Grenzstein-Wanderung zwischen Hessen und Westfalen

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Die Grenzstein-Wanderung verläuft als geführte Etappenwanderung auf 52 km zwischen Hessen und Westfalen.

Der Historie auf der Spur

Grenzstein-Wander-Marathon auf 52 Kilometer zwischen Hessen und Westfalen

aus: HNA-online vom 13.05.11

Lamerden/ Haueda. Natur erleben und dabei etwas über die Geschichte der Region erfahren. Das geht beim ersten Grenzstein-Wander-Marathon, den die Naturparkführer im Kulturland Kreis Höxter am ersten Juni-Wochenende anbieten. Von Freitag bis Sonntag folgen die Wanderer auf dem Höhenzug der hessisch-westfälischen Landesgrenze der Spur historischer Grenzsteine.

Sie markieren von Karlshafen bis Welda den Verlauf der ehemaligen Grenze des Fürstenbistums Paderborn und der Landgrafschaft Hessen. Mit der Wanderung entlang der Steine wollten sie aus dem noch immer vorhandenen Grenzdenken ausbrechen, erklären die Veranstalter. „Natur hat keine Grenzen. Die schöne Landschaft steht im Mittelpunkt“, sagt Christiane Sasse. Die Gartenarchitektin aus Lamerden ist eine von sieben ausgebildeten Naturparkführern, die die Wanderung in vier Etappen begleiten.

Die Grenzregion biete eine abwechslungsreiche Landschaft, darunter Wacholderheiden und Kalk-Buchenwälder sowie den Blick auf historische Gebäude wie das Kloster in Herstelle, die Trendelburg oder das Viadukt bei Haueda. Herrliche Aussichten auf die Warburger Börde oder die Mäander der Diemel machten einen weiteren Reiz der Wanderung aus.

„Die Grenzsteine sind kartiert und stehen unter Denkmalschutz“, erklärt Wilhelm Thiele (Grosseneder). Aufgestellt wurden sie nach Abschluss eines Grenzvertrages, den Hessen und Paderborn 1754 schlossen. Es hatte schon vorher Verträge gegeben. Sie konnten allerdings Auseinandersetzungen wegen der Länderzugehörigkeit einiger grenznaher Orte nicht verhindern.

Fehlende Steine ersetzt

Die behauenen Sandsteine tragen laufende Nummern und die Jahreszahl 1754 auf beiden Seiten. Dazu auf der jeweiligen Seite das Landeswappen und das Kürzel des Landesherrn. Auf der Paderborner Seite steht dort Bischof Clemens August, auf der Hessischen Landgraf Wilhelm VIII..

Während des Siebenjährigen Krieges wurden Lücken in die Grenzbefestigung geschlagen. Die fehlenden Steine wurden 1778 ersetzt. Sie sind fast gleichgroß wie die alten Steine, jedoch schlichter behauen. Andere Kürzel weisen auf die neuen Landesherren Friedrich II. Landgraf von Hessen-Kassel und Fürstbischof Wilhelm Anton von Asseburg hin. Weitere Partien von Ersatzsteinen wurden 1824 und 1834 aufgestellt.

Neben geschichtlichen Informationen über die Befestigung der Hessisch-Paderborner Grenze stellen die Veranstalter noch mehr in Aussicht: Anekdoten zur Grenzregion, Erzählungen von hessischen und westfälischen Besonderheiten sowie genussvolle Erlebnisse. (ziv)

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