Guillaume Bijl

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Das documenta-Lexikon
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Guillaume Bijl ist ein Künstler (Jahrgang 1946) aus Belgien, der an der documenta IX teilgenommen hat.

Werk

Bijl überrascht das Publikum häufig mit Räumen, in denen er reale Situationen nachgestellt oder abgebildet hat. Dadurch erreicht er, dass sich die Wirklichkeitsebenen des Lebens und der Kunst gegenseitig überlagern und kaum noch voneinander zu unterscheiden sind.

Bijls Installationen sind geprägt von Ironie und Witz, setzen sie doch eine Illusion von Gestaltung und Ordnung in die Welt, die uns das Unvermögen und die oft unfreiwillige Komik öffentlicher Inszenierungen direkt bewusst macht. Der Versuch, städtische Räume zu ordnen und so zu gestalten, dass sie unterschiedlichen Wünschen und Anforderungen gerecht werden, ist in den Augen von Bijl eine Illusion und Thema seiner Kunst. Sein künstlerisches Programm lässt sich weder mit Begriffen wie „objet trouvé“ noch „Kontext-Kunst“ ausreichend beschreiben . Bijl zweifelt grundsätzlich an, dass sich das Öffentliche durch die Inszenierung von Öffentlichkeit beispielsweise durch Stadtmöblierung erfahren lässt. Seine Installationen leben von der Täuschung durch die Realität. So sieht beispielsweise Bijls ‚Römische Straße’ (1994) im Antwerpener Freilichtmuseum Middelheim lediglich wie eine archäologische Stätte aus. Bijl glaubt, dass man die Dinge in ihrer Inhaltslosigkeit und Leere nur mit Hilfe der Illusion ertragen kann. Der Kulturtourismus und die Freizeit- und Konsumindustrie dienen dem Künstler dabei als Modell.[1]

siehe auch

Weblinks und Quellen

  1. Aus skulptur-projekte.de