Giflitz

Aus Regiowiki
Wechseln zu: Navigation, Suche

Giflitz ist (seit dem 1. Juli 1971) ein Ortsteil der Gemeinde Edertal und Sitz der Gemeindeverwaltung.

Der Ort hat heute etwa 900 Einwohner.

Geografie

Das Dorf liegt am Ausgang des Wesetals mit Blick ins Edertal. Zwischen Giflitz und Anraff lag früher ein Sumpfgebiet, das noch heute Bruchfeld genannt wird. Hier fanden Störche reichlich Nahrung. Ein anderer Vogel, der feuchte Wiesen liebt, brachte den Giflitzern den Ortsspottnamen "Geffelzer Biebitze" (Giflitzer Kiebitze) ein.

Geschichte

Keramikfunde deuten darauf hin, dass Giflitz schon vor etwa 6000 Jahren besiedelt war. Auch der keltische Dorfname deutet auf ein hohes Alter des Dorfes hin. "Juffelze" ist die älteste belegte Namensform (um 800).

Die früheste Erwähnung eines Herren von Giflitz (Conrad von Giffleze) erfolgte in einer Urkunde des Klosters Weißenstein (später Jagdschloss Weißenstein) bei Kassel aus dem Jahr 1213.

In einer Urkunde aus dem Jahr 1303 ist überliefert, dass Graf Otto II. von Waldeck in Giflitz einen Hof als Burglehen des Mainzer Erzbischofs besaß. Später ist von zwei "freien Erbgütern" die Rede. Zeitweise bestanden in Giflitz vier Meierhöfe.

Kirche

Die Giflitzer Kirche wurde schon 1565 als „Filial von Bergheim“ genannt. Allerdings wurde die Erbauungszeit der Kirche in die erste Hälfte des 17. Jahrhunderts datiert. Vielleicht glaubte man, die Kirche sei im 30-jährigen Krieg zerstört worden, wofür es aber keinerlei Beweise gibt.

Über dem Portal – neben dem Waldecker Stern – ist die Jahreszahl 1625 sowie eine Buchstabenreihe: CGVHZW (wahrscheinlich Christian Graf und Herr zu Waldeck). Bei grundlegenden Renovierungsarbeiten von 1992 bis 1994 wurden Wandmalereien entdeckt, beispielsweise ein schlafender Soldat in Ritterrüstung.

Bezirkskonservator Michael Neumann datierte die historische Kirchenausmalung auf das Ende des 15. Jahrhunderts. Also muss die Kirche älter sein als bis dahin angenommen. Aus Kosten- und Zeitgründen verschwanden, bis auf wenige Ausnahmen, die Malereien wieder unter Putz.


Quelle zur Geschichte der Kirche: Artikel aus der HNA Waldeckische Allgemeine aus der Serie Kirchen im Waldecker Land

Literatur

  • Festschrift "1200 Jahre Giflitz 786 - 1986"

Ortsteile der Gemeinde Edertal

Ortsteile von Edertal
  • 1971: Am 1. Juli schlossen sich die selbstständigen Gemeinden Bergheim und Giflitz zur Gemeinde Edertal - mit Verwaltungssitz in Giflitz - zusammen. Bereits drei Monate später trat auch die Gemeinde Gellershausen bei.
  • 1972: Die bis dahin selbstständigen Gemeinden Affoldern, Anraff, Böhne, Bringhausen, Buhlen, Hemfurth-Edersee, Königshagen, Mehlen und Wellen traten der neu gegründeten Gemeinde bei und bildeten die Großgemeinde Edertal.
  • 1974: Die bis dahin noch selbstständige Gemeinde Kleinern wurde durch das Neugliederungsgesetz der Großgemeinde Edertal zugeordnet.

siehe auch

Weblinks


Ortsteile der Gemeinde Edertal
EdertalerWappen 80.jpg

Affoldern| Anraff | Bergheim (Edertal)| Böhne | Bringhausen | Buhlen | Gellershausen | Giflitz | Hemfurth-Edersee | Kleinern | Königshagen | Mehlen | Wellen | Rehbach |