Gloria-Filmtheater

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Zu den bekannten Kinos in Kassel gehört das Gloria-Filmtheater in der Friedrich-Ebert-Strasse 3 (Ständeplatz).

Das Gloria-Kino wurde von dem Bauunternehmer Georg Rüdiger in Auftrag gegeben und 1953–1954 von dem Bad Hersfelder Architekten Ernst Flemming erbaut. Es eröffnete am 18. Februar 1954 mit Paul Martins Film "Die Privatsekretärin" (1953).

In den 1950ern kamen die Stars

Die Helden der Kinoleinwand waren bei den Premieren hautnah zu erleben

von Wilhelm Ditzel

Kassel. Heinz Rühmann, Hildegard Knef, Heinz Erhardt, Hans Moser, Theo Lingen, Maximilian Schell, Alice und Ellen Kessler, Joachim Fuchsberger, Christine Kaufmann oder Johannes Heesters. Zwischen 1953 und 1960 konnte die Kasseler Bevölkerung die Stars von der Kino-Leinwand regelmäßig hautnah erleben. Denn zahlreiche Kinopremieren wurden damals in der Stadt gefeiert. Die Stars kamen am Hauptbahnhof an und wurden nicht selten von über tausend Fans auf ihrem Weg zu den angesagten Lichtspielhäusern - so nannte man die Kinos seinerzeit - begleitet.

So wurde zum Beispiel im Februar 1956 der Film "Ein Herz schlägt für Erika" in Anwesenheit von Grethe Weiser im Capitol in der Wilhelmsstraße uraufgeführt. Die Stars stiegen im Parkhotel Hessenland (heute: Mercure) ab.

Alice und Ellen Kessler luden 1957 zur Premiere ihres Films "Vier Mädels aus der Wachau" Kasseler Zwillingspärchen in die Kaskade ein. Johannes Heesters und Marianne Schönauer kamen im September des Jahres zur Premiere von "Bel ami" ebenfalls ins Kino mit den Wasserspielen.

Zur Premiere von "Immer die Radfahrer" besuchten Corny Collins und Heinz Erhardt im Oktober 1958 das "Gloria". Für den unvergesslichen Heinz Erhardt war das nicht der letzte Aufenthalt in Kassel. 1959 drehte er hier eine Verfolgungsjagd für die Komödie "Natürlich die Autofahrer", 1960 war er "Der letzte Fußgänger" am Altmarkt.

Viele Jahre zuvor wurde ein angehender Superstar indes kaum in Kassel beachtet: Die damals 18-jährige Maria Magdalena von Losch gab 1922 im Bergpark Wilhelmshöhe ihr Leinwanddebüt in dem Film "So sind die Männer". Hätten die Kasseler, Kasseläner und Kasselaner gewusst, dass Maria Magdalena nur wenige Jahre später unter dem Künstlernamen Marlene Dietrich Weltkarriere machen würde!

(aus: HNA-online vom 09.04.2008)

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