Goldenes Buch

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Ein Stück Geschichte auf Papier

Das ursprüngliche Goldene Buch Kassels von 1905 wird im Stadtarchiv aufbewahrt


Das ursprüngliche Goldene Buch der Stadt Kassel liegt hinter Glas. Der blaue Einband aus Schweinsleder ist mit Messingbeschlägen verziert. An den Ecken sind vier violette Amethyste angebracht. Auf dem festen Papier schimmern Wasserzeichen, die Kanten sind vergoldet.

1909 unterschrieb Kaiser Wilhelm II. dort anlässlich der Einweihung des Kasseler Rathauses. Vier Jahre zuvor stiftete der Kasseler Kaufmann Carl Ruetz seiner Heimatstadt das Goldene Buch, in dem sich fortan prominente Besucher verewigen durften.

Adlige, Militärs und Politiker - die erste Serie von Einträgen endet 1917. Dafür hat Stadtarchivar Frank-Roland Klaube folgende Erklärung: „Nach 1933 wurden die Einträge von Kommunisten und Sozialdemokraten entfernt. Sämtliche Seiten der 20er-Jahre fehlen.“

Nach vier leeren Blättern geht es im Jahr 1930 weiter. Auch Reichsminister Hermann Göring und Adolf Hitler haben im Goldenen Buch der Stadt Kassel unterschrieben. 1943 eine weitere Unterbrechung: In diesem Jahr wurde die Stadt Kassel bei Bombenangriffen zerstört.

Erst 1951, im Zuge des demokratischen Neuanfangs, wird das Goldene Buch in Kassel weitergeführt. Im ursprünglichen Exemplar, das heute im Stadtarchiv zu sehen ist, ist nur etwa ein Drittel der Seiten gefüllt. 1962 wurde der zweite Band beim Besuch von Malis Staatspräsident eingeweiht.

Aktuellster Eintrag ist der des Boxweltmeisters im Mittelgewicht Arthur Abraham, der sich am 10. Januar 2006 im Goldenen Buch verewigte. Abraham hatte im Kasseler Boxcamp von Lothar Kannenberg gelernt.

Kontakt

Stadtarchiv Kassel, Wildemannsgasse 1, Tel. 0561/ 787 4050, Fax: 787-4060.