Großbrand Hedemünden 22.8.2010

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Brandstelle aus der Luft (selber Fliegen?)

In einer etwa 70 mal 30 Meter großen Produktionshalle eines Laubholz-Sägewerkes und Holzhandelsbetriebes in Hedemünden ist am Sonntagnachmittag, 22. August, gegen 14 Uhr aus bislang noch ungeklärter Ursache ein Feuer ausgebrochen. Die Flammen griffen schnell auf die gesamte Halle und eine angrenzende Zuschnitthalle über. Beide Gebäude wurden komplett zerstört. Bei den Löscharbeiten wurde ein Feuerwehrmann verletzt. Ein Rettungswagen brachte ihn in ein Krankenhaus.

Ein im Bürogebäude wohnender Mitarbeiter wurde durch ein Geräusch auf den Brand aufmerksam und informierte eine Reinigungskraft, die sofort die Rettungskräfte alarmierte. Zeitgleich riefen auch mehrere Anwohner bei der Feuerwehr an.

Als die Feuerwehr Hedemünden als erstes am Brandort eintraf, war bereits eine starke Rauchentwicklung im Bereich des Hallendaches erkennbar. Der Einsatzleiter alarmierte daraufhin sofort weitere Feuerwehren aus Hann. Münden, Lippoldshausen, Oberode, Wiershausen, Laubach und im weiteren auch die Feuerwehr aus dem benachbarten Gertenbach (Hessen) und Witzenhausen. Später sollten weitere Einsatzkräfte der Göttinger Berufsfeuerwehr und aus den Gemeinden Duderstadt, Bovenden, Gieboldehausen und Radolfshausen folgen. Ingesamt waren rund 200 Feuerwehrleute im Einsatz. Durch die enorme Hitzentwicklung waren die Löscharbeiten sehr schwierig und körperlich anstrengend. Um die hohen Flammen bekämpfen zu können, wurde eine große Menge an Löschwasser benötigt, das aus einem benachbarten Brunnen abgepumpt, mit mehreren Tankfahrzeugen zum Brandort gebracht und auch aus der Werra gefördert werden musste. Das erforderliche Schlauchmaterial wurde von den Wehren aus Waake und Adelebsen mit Fahrzeugen nach Hedemünden transportiert. Bei den Löscharbeiten kamen zudem drei Drehleitern und die Schnelle Einsatz Gruppe (SEG) zum Einsatz.

Der Wind hatte die riesige Rauchwolke zunächst in Richtung Autobahn 7 geblasen, drehte aber wenig später in die entgegen gesetzte Richtung, so dass der Zugbetrieb auf der Bahnstrecke Witzenhausen - Hann. Munden eingestellt werden musste. Eine Gefahr für benachbarte Betriebe und Anwohner bestand nicht. Schadstoffmessungen der Feuerwehr ergaben, dass keine schädigenden Stoffe bei dem Brand freigesetzt wurden.

In der betroffenen Produktionshalle waren drei gasbetriebene Gabelstapler abgestellt. Bei der Explosion eines der Gastanks wurde ein Feuerwehrmann, der zu diesem Zeitpunkt an der Außenseite des Gebäudes Löscharbeiten durchführte, verletzt. Er erlitt ein Knalltrauma. Im weiteren Verlauf explodierten auch die Tanks der beiden anderen Stapler.

Durch die professionelle Arbeit aller beteiligten Wehren konnte ein Übergreifen auf das benachbarte Bürogebäude verhindert und das Feuer schließlich unter Kontrolle gebracht werden. Die Ermittlungen zur Brandursache dauern an. Der Brandort wurde von der Polizei für weitere Untersuchungen beschlagnahmt. Die Höhe des entstandenen Gesamtschadens steht noch nicht fest, dürfte aber im hohen sechsstelligen Bereich liegen.

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