Gräfin Reichenbach

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Bereits im Jahre 1812 verliebte sich der verheiratete Kurfürst Wilhelm II. in Emilie Ortlöpp, die spätere Gräfin Emilie von Reichenbach-Lessonitz (* 1791, † 1843), Tochter eines Berliner Juweliers. Als 1813 die napoleonische Vorherrschaft zu Ende ging, holte der Kurfürst Emilie nach Hessen und lebte zusammen mit seiner Frau und seiner Geliebten in Kassel.

Er erhob die Geliebte in den Adelsstand und machte sie zur Gräfin Reichenbach, nach einer Burg bei Waldkappel, später auch zur Gräfin von Lessonitz. Sie wurde bei Hofe zugelassen und wohnte im "Roten Palais" am Friedrichsplatz.

Emilie gebar acht Kinder, von denen Louise die älteste war.

Nach dem Tod von Kurfürstin Auguste am 28. Februar 1841 heiratete der Kurfürst am 8. Juli 1841 seine langjährige Geliebte auf Schloss Bisenz in Mähren.

Geschichte

Nach der Regierungsübernahme Wilhelms II. im Jahre 1821 wurde der von seinem Vater begonnene Neubau eines großen Residenzschlosses eingestellt und statt dessen das kurprinzliche Palais nach den Plänen von Johann Conrad Bromeis um weitere Repräsentationsräume erweitert: das Rote Palais, die ehemalige landgräfliche Stadtresidenz in Kassel.

Während der Regierungszeit von Kurfürst Wilhelm II. trat im Jahre 1831 die Kurhessische Verfassung in Kraft, die zusammen mit der belgischen zu den liberalsten in Europa gehörte.

Begünstigt wurde dieser fast revolutionäre Akt auch durch die Schwäche des Kurfürsten. Die wirtschaftliche Krise und soziale Not im Lande sorgten für Unruhe. Außerdem hatten die französischen Besatzer zur Zeit des Königreichs Westphalen revolutionär-liberale Gedanken mit nach Hessen gebracht. So war es 1830 dazu gekommen, dass eine gewählte Abordnung der Bürgerschaft dem Kurfürsten eine Petition überreichte, in der die Einberufung der Stände und die Erarbeitung einer Verfassung gefordert wurden.

In dem Abschnitt der Verfassung, in dem von den „allgemeinen Rechten und Pflichten der Unterthanen” die Rede ist, wurden Freiheitsrechte verbrieft, die mit einigen unserer Grundrechte vergleichbar sind: gleiche Rechte für alle, Freiheit der Berufswahl, Glaubens- und Gewissensfreiheit und Freiheit der Person und des Eigentums.

Aber diese Errungenschaft hatte nicht automatisch ein liberales Hessen zur Folge. Zu stark waren die Kräfte, die diese Bestimmungen als für den Staat gefährlich empfanden. Außerdem machte sich schnell bemerkbar, dass ab 1831 der Sohn des Kurfürsten (Friedrich Wilhelm I.), der die Verfassung ablehnte, Mitregent wurde.

Die Revolution von 1848 stärkte noch einmal die liberalen Kräfte, doch ab 1850 setzte sich die Restauration durch. Bereits im Jahre 1852 wurde die Verfassung außer Kraft gesetzt.

siehe auch

Weblinks