Gudensberg

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Gudensberg
Gudensberg.jpg
Blick auf Gudensberg
Basisdaten
Bundesland: Hessen
Regierungsbezirk: Kassel
Landkreis: Schwalm-Eder-Kreis
Einwohner: 9.193 (31. Dezember 2011)
Postleitzahl: 34281
Vorwahl: 05603
Kfz-Kennzeichen: HR
Gemeindeverwaltung: Kasseler Straße 2
Website: www.gudensberg.de
Bürgermeister: Frank Börner (SPD)

Gudensberg ist eine Kleinstadt im Schwalm-Eder-Kreis in Nordhessen.

Geografie

Lage

Die Stadt im Schwalm-Eder-Kreis liegt im Südosten des Naturparks Habichtswald.

Gudensberg liegt südlich von Kassel und nordöstlich von Fritzlar. Im Norden grenzt der Ort an die Gemeinde Edermünde, im Osten an Stadtteile von Felsberg.

Die Stadt ist über die Bundesautobahn A 49 gut angebunden, die Stadt Kassel ist in etwa 15 Minuten zu erreichen.

Der öffentliche Personennahverkehr (NVV) verbindet Gudensberg ebenfalls mit der Großstadt Kassel und den umliegenden Städten Fritzlar, Bad Wildungen und Frankenberg.

Stadtteile

Zur Stadt gehören neben Gudensberg die Stadtteile Deute, Dissen, Dorla, Gleichen, Maden und Obervorschütz.

Stadtentwicklung

Trotz einiger Gebäudeabrisse in den sechziger und siebziger Jahren hat Gudensberg seinen Kern mit alten Fachwerkhäusern behalten.

Zwei Hotels, zwei Cafés, ein Eiscafé und mehrere Gasthäuser laden zum längeren Verweilen ein. Fast alle Einkäufe können im Stadtkern erledigt werden.

In Gudensberg gibt es einen Hähnchen-Großschlachtbetrieb und die Firma "Big Drum" stellt Eiswaffeln her.

Neben zahlreichen Kulturveranstaltungen (Theater, Kabarett, Chormusik, Musikgruppen, Musikschule, Ausstellungen, Lesungen) macht Gudensberg auch sportlich von sich reden. Überörtlich erfolgreich sind die Schützen, Schwimmer, Fußballer und vor allem die Langstreckenläufer.

Umgebung

In der Umgebung liegen die Überreste mehrerer mittelalterliche Burgen etwa die Burg Heiligenberg, die Altenburg oder die Burgruinen in Homberg, Felsberg und Jesberg.

Geschichte

Aus der Stadtgeschichte

Altstadt von Gudensberg - Foto: Günther Pöpperl
WappenGudensberg.jpg

Hier liegt eigentlich die Wiege Hessens, denn unterhalb der Obernburg in der Mader Heide ließ Sophie von Brabant, Tochter der Heiligen Elisabeth, ihren vierjährigen Sohn Heinrich von den örtlichen Rittern und Adelsleuten nach dem Ende der thüringer Herrschaft über das Gebiet zum ersten Hessischen Landgrafen wählen. Dieser Vergangenheit nimmt sich das Städtchen bisher nicht an.

Dafür schmückt man sich mit Kolki, dem Schlossberg-Raben und einem Trommler unter Bezugnahme auf ein Grimm-Märchen, denn Gudensberg liegt an der Deutschen Märchenstraße.

Erstmals urkundlich erwähnt wird Gudensberg im Jahr 1121.

Vor- und frühgeschichtliche Funde verweisen allerdings auf eine sehr viel ältere Siedlungsgeschichte und die vorchristliche Siedlung der Chatten in diesem Gebiet.

Markant ist neben der Ruine der Obernburg, auf der östlichen Bergkuppe nahe der Stadt (dem Schlossberg), die erhaltene Wenigenburg im Fachwerkstil auf der kleineren westlichen Bergkuppe.

Die ältesten Bauteile der sehenswerten evangelischen Pfarrkirche, der ehemaligen St. Margarethen-Kirche, stammen aus dem 13. Jahrhundert.

Im Jahre 1336 wurde das Kirchenschiff und der Turm fertiggestellt, im Jahre 1500 kam die Sakristei mit spätgotischem Gewölbe hinzu.

Das Kirchenschiff und der Kirchturm erfuhren im Laufe der Jahrhunderte zahlreiche Veränderungen. Nach einem Brand im Jahre 1736 erhielt der Turm eine Barockhaube mit Laterne an Stelle der ursprünglichen gotischen Kirchturmspitze mit vier Ecktürmchen.

Zwischen den Stadtteilen Maden, Deute und Gudensberg liegt die historisch bedeutsame Mader Heide. Im Jahre 1626 wurde ein Landtag der hessischen Städte in Gudensberg einberufen, der die Abdankung des Landgrafen Moritz zum Ziel hatte.

Dieses Zeil wurde aber erst ein Jahr später erreicht und im Jahre 1627 die Regentschaft auf seinen Sohn Wilhelm V. übertragen.

Zuletzt wurde im Jahre 1654 ein hessischer Landtag auf der Mader Heide einberufen.

Grifte-Gudensberger-Kleinbahn

Mit dem Bau der "Grifte-Gudensberger-Kleinbahn" wurde 1898 begonnen und die knapp 8 km lange Eisenbahnstrecke am 15. Juli 1899 eröffnet. Sie führte von Grifte (0,00 km) über Haldorf (2,58 km) und Dissen (4,25 km) nach Gudensberg (7,72 km).

Am 31. Dezember 1954 wurde der Personenverkehr eingestellt, die Bahngleise wurden inzwischen entfernt.

Wussten Sie schon, dass ...

Gudensberg - Ansicht -Foto: Günther Pöpperl
  • ... die Römer im Jahre 15 n. Chr. bis an die Eder vorgedrungen sind, wo sie die Hauptstadt der Chatten, Mattium (vermutlich das heutige Dorf Maden bei Gudensberg), zerstörten?
    Dr. Lothar Roth, Felsberg
  • ... als Inhaber von Burgsitzen in Gudensberg außer denen von Elben, die von Grifte, Hund, von Linne, von Wehren und von Wildungen beglaubigt sind; desgleichen der Knappe Albert von Bründersen.
    August Bollerhey, Wehren
  • ... im Jahre 1406 Margareta geborene Burggräfin von Nürnberg, des Landgrafen Hermann des Gelehrten zweite Gemahlin und Mutter Ludwig des Friedfertigen, in Gudensberg gestorben ist?
  • ... Gudensberg folgenden Wappenspruch hat: "Gudensberg führt zween Thürme gut, die Pfurt ein Crentzlein tragen thut. Der ewig Gott beschüt die Stat. Die so ein schönen Nahmen hat."
    August Bollerhey, Wehren
  • ... die Dörfer im Amt Gudensberg von 1585 bis 1770 in acht sogenannte Haufen eingeteilt waren? Sie sollten zur Erleichterung der Aushebung zum Kriegsdienst dienen. Zum ersten Haufen zählten Haddamar, Wehren und Werkel. "
    August Bollerhey, Wehren
  • ... ein Raubmord im Jahr 1875 in Gudensberg die Stadt in größte Aufruhr versetzte? Ein Knecht hatte ein älteres jüdisches Ehepaar und ihre Magd ermordet. Die Magd hatte sich noch mit einer Schere gewehrt und den Mörder verletzt, was zu seiner Entdeckung führte.
    August Bollerhey, Wehren
  • ... am 10. Februar 1907 zum ersten Mal ein katholischer Gottesdienst in Gudensberg stattfand? Dafür hatte Kaufmann Trossbach in seinem Hinterhaus eine Kapelle eingerichtet.
    Lieselotte Habenicht, Deute
  • ... es vom "Scharfenstein" bei Dissen nicht nur ein Gemälde von Ludwig Grimm gibt, sondern auch ein Gedicht von Franz von Dingelstedt, dem späteren Direktor des Burgtheaters in Wien.
    August Bollerhey, Wehren
  • ... die "Grifte-Gudensberger Kleinbahn" nur vier Bahnhöfe hatte? Grifte, Haldorf, Dissen und Gudensberg. Sie wurde am 15. Juli 1899 eröffnet.
    Heinrich Schröder, Frielendorf
  • ... der Bibliothekar Hugo Brunner 1853 in Gudensberg geboren ist? Er hat nicht nur die Chronik seiner Heimatstadt, sondern im Auftrag auch die Geschichte von der Stadt Kassel zu ihrem 1000-jährigen Bestehen 1913 geschrieben.
    August Bollerhey, Wehren
  • ... Ernst Happel 1902 in einer Schrift über Befestigungsbauten unter anderem schreibt: „Wir bedauern einsichtige Bürger von Gudensberg, daß sich auf ihrem Schloßberge statt einer malerischen Ruine nur öde Schutthaufen befinden. Hier haben die Vorderen (Vorfahren) der guten alten Zeit ihren Kindeskindern genommen, was jetzt so schmerzlich vermisst wird.“
    August Bollerhey, Wehren
  • ... an der Gewerbeausstellung 1905 in Kassel auch folgende Firmen teilnahmen: Chr. Wichard aus Werkel und L. Riede aus Gudensberg (Landmaschinen), aus Fritzlar C. Burchardt (Wagenräder), Franz Witsch und Jacob Draude (Töpferwaren).
    August Bollerhey, Wehren
  • ... am 10. Februar 1907 zum ersten Mal ein katholischer Gottesdienst in Gudensberg stattfand? Dafür hatte Kaufmann Trossbach in seinem Hinterhaus eine Kapelle eingerichtet.
    Lieselotte Habenicht, Deute

Kirchen

Stadtkirche Gudensberg

Evangelische Stadtkirche St. Margarethen

Mit dem Bau der evangelische Ev. Stadtkirche St. Margarethen (auch: St. Margareten) in Gudensberg wurde im späten 13. Jahrhundert begonnen. Der im gotischen Baustil errichtete Chor der Kirche wurde 1271 geweiht, Kirchenschiff und Turm waren aber erst 65 Jahre später vollendet.

Im Jahre 1336 wurde das Kirchenschiff und der Turm fertiggestellt, im Jahre 1500 kam die Sakristei mit spätgotischem Gewölbe hinzu.

Das Kirchenschiff und der Kirchturm erfuhren im Laufe der Jahrhunderte zahlreiche Veränderungen. Nach einem Brand im Jahre 1736 erhielt der Turm eine Barockhaube mit Laterne an Stelle der ursprünglichen gotischen Kirchturmspitze mit vier Ecktürmchen.

Die Orgel der Kirche stammt aus der Mitte des 19. Jahrhunderts.

Bis heute lässt der Standort der Kirche am Marktplatz und die hoch aufragende Mauer des Kirchhofs deren besondere Rolle innerhalb der mittelalterlichen Stadtbefestigung erkennen.

Katholische Kirchengemeinde "Herz Jesu"

Die Katholische Kirchengemeinde Herz Jesu Gudensberg in Gudensberg gehört zum Pastoralverbund St. Petrus Canisius, Schwalm-Eder-Nord – Melsungen.

Persönlichkeiten

Politik

Bürgermeister

Frank Börner ist seit dem 25.02.2010 Bürgermeister der Stadt Gudensberg.

MdB: Dr. Edgar Franke

DR. Edgar Franke ist Bundestagsabgeordneter (SPD) für den Wahlkreis 171 Schwalm-Eder / Waldeck-Frankenberg

Dr. Edgar Franke (SPD) ist Mitglied des Deutschen Bundestages für den Wahlkreis 171 Schwalm-Eder / Waldeck-Frankenberg

Weitere Informationen über Dr. Edgar Franke HIER und auf der Internetseite des Abgeordneten: Dr. Edgar Franke (MdB)


MdL: Günter Rudolph

Geburtstagsgäste spendeten 1000 Euro an Frauenhaus

Wenn sich mit einem Geburtstagskind auch andere über die Geschenke freuen dürfen, zeugt das von besonderem Engagement: Karl-Heinz Mihr, langjähriger Betriebsratsvorsitzender bei VW in Baunatal und ehemaliges Mitglied im Europäischen Parlament, stellte seinen 75. Geburtstag in den Dienst der guten Sache. [1]

Sehenswürdigkeiten

Freilichtbühne im Gudensberger Stadtpark

Freilichtbühne im Gudensberger Stadtpark

Egal ob großes Theater, Livekonzerte oder Kleinkunst - die Freilichtbühne im Gudensberger Stadtpark bietet für alle Veranstaltungen das perfekte Ambiente. Mit ihrer märchenhaften Architektur verzaubert die Bühne Darsteller und Zuschauer gleichermaßen und bietet für Veranstaltungen einen ganz besonderen Rahmen.

"Gudensberg erleben!" - mit diesem Slogan wirbt die Kulturhauptstadt im nordhessischen Chattengau. Durch ihre einzigartige Gestaltung transportiert die im Sommer 2010 eingeweihte Bühne diesen Gedanken an die Besucher, denn die Freilichtbühne lädt Jung und Alt ein, ihren besonderen Charme zu entdecken. Ein unterirdischer Spieltunnel lässt die Bühne für Kinder zu einem echten Erlebnis werden und beweist gleichzeitig, wie facettenreich Gudensbergs neues Aushängeschild ist.

Mitten im Stadtzentrum Gudensbergs gelegen, präsentiert sich der umgestaltete Stadtpark mit der fantasievollen Bühne als Ort der Begegnung und der Gemeinschaft. Er ist umsäumt von Restaurants und Biergärten und bietet sich hervorragend an als Treffpunkt für alle, die Natur und Gesellschaft lieben.

Weitere Sehenswürdigkeiten

  • Der Stadtkern ist durch Fachwerkhäuser geprägt, wobei das alte Amtshaus über eine sehenswertes Renaissanceportal verfügt. Das ältestes Gebäude ist das 1596 errichtete Ackerbürgerhaus.
  • Kulturhaus Synagoge: die ehemalige Synagoge in der Hintergasse aus den Jahren 1840 - 1843 wird seit 1995 als Kulturhaus genutzt.
Die Hintergasse - Foto:Günther Pöpperl
  • Der Gudensberger Kulturpfad: er beginnt am Rathaus in der Fußgängerzone und führt unter anderem zum Renthof (dem ehemaligen Sitz des Rentmeisters der landgräflichen Güter), zum ehemaligen Pfarrhaus „Die Pfarre” (aus dem späten 15. Jahrhundert, dass nach einem Stadtbrand im Jahre 1642 neu erbaut wurde), zur ehemaligen Synagoge (1840 - 1843 erbaut im neoromanischem Stil nach Plänen des Baumeisters Rosengarten für die damals mehr als 100 Mitglieder zählende jüdische Gemeinde), zur Evangelischen Stadtkirche (ehemals St. Margareten, erstmals erwähnt im Jahre 1271), zur St. Crucis-Kapelle (ab 1572 als Schule genutzt, später als Wohnhaus, seit 1970 leerstehend), zum letzten erhaltenen Wehrturm der Stadt, dem Gefangenenturm (aus dem 12. Jahrhundert), zur Wenigenburg (im 13. Jahrhundert als Vorburg errichtet und 1387 zerstört), zur Ruine der Obernburg (aus dem 11. Jahrhundert, einem Hauptstützpunkt der Landgrafschaft gegen das Erzbistum Mainz) und zum Hospital (1365 errichtet vor den Mauern der Stadt als Siechenhaus) mit Hospitalskapelle (aus dem 15. Jahrhundert mit Sterngewölbe).

siehe dazu:

Radwandern und Wandern

Radwege

Zunächst den Ederauenradweg R 10 von Ungedanken nach Fritzlar. Dann geht es wie folgt weiter:
Werkel - Dorla - Gudensberg - Dissen - Holzhausen - Besse - und weiter Richtung Baunatal.

Wandern

Maderstein

"Zur Wiege der Landgrafschaft"

Ein Wandervorschlag vom Rhönklub Kassel

Unsere Wanderung ist eine Rundwanderung, sie beginnt und endet in Gudensberg am Rathaus.

Zu Beginn steht ein Rundgang durch die schöne Altstadt, über den Marktplatz ansteigend zur Kirche St. Margarethen und weiter zum Schlossberg mit der Wenigenburg und der Ruine der Obernburg.

Es geht zurück zum Marktplatz, hier finden wir das Wegzeichen, ein weißes Kreuz. Dieses weist uns den Weg bis nach Böddiger. Der Weg führt aus Gudensberg durch ein kleines Tal nach Maden. Links oberhalb von Maden liegt auf einer Kuppe der Maderstein.

In Maden führt der Weg auf der Hauptstraße nach rechts Richtung Obervorschütz. Am Ortsende erblickt man auf der linken Seite in einer kleinen Anlage den Wotansstein. Der Weg zurück in den Ort verläuft auf dem Wanderweg mit dem weißen Kreuz, auf diesem durch Feld und Flur erreicht man Böddiger. Im Ort auf der Hauptstraße etwa 150 Meter nach links liegt am Friedhof das weiße Wegzeichen X 2 für den Löwenweg.

Diesem Zeichen folgt der Weg nach links, leicht ansteigend bis nach Gudensberg, nach der Unterquerung einer Hochspannungsleitung wird der Wald erreicht, das Mader Holz. Im Wald lädt eine schöne Schutzhütte zur Rast ein. Weiter geht es durch den Wald und über die Bundesstraße 254. Der Weg führt weiter links am Lamsberg vorbei, mit einem aufgegebenen Basaltbruch. Dem Zeichen X 2 folgend wird der Ausgangspunkt wieder erreicht, das Rathaus von Gudensberg.

siehe auch

Wotanstein

Vereine

Wussten Sie schon, dass ... ?

Weblinks

  1. HNA 06.08.2010 Feier für eine gute Sache: Karl-Heinz Mihr und Geburtstagsgäste spendeten 1000 Euro an Frauenhaus


Stadtteile der Stadt Gudensberg
WappenGudensberg.jpg

Deute | Dissen | Dorla | Gleichen | Gudensberg | Maden | Obervorschütz


Städte und Gemeinden im Schwalm-Eder-Kreis
WappenSchwalmEderKreis.jpg

Bad Zwesten | Borken | Edermünde | Felsberg | Frielendorf | Fritzlar | Gilserberg | Gudensberg | Guxhagen | Homberg | Jesberg | Knüllwald | Körle | Malsfeld | Melsungen | Morschen | Neuental | Neukirchen | Niedenstein | Oberaula | Ottrau | Schrecksbach | Schwalmstadt | Schwarzenborn | Spangenberg | Wabern | Willingshausen