Glasproduktion im Kaufunger Wald

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Glasproduktion im Mittelalter

Eco-Pfad Gläsnertal

Im Mittelalter war die Glasherstellung ein wichtiger Produktionsfaktor in dieser Gegend. Die erste Glashütte im Kaufunger Wald wird bereits 1446 erwähnt.

Im Jahre 2009 fertiggestellt wurde der Eco-Pfad Gläsnertal bei Nieste am historischen Standort der Großen Niestehütte.

Weiden-Iglus stehen symbolisch für große Glasöfen. Der Eco-Pfad erinnert den Wanderer in einer heute stimmungsvollen Waldwiesen-Landschaft daran, dass der Kaufunger Wald seit dem späten Mittelalter ein Zentrum der deutschen Glasproduktion war.

Glasbläser im Kaufunger Wald

Ein weiteres Beispiel - neben dem schon erwähnten Gläsnertal bei Nieste - ist der Ort Ziegenhagen, heute ein Ortsteil von Witzenhausen. Um 1500 kamen aus dem böhmisch-sächsisch-thüringischen Raum wandernde Glasbläser und errichteten dort ihre Glasfabrikationsanlagen. Der Baumbestand diente als Brennmaterial, und quarz- haltiger Sand als Rohstoff. Um 1780 entstand hier an der Stelle des heutigen gleichnamigen Ortsteils dann eine feste Glashütte. Zum Transport der mit bis zu 100 Zentnern mit Glas beladenen Wagen wurden zeitweise 15 Pferde gehalten, bevor die Glashütte 1907 nach Immenhausen verlegt wurde. Mit der Hütte zogen seinerzeit an die 200 Menschen von Ziegenhagen fort, was die Bedeutung der Glasproduktion an diesem Ort unterstreicht.

Zeitreise im Kaufunger Wald

Am Freitagnachmittag wurde in Nieste der Eco-Pfad Archäologie Gläsnertal eingeweiht

von Tina Hartung

Nieste. Wie wird eigentlich Glas hergestellt? Heißt Waldglas so, weil es grün ist? Diese und viele andere Fragen zum Thema Gläsnerei beantwortet der Eco-Pfad Archäologie Gläsnertal. "Als elften Eco Pfad kann man nun auch in Nieste eine Wanderung mit einer Zeitreise verbinden", freut sich Landrat Dr. Udo Schlitzberger. Zusammen mit Niestes Bürgermeister Edgar Paul weihte er am Freitagnachmittag den Eco-Pfad Archäologie Gläsnertal ein. Der Kaufunger Wald war im Mittelalter eines der wichtigsten Gebiete der Waldglasherstellung in Deutschland. Der neun Kilometer lange Pfad umfasst fünf Stationen, die Wanderern die Tradition der Waldglasherstellung in Erinnerung rufen sollen.

Vor der Einweihung des Eco-Pfads wird natürlich ein Stück des Weges zu Fuß zurückgelegt. Am Wanderparkplatz Bunte Bock kurz hinter dem Ortsausgang von Nieste in Richtung Witzenhausen beginnt die spannende Entdeckungsreise. Neben Schlitzberger und Paul waren auch 30 Wanderfreunde gekommen. Darunter Dr. Thilo Warneke. Er ist für die wissenschaftliche Bearbeitung sowie die Textinhalte und Bilder auf den Tafeln verantwortlich.

Interessiert versammeln sich die Wanderer vor der ersten Tafel und hören zu, was Warneke über die Bedeutung des Kaufunger Waldes für die Gläsnerei berichtet. "Besonders die letzte Station möchte ich Ihnen ans Herz legen", sagt er. Dort sei mit 70 Metern Durchmesser der größte Schutthügel einer Waldglashütte in Europa zu sehen. Roland Petrowsky, Gesamtvorsitzender des Hessisch-Waldeckischen Gebirgs- und Heimatvereins, befindet den Pfad für gut. Der Lohn: das Siegel "geprüfter Wanderweg".

aus: HNA-online vom 23.6.2009

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Wandertipps