Häuser in Korbach: Gasthaus Kappel

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Der erste Wirt in diesem Hause war Wilhelm Cappel, der 1845 das Haus von seinem Vater erbte. Wilhelm Kappel, Gast- und Landwirt, der 1943 Else Hartwig aus Nieder-Ense geheiratet hatte, war ab 1952 in der achten Generation Besitzer des Hauses.
Auf der Stechbahn, schräg dem Rathaus gegenüber, befindet sich seit Generationen ein Gasthaus, das die Korbacher nach alter Gewohnheit noch immer das Gasthaus Kappel nennen. Dieses mehrfach umgebaute zweistöckige Fachwerkhaus wurde 1693 auf einer Brandstätte errichtet.

Geschichte

Das abgebrannte Haus des Bäckermeisters Johannes Krösen war beim großen Korbacher Stadtbrand von 1664 ein Raub der Flammen geworden.

Eine Inschrift am Quergebälk des Hauses gibt Auskunft über den Erbauer: DIDERICH KAPPEL UNDT ELISABET SEINE ELICHE HAUSFRAU HABEN GOTT VERTRAUET UND DIS HAUS GEBAUET ANNO 1693 DEN 30 MAIUS. ALE DIE MICH KENEN DEN GEBE GOTT WAS SIE MIR GÖNNEN.

Mitbesitzer des Hauses war Schwiegersohn Valentin Nicolai, der Kappels einzige Tochter Anna Maria geheiratet hatte. Nachdem Dietrich Kappels erste, etwa zwölf Jahre ältere Ehefrau Elisabeth verstorben war, heiratete er als über 60-Jähriger seine 35 Jahre jüngere zweite Ehefrau Anna Maria. Aus den Katasterunterlagen der Neustadt geht hervor, dass es in den ersten hundert Jahren immer mindestens zwei Hausbesitzer gab. Johann Franz Cappel war ab 1789 der erste Alleineigentümer. Bis dahin befanden sich im Haus eine Bäckerei und Landwirtschaft. Der erste Wirt in diesem Hause war Wilhelm Cappel, der 1845 das Haus von seinem Vater erbte.

Wilhelm Kappel, ein Gast- und Landwirt, der 1943 Else Hartwig aus Nieder-Ense geheiratet hatte, war ab 1952 in der achten Generation Besitzer des Hauses. Der Stall und die Wirtschaftsräume wurden 1951 umgebaut und sind seitdem Teil der Gastwirtschaft. Die Eheleute Wilhelm und Eise Kappel blieben kinderlos. Nach ihrem Tode ging das Anwesen Anfang der 1990er-Jahre in den Besitz eines Korbacher Getränkehändlers über.

Gasthaus Kappel im Stadtbuch

Besondere Ereignisse aus der Stadtgeschichte wurden früher in Korbach in den Stadtbüchern dokumentiert, um sie so für die nachkommenden Generationen zu bewahren. Das älteste Stadtbuch, das erhalten ist und im Korbacher Stadtarchiv aufbewahrt wird, wurde 1423 begonnen. Die Stadtbücher wurden von den Stadtschreibern oder Stadtsekretären geführt. Dietrich Henrich Severin war Stadtschreiber von 1703 bis 1714. Er hielt ein Ereignis aus dem Hause Kappel für so bemerkenswert, dass er es im Jahr 1708 im Stadtbuch niederschrieb. Großvater, Vater und Sohn erfreuten sich nämlich innerhalb eines Jahres glücklicher Vaterschaft. Der handschriftliche Text wird nachstehend wortgetreu wiedergegeben, zumal er ein Musterbeispiel damaliger Rechtschreibung und Zeichensetzung ist. Auffällig ist auch, dass die Frauen, obwohl sie in dieser Angelegenheit eine wichtige Rolle spielen, namentlich überhaupt nicht genannt werden:

Diederich Cappel Bürger und Becker hierselbsten hatt seine einzige Tochter dem Valentin Nicolai zur Ehefrauen gegeben, womitt dieser einen Sohn Jürgen gezeuget, welcher in einigen jähren ziemlich angewachsen, inzwischen fügte es sich, das Diederich Cappels Ehefrau starb, undt derselbe eine junge Frau zur ehe nahm, der enckel Jürgen aber mitt einer magdt ohngebührlicher weise zuhielte undt damitt ein Kindt zeugete, weil nun seine matter in selbigem jähr, wie auch seine Stiefgrosmutter niederkam undt der Valentin Nicolai bey dem Diederich Cappel annoch im Hause war, geschah es, das grosvatter, Vatter und Enckel, alle im einem Hause wohnende in einem jähr tauften liesen, undtzwaren im jähr 1708.

siehe auch

Weblinks und Quellen