Gustav Lange

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Das documenta-Lexikon
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Gustav Lange ist ein deutscher Architekt, der an der documenta IX, teilgenommen hat. Sein wohl bekanntestes Werk war die Treppe auf dem Königsplatz, die abgerissen wurde.

Kunst

Sein Handwerk gelernt hat Lange bei Hermann Mattern und prominenten dänischen Gartenarchitekten. Seit Jahren gilt der kleine Mann mit dem langen, weißen Haar als einer der bedeutendsten Landschaftsplaner Deutschlands. Er arbeitete für die Firmenzentralen der Deutschen Shell und des Hoffmann und Campe Verlages, wirkte am Potsdamer Platz in Berlin sowie am Spree-Ufer, wo er ein Wasserkunstwerk schuf.

Verbindung zu Kassel

Mit Kassel verbindet Gustav Lange viel: Hier studierte er in den 60er-Jahren an der Kunstakademie, hier lehrte er seit 1989 als Professor für Freiraumplanung an der Universität, hier löste er mit seiner Königsplatztreppe das größte Debakel der jüngeren Stadtgeschichte aus. Sein Bauwerk, von der documenta einst zum Kunstwerk geadelt, war vielen ein Dorn im Auge, der Schöpfer ebenso. 2003 kehrte Gustav Lange Kassel den Rücken. Am 25. Juni wurde er zusammen mit seinen Professoren-Kollegen Peter Prinz und Jürgen von Reuß von der Kasseler Universität in den Ruhestand verabschiedet.


Ärger um Treppe auf dem Königsplatz

In der öffentlichen Diskussion schlugen Lange in Kassel vor allem Aggressionen entgegen. Stein des Anstoßes: die Königsplatztreppe. Mit seinem später auf Drängen der Stadt immer wieder veränderten Entwurf für Kassels gute Stube hatte der Hamburger Landschaftsarchitekt 1989 den Wettbewerb gegen 130 Konkurrenten gewonnen - es gab nur eine Gegenstimme. Die Herzen der Menschen vermochte er mit der Treppe ins Nichts aber nicht zu erobern. Im Gegenteil: Die von ihrem Schöpfer als Symbol der Demokratie auf dem barocken Platz gedachte Skulptur galt bei ihren Gegnern bald als Symbol der Arroganz. Und zwar deshalb, weil Lange trotz der massiven Ablehnung eines Großteils der Bevölkerung den Abriss über Jahre juristisch verhinderte.

Abriss der Treppe

Das Ende ist bekannt und brachte die documenta-Stadt bundesweit in die Schlagzeilen: Georg Lewandowski, bei der Oberbürgermeister-Direktwahl 1993 mit dem Versprechen angetreten, die Treppe abzureißen, Stadtbaurat Bernd Streitberger und Bürgermeister Ingo Groß ließen das verhasste Bauwerk im Schutz der Dunkelheit im August 2000 trotz einer richterlichen Verfügung zu Kleinholz hacken. Wenn auch nicht in dieser Schärfe und mit diesem unrühmlichen Ende - heftige Diskussionen lösten Langes Arbeiten auch andernorts aus. Von der Fachwelt war er in höchstem Maße anerkannt. Doch die Menschen taten sich mit seinen Entwürfen schwer.

siehe auch


Weblinks und Quellen