Häuser in Korbach: Jugendherberge

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Ein Haus aus der neueren Geschichte der Stadt finden wir in der Enser Straße, unmittelbar vor dem alten Enser Tor. Es beherbergt seit 1985 die Jugendherberge.


Das erste Krankenhaus der Stadt

Ein Haus aus der neueren Geschichte der Stadt Korbach finden wir in der Enser Straße, unmittelbar vor dem alten Enser Tor. Es beherbergt seit 1985 die Jugendherberge. Man sieht es dem Haus heute nicht mehr an, dass es ursprünglich ein Doppelhaus war. Der südliche Teil wurde 1866 bis 1869 nach Plänen des Kreisbaumeisters Brumhard aus Bad Wildungen für die Hospital-Stiftung errichtet. Nachdem das alte Hospital in der Klosterstraße nahezu baufällig geworden war, musste ein Neubau in Angriff genommen werden. Die Hospital-Stiftung geht zurück auf den Ritter Heinrich Megedeveld. Sie besteht seit 1349 und ist somit die älteste Stiftung der Stadt Korbach.

Der nördliche Teil des Hauses, der an den Katthagen grenzt, wurde zwei Jahre später begonnen und Anfang 1884 bezogen. Auch hier handelt es sich um eine Stiftung. Wilhelmine Rüdiger hatte 1859 ihr Vermögen von über 20000 Talern der Stadt Korbach vermacht mit der Auflage, ein Krankenhaus zu bauen. Die „Rüdiger-Heilanstalt” war das erste Krankenhaus der Stadt. Die Rüdiger-Stiftung hatte den Baugrund 1870 erworben. Sie ließ das hier stehende frühere Pforthaus des Enser Tores abreißen. Nachdem der Bedarf an Krankenhausbetten aufgrund steigender Einwohnerzahlen immer größer geworden war und das Raumangebot nicht mehr ausreichte, wurde vor der Stadt am Ende der Enser Straße für das Krankenhaus ein Neubau errichtet, der im Laufe der Jahre ständig erweitert werden musste. Die heutige städtische Hessenklinik geht zurück auf die Stiftungen von Wilhelmine Rüdiger und Zimmermeister Friedrich Bangert, der 1943 eine Stiftung von damals 226000 Reichsmark einbrachte. Die Stadt Korbach hält das Gedächtnis beider Stifter in Ehren, indem sie zwei Straßen nach ihnen benannte. Nachdem die Hospital-Stiftung 1910 das angrenzende Gebäude der Rüdiger-Stiftung gekauft hatte, konnten beide Häuser vereinigt werden. Sie beherbergten bis 1984 das Altersheim der Hospital-Stiftung. Der zum Hospital gehörende Landwirtschaftsbetrieb wurde im Zuge der Aussiedlungsmaßnahmen in den fünfziger Jahren vor die Stadt verlegt. Scheune und Ställe wurden abgerissen. Auf der dem Katthagen zugewandten Seite entstand ein Anbau, der eine erhebliche Erweiterung des Altersheims ermöglichte. Der bisherige Hospitalgarten konnte in die städtischen Grünanlagen entlang der Stadtmauer einbezogen werden. Seitdem gibt es einen Spazierweg vom Enser Tor zum Dalwigker Tor.

Unter dem Giebel der Rüdiger-Heilanstalt befand sich das Wappen der Familie Rüdiger: Ein Adler, der einen Anker hält. Auf dem Wappenschild erkennt man ein „R” (für Rüdiger). Im Giebelfeld des Hospitals war das Wappen der Neustadt angebracht: Über dem halben Waldecker Stern eine Bischofsfigur mit drei segnend aufgerichteten Fingern. Dieses Wappen hat man vermutlich vom alten Hospital am Tränketor mitgebracht. Beide Wappen wurden bei den Renovierungsmaßnahmen Mitte der achtziger Jahre entfernt und in die angrenzende Stadtmauer am Enser Tor eingemauert.

Die Serie

Die Serie über markante Häuser in Korbach ist zwischen 1995 und 2000 in der HNA Waldeckische Allgemeine erschienen. Im Jahr 2002 erschien die Serie zudem als Buch unter dem Titel: Korbacher Bauten erzählen Geschichte - meine Stadt.

Der Autor

Der Korbacher Hans Osterhold beschäftigt sich schon lange mit heimatkundlichen Themen. Für die HNA hat der Museums- und Stadtführer mehrere historische Serie geschrieben.