Gottlieb Theodor Kellner

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Dr. Gottlieb Theodor Kellner (1819 - 1898), Jurist und Journalist, war in Kassel der Herausgeber des satirischen Wochenblatts "Hornisse".

Am 13./ 14. Februar 1852 gelang ihm die Flucht aus dem Staatsgefängnis an der Fulda (heute Willi-Seidel-Haus) mit Hilfe des Gefangenenwärters und Soldaten Zinn. Das Geschehen wurde in einem Gedicht festgehalten:

:Der Kellner und der Zinn:
:Wo sind die beiden hin?
:An der Fulda sind sie runner,
:An der Schlagd da lag der Plunder.

Aus Leben und Werk

Gottlieb Theodor Kellner wurde 1819 in der Kasseler Unterneustadt geboren. Er studierte Rechtswissenschaften und arbeitete anschließend als Privatdozent in Göttingen.

In Kassel führte er 1848 die demokratische soziale Partei und gewann eine große Anhängerschaft. Als Chefredakteur des satirischen Wochenblattes „Die Hornisse“ (mit dem Untertitel: "Zeitung für hessische Biedermänner") griff er immer wieder in scharfer Form den Kurfürsten und dessen Regierung an und wurde deshalb verhaftet und wegen Hochverrats angeklagt. Trotz scharfer Bewachung gelang ihm dennoch die Flucht aus dem Kastell in der Unterneustadt. Mit einer Kutsche erreichte er Paderborn und mit einem Schnellzug Brüssel.

In späteren Jahren war er in Amerika bis zu seinem Tod Chefredakteur des „Philadelphia Demokrat“.

Der ehemalige Soldat Zinn, der ihn in Kassel bei seiner Flucht unterstützte, soll in London als Druckereibesitzer wohlhabend geworden sein.

In Kassel wurde nach Gottlieb Theodor Kellner eine Strasse benannt.

siehe auch

Weblinks und Quellen