Häuser in Korbach: Bunsens Geburtshaus

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Das Bunsen-Haus, in dem Christian Carl Josias von Bunsen in seiner Jugend gewohnt hat.
Im Bunsen-Haus in Korbach wurde nach dem Freiherren Christian Carl Josias von Bunsen benannt, der in dem Haus im Jahr 1791 geboren wurde.

Standort des Hauses

Der Ascher, eine Straße in der Korbacher Oberneustadt, beginnt an der Nikolaikirche, führt an der Stadtmauer entlang, bis sie schließlich am Lengefelder Tor in die Lengefelder Straße mündet. Die Herkunft des Namens dieser Straße gibt Rätsel auf. Die Annahme, dass der Name Ascher hergeleitet werden könne von den großen Stadtbränden von 1536 oder 1664, ist vermutlich irreführend. Bereits vor dieser Zeit taucht in alten Urkunden der Stadt die Straßenbezeichnung uffm Masche (1531), bzw. auf dem Masche (1536) auf.

Seit 1689 wird im Kataster die Bezeichnung Uffdem Asche gebraucht. Nach dem Verfasser der Korbacher Stadtgeschichte, bezeichnet uffm Masche eine Gegend oberhalb eines Feucht- oder Sumpfgebietes. Das älteste Haus am Ascher ist das Haus Nr. 10 - Bunsens Geburtshaus.

Es wurde zehn Jahre nach dem Stadtbrand von 1664 von Arnold Heck, Hofschneidermeister aus Wesel, erbaut. Es gibt wohl kaum ein Haus in Korbach, das durch Vererbung oder Einheirat über zehn Generationen im Besitz einer Familie geblieben war.

Geschichte

Christian Carl Josias von Bunsen

Schmiedemeister Franz Happe war der erste, der in diesem Haus eine Schmiede einrichtete (1740). Durch Heirat kam das Anwesen in Besitz der Familie Weinreich. Joh. Carl Friedrich Weinreich, Schmiedemeister aus Oberwerbe, erwarb 1820 das Bürgerrecht in Korbach. Seitdem wurde das Schmiedehandwerk in der fünften Generation in diesem Haus von der Familie Weinreich ausgeübt.

Auf dem Quergebälk des dreistöckigen Fachwerkhauses befindet sich folgende Inschrift:

PLÖTZLICH REDE ICH WIEDER EIN VOLCK UND KÖNIGREICH DAS ICHS AUSROTTEN ZERBRECHEN UND VERDERBEN WOLLTE. WO SICHS ABER BEKEHRET VON SEINER BOSHEIT DAR WIEDER ICH REDE SO SOL MICH AUCH REUWEN DAS UNGLÜCK DAS ICH IHM GEDACHTE ZU THUEN.JEREMIAAMXVIII.CAP.

Über der Haustür wurde eine Gedenktafel angebracht mit der Inschrift:

In diesem Hause ward Christian Carl Josias Bunsen am 25. August 1791 geboren.

Christian Carl Josias von Bunsen

Christian Carl Josias von Bunsen wurde am 25. August 1791 „unter dem Strohdach”, Am Ascher 10, geboren. Seine Eltern waren Gerichtsschreiber Heinrich Christian Bunsen (1743-1820) und Johanette Eleonore, geb. Brocki (1750-1819), deren Grabmal sich noch heute auf dem alten Korbacher Friedhof im Totenhagen befindet. Später erfolgte ein Umzug in die Nähe des Gymnasiums, des alten Klosters. Diese Straße trägt heute den Name des berühmt gewordenen Korbachers.

Nach dem Besuch des Gymnasiums seiner Vaterstadt (1798-1808) studierte Bunsen Theologie in Marburg, Philosophie in Göttingen, Philologie in Holland, nordische Sprachen in Kopenhagen und schließlich orientalische Sprachen und Religionen in Paris, wo er 1816 seine Studien abschloss. Schon 1813 erhielt er als 24-Jähriger die Ehrendoktorwürde der Universität Jena, später wurde er Ehrendoktor der Universität Edinburgh (1853). 1817 heiratete er in Rom die Engländerin Fanny Waddington.

Beruflichen Stationen:

  • Sekretär des preußischen Gesandten Niebuhr in Rom (1818)
  • Legationsrat (1822)
  • Übernahme der Geschäfte des preußischen Gesandten in Rom (1824)
  • preußischer Gesandter in Rom (1827 - 1838)
  • preußischer Gesandter in der Schweiz(1839)
  • preußischer Gesandter in London (1841)
  • Abschied vom diplomatischen Dienst (1854)

Bunsen war nicht nur Diplomat. Als Historiker, Archäologe, Orientalist, Religionswissenschaftler und Kunsthistoriker veröffentlichte er zahlreiche wissenschaftliche Arbeiten.

Zum letzten Mal besuchte er seine Heimatstadt 1845 im Anschluss an eine Rheinreise, bei der er das englische Königspaar begleitete. Die Gremien der Stadt und die Lehrer und Schüler des Gymnasiums bereiteten ihm einen herzlichen, ehrenden Empfang. Mit zwei Lehrern des Gymnasiums unternahm er eine Wanderung zum Eisenberg, über die er später sehr anschaulich berichtete. Er stiftete seiner alten Schule einen großen Teil seiner Bibliothek und den Grundbesitz seiner Eltern in Korbach.

Bunsen wurde 1858 von König Friedrich Wilhelm IV. von Preußen geadelt und in den Freiherrnstand erhoben. Er starb am 18. November 1860 in Bonn.

siehe auch

Weblinks und Quellen