Großropperhausen

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Großropperhausen
Grossropperhausen.jpg
Blick auf Großropperhausen
Bundesland: Hessen
Regierungsbezirk: Kassel
Landkreis: Schwalm-Eder-Kreis
Gemeinde: Frielendorf
Einwohner: 790 (30. Juni 2008)
Postleitzahl: 34621
Vorwahl: 05684
Kfz-Kennzeichen: HR
Gemeindeverwaltung: Ziegenhainer Straße 2
34621 Frielendorf
Bürgermeister: Birger Fey (SPD)
Ortsvorsteher: Dieter Schaller (DL)

Großropperhausen ist ein Ortsteil von Frielendorf im Schwalm-Eder-Kreis. Der Ort hat ca. 800 Einwohner. In Großropperhausen gibt es 17 Vereine.

Das Dorf

Großropperhausen liegt im Tal des Ohebachs, eingebettet in die Höhen des Knüll. Auf einer Geländekante befinden sich die Reste einer mittelalterlichen Burg. Das Ortsbild wird bestimmt durch die zahlreichen Fachwerkhäuser. Am nördlichen Ortsrand liegt ein jüdischer Friedhof. Die Gemarkung hat eine Größe von etwa 1.416 Hektar. Im Norden liegt eine moderne Wohnsiedlung. Ein Hofgut mit Herrenhaus befindet sich im Südosten des Dorfes. In den Backhäusern des Dorfes wird noch heute wöchentlich gebacken. Es gibt außerdem ein Freibad.

Verkehr

Im Nordwesten treffen die Landesstraßen von Frielendorf (L 3152) und Lenderscheid (L 3158) aufeinander, um dann gemeinsam durch den Ort zu führen, wo sie auf die Kreisstraße von Obergrenzebach (K 124) treffen. Im Südosten des Dorfes verzweigen sich die Landesstraßen dann wieder in Richtung Seigertshausen (L 3158) und Schwarzenborn (L 3152).

Durch Großropperhausen verkehren die Buslinien 420, 453 und 472 des Nordhessischen Verkehrsverbundes.

Geschichte

Ruine der Burg Großropperhausen

Großropperhausen wird im Jahre 1232 als "Raporgehusen"[1] erstmals urkundlich erwähnt. Bereits 1249 wird eine Kirche erwähnt.

Im Jahr 1338 wird eine zweite Kirche in Ropperhausen erwähnt. Beide Kirchen werden von einem Pleban versehen. In Großropperhausen wurde zu Beginn des 14. Jahrhunderts im hersfeldischen Einflussbereich ein adeliges Gericht eingerichtet. In dieser Zeit sind Teile oder das gesamte Gericht im Besitz des Ritters Ludwig von Heimbach. Ab 1354 sind die von Gilsa Inhaber der Gerichtsbarkeit. Ab 1376 ist das Gericht landgräfliches Lehen, wobei bereits seit 1370 die Hälfte an das Kloster Spieskappel verpfändet ist. Das Gericht umfasst zunächst die hohe und niedere Gerichtsbarkeit. Zum Gericht gehören die Dörfer Kämmershagen, Lanertshausen und Siebertshausen.

1437 wird Guntram von Gilsa als Patron der Kirche von Ropperhausen erwähnt. Im Jahr 1441 wird die Walpurgiskirche im oberen Teil des Dorfes als Pfarrkirche, die Marienkirche im unteren Teil des Dorfes als Filialkapelle genannt. In die Pfarrkirche von Ropperhausen sind ferner die Kapellen in Kämmershagen, Lenderscheid sowie der späteren Wüstungen Hilpertshain, Solnhausen, Rungerode, Bubenhausen und Eilenborn eingepfarrt. Ab 1486 werden beide Kirchen nur noch als Filialkirchen geführt.

Nach der Reformation besteht ab 1536 wieder eine Pfarrkirche am Ort. Erster evangelischer Pfarrer ist Johannes Hersfeld. Ab 1545 teilen sich die von Gilsa und die von Urff das Patronat der Kirche. Die hohe Gerichtsbarkeit wird ab 1578 vom Landgrafen beansprucht. 1585 gibt es in Großropperhausen 86 Hausgesesse. Im Jahr 1591 erhält der Landgraf vertraglich die hohe Gerichtsbarkeit zugesprochen.

1605 nimmt die Kirche in Ropperhausen das reformierte Bekenntnis von Landgraf Moritz an. Im Jahr 1698 verkaufen die von Gilsa drei Viertel von Gericht und Schloss zu Ropperhausen an die von Baumbach.

Kirche

1711 bis 1724 errichten die von Baumbach im Südosten des Dorfes ein Hofgut mit einem U-förmigen Wirtschaftskomplex. 1719 erwerben sie auch das letzte Viertel von Gericht und Schloss. Von 1726 bis 1728 wird eine neue Kirche im barocken Stil errichtet. Im Jahr 1744 gibt es in Ropperhausen eine jüdische Familie. Der Burgsitz, auch Schloss genannt, besteht 1783 aus zwei Höfen mit 410 Kasseler Acker Land, 300 Acker Wiesen, 30 Acker Garten, 10 Acker Trieschen, 300 Acker Triften und Wüstungen sowie 1.350 Acker Waldung. Außerdem gehören zum Burgsitz das Wirtshaus "Zum toten Ochsen", ein Brauhaus, ein Armenhaus, die Wohnung des Gerichtsdieners und die Burgmühle. Großropperhausen hat zu dieser Zeit 112 Häuser mit 519 Einwohnern. Es gibt vier Schneider, fünf Schuhmacher, einen Schmied, einen Schreiner, einen Fenstermacher, sechs Leineweber, einen Krämer, zwei Branntweinschenken und 20 Tagelöhner. Außerdem gibt es im Dorf drei Mühlen, die von drei Müllerfamilien betrieben werden.

Im Königreich Westphalen bilden die Franzosen von 1807 bis 1813 das Kanton Frielendorf, das zum Distrikt Hersfeld zählt. Nach der Wiedererrichtung des Kurfürstentums wird 1814 das Amt Ziegenhain wieder eingerichtet und Großropperhausen diesem wieder zugeordnet. Im gleichen Jahr wird die Patrimonialgerichtsbarkeit der von Baumbach aufgehoben. 1821 wird im Rahmen der Kurhessischen Verwaltungsreform in Ziegenhain ein Justizamt eingerichtet, zu dem auch Großropperhausen gehört. Außerdem ist das Dorf seitdem Teil des neuen Kreises Ziegenhain. 1832 wird das Herrenhaus des Hofgutes der von Baumbach fertiggestellt. 1834 leben in Großropperhausen 777 Menschen. 1835 gibt es in Großropperhausen 23 Juden, im gleichen Jahr wird eine Synagoge errichtet. Diese lässt die Zahl der Juden 1861 auf 83 ansteigen. Ab 1867 wird aus dem Justizamt das Amtsgericht Ziegenhain. 1885 hat Großropperhausen 728 Einwohner. Der Gutsbezirk umfasst 1895 130 Hektar Ackerland und Gärten, 60 Hektar Wiesen, 79 Hektar Hutung und 148 Hektar Wald.

Seit Anfang des 20. Jahrhunderts wird in einem Basaltsteinbruch östlich des Ortes Schotter hergestellt.

Im Jahr 1905 lebten in Großropperhausen 44 Menschen jüdischen Glaubens. 1938 wurde die Synagoge in ein Wohnhaus umgebaut, sie befindet sich Am Kirchberg 16. Der jüdische Friedhof der ehemaligen Synagogengemeinde Großropperhausen liegt außerhalb der Ortslage am Sterckelsberg.

1945 wird das Amtsgericht Ziegenhain aufgelöst und Großropperhausen kommt zum Amtsgericht Treysa.

Im Jahr 1961 hat Großropperhausen 860 Einwohner.

Am 1. Januar 1974 verliert die Gemeinde Großropperhausen ihre Selbständigkeit und wird ein Teil der Gemeinde Frielendorf. Am gleichen Tag wird aus den Kreisen Fritzlar-Homberg, Melsungen und Ziegenhain der Schwalm-Eder-Kreis gebildet. Zu diesem gehört seitdem auch die Gemeinde Frielendorf und mit ihr der Ortsteil Großropperhausen.

Sehenswürdigkeiten

Siehe auch

Weblinks

Quellen

Einzelnachweise

  1. Großropperhausen im Historischen Ortslexikon des Landes Hessen


Ortsteile der Gemeinde Frielendorf
WappenFrielendorf.jpg

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