Graf Philipp IV. von Waldeck

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Philipp IV. (1493 – 1574) war der Sohn von Graf Heinrich VIII. und wie sein Vater als Graf von Waldeck in Wildungen.

Er wurde auf Schloss Friedrichstein in Alt-Wildungen geboren und folgte seinem Vater im Jahre 1513 in der Herrschaft der südlichen (Teil)-Grafschaft Waldeck-Wildungen, die er insgesamt 61 Jahre inne hatte. Phlipp IV. starb am 30. November 1574 auf Burg Waldeck.

Unter seiner Herrschaft wurde die Grafschaft im Zuge der Reformation evangelisch.

Zu seinen Söhnen gehörten u. a. die Grafen Samuel (1528 - 1570), Daniel (1530 - 1577) und Heinrich (1531 - 1577), der spätere Graf Heinrich zu Waldeck in Wildungen.

Nach seinem Tod auf Burg Waldeck wurde Philipp IV. am 4. Dezember 1574 in der Nikolauskapelle der Kirche des Klosters Marienthal in Netze beigesetzt.

Nachfolger wurde Sohn Daniel als regierender Graf von Waldeck-Wildungen, darauf Philipps weiterer Sohn Heinrich.

Sohn Samuel erhielt nach seiner Vermählung im Jahre 1554 das Amt Wildungen und nahm seinen Sitz zu Altenwildungen.

Burg Waldeck

Der Ausbau der mittelalterliche Burg Waldeck erfolgte ab 1500 zunächst unter Graf Heinrich VIII. (Nordflügel ab 1500), später dann unter seinen Nachfolgern, den Grafen Philipp IV. und Daniel, bis 1577.

Reformation in Waldeck

Am 26. Juni 1526 ließ Graf Philipp IV. in der Stadtkirche Waldeck einen lutherischen Gottesdienst halten und führte offiziell die Reformation in der Grafschaft ein, noch vier Monate vor der Homberger Synode in der benachbarten Landgrafschaft Hessen. Noch im gleichen Jahr (1526) organisierten Philipp IV. und Graf Wolrad II. (von Waldeck-Eisenberg) auf einer Synode im später aufgelösten Kloster Volkhardinghausen die Waldeckische Lutherische Landeskirche und orientierten sich dabei weitgehend an dem „Evangelischen Ratschlag an Graf Philipp IV. zu Waldeck“ des hessischen Reformators Adam Krafft.

Bereits 1521 wurde Graf Philipp auf dem Reichstag zu Worms ein Anhänger der reformatorischen Lehre. Er setzte den mit einer ehemaligen Nonne verheirateten und aus seiner Vaterstadt vertriebenen Priester Johann Hefentreger als Pfarrer ein. Zwei Gedenktafeln an den Eingängen der Stadtkirche Waldeck erinnern an den 17. Juni 1526, an dem Hefentreger die erste evangelische Predigt hielt und damit die Reformation für das Waldecker Land einführte.

In Folge der Reformation wurden die Klöster in der Grafschaft nach hessischem Vorbild aufgelöst, so z. B. Kloster Berich, Kloster Flechtdorf, Kloster Marienthal, Kloster Schaaken oder Kloster Werbe, wobei die Erträge für mildtätige Stiftungen oder auch als Grundstock für die Gründung der Alten Landesschule Korbach) Verwendung fanden.

siehe auch

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