Grafen von Everstein

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Die Familie der Edelherren und Grafen von Everstein (benannt nach der gleichnamigen Burg bei der Stadt Holzminden) teilte sich im 12. Jahrhundert in mehrere Linien auf.

Um 1000 hatte sich um Warburg die Grafschaft Donnersberg gebildet, die nach Süden bis Mengeringhausen grenzte. Mit dem paderbornischen Teil hatte Bischof Simon die Grafen von Northeim belehnt. Über sie und ihre Verwandten kam sie an die Grafen von Everstein. Anscheinend waren sie gleichzeitig von Paderborn und Mainz belehnt. Die Gerichtsstätte am Donnersberg bei Wormeln wird in einer Urkunde des Klosters Arolsen im Jahre 1239 zum letzten Mal erwähnt: die dortige Burg ist zerfallen wie die der Eversteiner, die Flurbezeichnung ist dort erhalten geblieben.

Geschichte

Die Kugelsburg

Ein Lehnsmann des damaligen Kölner Erzbischofs wird im Jahre 1180 Graf Albrecht III. von Everstein. Etwa 20 Jahre später unterstehen ihm die Orte Wettesingen, Breuna, Rhöda, Ehringen und Wormeln in der Gegend von Volkmarsen.

Als Erben des ersten Hauses der Edelherren zu Itter waren die Eversteiner Grafen seit mindestens 1126 Lehensmannen des Klosters Corvey . Eine Tochter der Gepa von Itter, einer Verwandten und letztlich Erbin der im männlichen Stamm 1123 ausgestorbenen ersten Linie Itter, wahrscheinlich Mechthild, heiratete um oder vor 1128 den Edelherren Konrad I. von Everstein, Gaugraf von Medebach und Vizevogt des Klosters Helmarshausen), der mit dieser Heirat das Schloss und die Herrschaft Itter erwarb - allerdings als Lehen von Corvey. Ein Sohn der beiden, Gerlach, wurde der Ahnherr des zweiten Hauses Itter; der andere, Thietmar, begründete die Herrschaft Büren bei Paderborn, auf von seiner Großmutter Gepa geerbtem Allodialbesitz der Grafen von Arnsberg-Werl.

Graf Albrecht III. von Everstein gilt als Erbauer der Kugelsburg bei Volkmarsen. Nach dem Sturz Heinrichs des Löwen im Jahre 1180 wurde er Lehnsmann des Kölner Erzbischofs , der die Burgen seiner Vasallen aufkaufte und sie dann als Lehen vergab. Die Eversteiner hielten bereits seit Ende des 11. Jahrhunderts den Ort Volkmarsen, allerdings als Mainzer Lehen, und bereits um 1200 hatte Albrecht ausgedehnten weiteren Besitz in der Umgebung hinzugewonnen. Um die Mitte des 12. Jahrhunderts kam Volkmarsen in den Besitz von Corvey, wie Papst Hadrian IV. am 25. Februar 1155 bestätigte. Der Bau der Burg war jedoch nicht etwa zum Schutz der Stadt gedacht, sondern war ein Versuch des Corveyer Abtes, den Mainzer Expansionsbestrebungen einen Riegel vorzuschieben. Schon 1198 hatte Abt Widukind einen Schutzvertrag mit dem Kölner Erzbischof Adolf I. von Altena geschlossen.

Papst Gregor IX. bestätigte 1233 dem Kloster Corvey den Besitz der Kugelsburg und der Stadt Volkmarsen. Von 1239 bis 1293 bewohnten die Grafen von Everstein die Burg, und da die Stadt Volkmarsen ihnen nicht unterstand, gab es häufig Streit zwischen beiden. Schon 1239 hatte Graf Otto IV. von Everstein seine Rechte an den Kirchen in Volkmarsen, Wittmar und Benfelde dem Kloster Arolsen übereignet, welches kirchlich zur Diözese Mainz gehörte, und somit den Konflikt verschärft. 1255 verpfändete Konrad III. von Everstein die "Cugelenburg" teilweise an das Kloster Gehrden (Brakel). Räubereien der Burgmannen führten 1260 zur strafweisen Zerstörung der Burg, die allerdings schon bald wieder aufgebaut wurde.

1297/1303 verzichtete Graf Otto von Everstein gegenüber dem Kölner Erzbischof Wigbold von Holte auf seinen Teil der Kugelsburg, und 1298 begab sich das Kloster Corvey selbst unter die Schutzherrschaft des Kölner Erzbischofs und überließ ihm seinen Teil der Burg für zwei Jahre als Pfand. 1304 verpfändete Corvey erneut seine Hälfte der Burg und der Stadt an das Erzbistum Köln, das die Anlage verstärken und den Bergfried bauen ließ. Damit hatte Kurköln endgültig eine Enklave in Nordhessen.

siehe auch

Weblinks