der Name des Berges könnte also auch germanischen Ursprungs sein. Der moderne Begriff Hölle hat zudem seine Wurzeln im Germanischen: „Hel“ ist dort der Name des unterirdischen Totenreiches und seiner Herrscherin, das mittelhochdeutsche Wort lautet „Helle“. Die Entwicklung des Wortes könnte auch den Namenswechsel von Helleberg zu Hölleberg erklären – aber auch hier warnt Pfarrer Wolff vor allzu schnellen Schlüssen. Durch mündliche Überlieferung, Dialekte und die spontane Anpassung von Namen, die nicht mehr verständlich waren, solle man solchen Änderungen keine zu große Bedeutung beimessen. Helle oder Hölle - Licht oder dunkles Totenreich: der Hölleberg behält sein Geheimnis zunächst für sich.

Lesetipp: „Dorfleben - Ein Blick in die Geschichte von Deisel“. Herausgegeben i. A. des Deiseler Heimatvereins e. V. - Verlag des Antiquariats Schäfer, Bad Karlshafen 2005.

siehe auch

Weblinks