Gut Windhausen

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Das im schlichten barocken Stil gehaltene Schloss Windhausen östlich von Niestetal-Heiligenrode - mit englischem Landschaftsgarten - entstand ab 1769 (wahrscheinlich) nach Plänen von Simon Louis du Ry für den hessischen General und Staatsminister Martin Ernst von Schlieffen (1732 – 1825).

Geografie

Gut und Schloss sowie die Überbleibsel des einstigen Landschaftsgartens befinden sich im Landkreis Kassel östlich von Niestetal-Heiligenrode etwa 1,5 km südlich des 352 m hohen Mühlenbergs, einem westlichen Ausläufer des Kaufunger Walds.

Das Gut ist über die Straße zwischen Heiligenrode und Nieste zu erreichen.

Gut Windhausen

Gut Windhausen in der Mittelgebirgslandschaft am Rande des Kaufunger Waldes ist seit drei Jahrunderten ein landwirtschaftlicher Betrieb. Das Herrenhaus wurde 1770 nach den Plänen des Kasseler Hofbaumeister Simon Louis du Ry für Martin Ernst von Schlieffen umgebaut.

Gartenanlage

Der im englischen Gartenstil angelegte Garten wurde ab 1781 vom preußischen und später hessischen General und Staatsminister Martin Ernst von Schlieffen als gartenarchitektonische Ergänzung und Abrundung von Schloss Windhausen angelegt.

In der Gartenanlage befanden sich eine Vielzahl gartenarchitektonischer Bauwerke, die sich in die natürlich belassene Gartenanlage eingefügt hatten. Zum Garten gehörten ein Altar, ein Freundschaftsdenkmal, eine Teufelsbrücke und das so genannte Arminiusgrab, das dem Garten seinen Namen Germanischer Garten verlieh. Die Bauwerke im Garten wurden durch natürlich verwundene Wege verbunden.

In einer Menagerie wurde eine Horde Affen gehalten, bis diese bösartig wurden, Menschen anfielen und erschossen wurden. Wie es heißt, war einer der Affen von einem tollwütigen Hund gebissen worden. General von Schlieffen setzte zur Erinnerung an seine Affen am kleinen Teich eine Säule. Die Darstellungen auf der Affensäule inspirierte später Wilhelm Busch zu seiner bekannten Humoreske Fips der Affe.

In einer mit Schilf bedeckten Einsiedelei verbrachte der wissenschaftlich interessierte und zurückgezogen lebende General von Schlieffen seine Pensionszeit. Im hiesigen Mausoleum, das einer künstliche Ruine aus dem Mittelalter nachempfunden wurde und das er sich schon vor seinem Tod errichten ließ, wurde er begraben.

Der Germanische Garten vom Schloss Windhausen ist heute in seiner Gesamtheit nicht mehr erhalten, sondern als natürlich belassener, verwilderter Park vorhanden. Es erinnern nur noch das Mausoleum, das Arminiusgrab und die Affensäule an seine Existenz.

Zu erreichen ist die heutige Parkanlage über die von Heiligenrode in Richtung Osten verlaufende Kreisstraße K 4, die im Ort von der zum Beispiel nach Nieste führenden Landesstraße L 3237 abzweigt und unter anderen zum Sensenstein führt.

Literatur

  • Eduard Brauns, Wanderführer durch Oberhessen und Waldeck, Bernecker Verlag Melsungen, 1971

siehe auch

Weblinks