Häuser in Korbach: Haus Rube

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Stilistisch ist dieser bemerkenswerte Bau nur schwer einzuordnen. In seinem Gesamteindruck erinnert er an Spätklassizismus oder auch an italienische Villen-Architektur.

Unikat am Rand der Altstadt

Am Ausgang der Dalwigker Straße, zwischen den Stadtmauern, direkt am Dalwigker Tor, finden wir ein Haus, das in Korbach ein wahres Unikat darstellt. Wenn es auch noch gerade zur Altstadt gezählt werden kann, so ist es doch erheblich jünger als die Fachwerkbauten an der vom Marktplatz ausgehenden Dalwigker Straße. Stilistisch ist dieser bemerkenswerte Bau nur schwer einzuordnen. In seinem Gesamteindruck erinnert er an Spätklassizismus oder auch an italienische Villen-Architektur.

Was den Erbauer dieses Hauses, den aus der bekannten Korbacher Familie Rübe stammenden Advocat und Hofgerichtsprocurator Carl Rübe, geb. 1812, bei der Wahl einer solchen ausgefallenen Architektur inspiriert haben mag, ist uns nicht bekannt.Er ließ es, nachdem er Kreisgerichtsdirektor in Korbach geworden war, im Jahr 1866 auf einem verhältnismäßig großen Areal zwischen den Stadtmauern erbauen. Carl Rubes Elternhaus befindet sich noch heute in der Dalwigker Straße 1. Seine Eltern waren Hofrat Dr. med. Friedrich Rübe und Luise, geb. von Rhena. Nach seinem Tod (1837) fiel das Anwesen an seinen Sohn, den Geheimen Justizrat Walter Rübe, von dem es 1923 eine Erbengemeinschaft, bestehend aus den fünf Kindern Walter Rubes, übernahm. Zuletzt wurde das Haus von den beiden ledig gebliebenen Töchtern Elisabeth und Alwine bewohnt. Tochter Marie-Luise war mit dem Pfarrer Bork verheiratet, der als Emeritus ebenfalls hier wohnte. Die Erben verkauften das Anwesen an die Stadt Korbach, von der es Mitte der siebziger Jahre die Kreishandwerkerschaft Waldeck-Frankenberg erwarb. Gründliche Renovierungen ließen das Haus am Eingang zur Altstadt zu einem wahren Schmuckstück werden. Zum 1. Januar 1997 wurde das Haus verkauft. Seit dem Auszug der Kreishandwerkerschaft befinden sich darin Büros einer Immobilien- und Unternehmensberatungsfirma.

Die Serie

Die Serie über markante Häuser in Korbach ist zwischen 1995 und 2000 in der HNA Waldeckische Allgemeine erschienen. Im Jahr 2002 erschien die Serie zudem als Buch unter dem Titel: Korbacher Bauten erzählen Geschichte - meine Stadt.

Der Autor

Der Korbacher Hans Osterhold beschäftigt sich schon lange mit heimatkundlichen Themen. Für die HNA hat der Museums- und Stadtführer mehrere historische Serie geschrieben.