Gustav Julius Vennigerholz

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Gustav Julius Vennigerholz. Repro: Stadt Northeim

Gustav Julius Vennigerholz war ein um die Stadt Northeim verdienter Pädagoge und Stadthistoriker.

Nachruf

"Die städtischen Behörden beklagen in dem Dahingeschiedenen nicht nur einem Beamten, der sich um das städtische Schulwesen in hohem Maße verdient gemacht hat, sondern auch einen Mann, der durch sein Geschichtswerk über unsere Stadt, eine Schöpfung unermüdlichen Fleißes, sich ein großes Verdienst um die Stadt Northeim erworben hat. Die Geschichte der Stadt Northeim, die er dem Vergessen entrissen hat, wird seinen Namen unvergeßlich halten."

Schulrektor und Stadthistoriker

Dieser Nachruf galt dem am 17. April 1901 gestorbenen Schulrektor und Stadthistoriker Gustav Julius Vennigerholz. Damit sein Name tatsächlich unvergessen bleibt, wurde im Wieterviertel eine Straße nach dem am 29. November 1820 in Bücken (Grafschaft Hoya) geborenen Vennigerholz benannt. "Seine" Straße verbindet als östliche Parallelstraße der Bürgermeister-Peters-Straße (Northeim) die Wieterallee (Northeim) mit dem Maistieg (Northeim).

Studium der Theologie

Vennigerholz kam 1856 als neuer Rektor des städtischen Progymnasiums nach Northeim. Nach einem Studium der Theologie in Göttingen hatte er zunächst einige Zeit als Hauslehrer gearbeitet und dann das philologische Staatsexamen nachgeholt. Seit 1846 war er Rektor des Progymnasiums in Otterndorf gewesen, von wo er nach Northeim wechselte.

32 Jahre Rektor

32 Jahre war er als Rektor am Progymnasium tätig, ehe er im März des sogenannten Drei-Kaiser-Jahres 1888 auf eigenen Wunsch in den Ruhestand ging. Zwei Jahre zuvor hatte die Stadt seine Bitte um Pensionierung noch abgelehnt. Eine der zahlreichen von ihm erdachten und umgesetzten Reformen war die Trennung von Bürgerschule und höherer Schule. Vorher hatten alle Schüler gemeinsam eine Schule besucht.

Autor

Im Ruhestand widmete er sich der Stadtgeschichte. Im Alter von 74 Jahren veröffentlichte er die "Beschreibung und Geschichte der Stadt Northeim in Hannover und ihrer nächsten Umgebung". Dabei verarbeitete er größtenteils Material, das er noch während seiner Dienstzeit gesammelt hatte.

Heimatkunde im Unterricht

Der Heimatkunde hatte er auch als Lehrer breiten Raum im Unterricht gegeben. Auf seine Anregung beschloß das Kollegium 1859 die letzten sechs Wochen im Schuljahr in den Fächern Erdkunde und Geschichte ausschließlich der Heimatkunde zu widmen. Weil entsprechende Lehrbücher über die Landesgeschichte des Königreichs Hannover fehlten, stellte Vennigerholz ein Heft mit den wichtigsten Daten zusammen, das vom Königlich Hannoverschen Oberschulkollegium zur Verwendung empfohlen wurde. Es ging in Druck und kostete die Schüler sechs Silbergroschen.


Von Olaf Weiß aus der HNA-Serie Straßen und ihre Paten