Gottlob Engelhard

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Der in den Jahren 1852 bis 1856 in Kassel errichtete ehemalige Hauptbahnhof entstand nach den Plänen des Hofbaudirektors Gottlob Engelhard.

Gottlob Engelhard wurde am 18. Dezember 1812 in Kassel geboren. Er war der Sohn des Oberbaurats Daniel Engelhard.

Später wurde Gottlob Engelhard in die Bauabteilung der Regierung nach Münster versetzt.

In Münster verstarb er am 13. April 1876.

Geschichte

Hauptbahnhof Kassel mit alter Straßenbahn nach einer Ansichtskarte

Die Eisenbahnlinien, die Kassel im 19. Jahrhundert berührten, sollten zu einem zentralen Bahnhof geführt werden. Der Architekt Daniel Engelhard machte 1845 den Vorschlag, den Bahnhof auf dem Möncheberg zu entrichten, in der Verlängerungsachse zur Friedrich-Wilhelms-Straße (heute Ständeplatz). Es sollte u. a. der Möncheberg untertunnelt werden.

Der Plan scheiterte, weil Kurfürst Friedrich Wilhelm I. den neuen Bahnhof in der Nähe seiner Residenz am Friedrichsplatz haben wollte. Schließlich wurde der Standort für den Bahnhof am Nordhang des Kratzenberges ausgewählt, ein Gelände, das damals „in der Leimenkaute“ genannt wurde. Zunächst entstand ein provisorischer Bahnhofsbau in Form von Bretterbuden und Fachwerkprovisorien jeweils eine für die private Friedrich-Wilhelms-Nordbahn und eine für die staatliche Main-Weser-Bahn. Architekt dieser Bauten war Julius Eugen Ruhl. Am 18. August 1848 verließ der erste Eisenbahnzug Kassel.

Im April 1848 fiel die kurfürstliche Entscheidung für einen Zentralbahnhof. Von 1852 bis 1856 wurde dann ein stattliches Gebäude als Kopfbahnhof errichtet nach den Plänen des kurhessischen Oberbaudirektors Gottlob Engelhard.

Der neue Bahnhof wurde im Rundbogenstil erbaut und war zur Zeit seiner Entstehung einer der größten Bahnhöfe Deutschlands. Der Backsteinbau wurde damals Oberstadt-Bahnhof genannt. Der Bahnhof besaß drei Bahnsteige mit vier Gleisen, je ein Gleis am Bahnsteig des Nord- und des Südflügels und zwei Gleise am nicht überdachten Mittelbahnsteig. Drehscheiben ermöglichten am Ende der Gleise die ankommenden Lokomotiven zu drehen und auf einem Nebengleis wieder an die Spitze des Zuges zu setzen. In den Seitenflügeln befanden sich die Wartesäle und ein Fürstenzimmer. In den Speisesälen konnte man innerhalb einer Viertelstunde eine Mahlzeit einnehmen.

siehe auch

Weblinks