Geschichtsverein Westuffeln

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Der Geschichtsverein Westuffeln e.V. hat sich zum Ziel gesetzt, „die Vergangenheit der Ortschaft Westuffeln (Ortsteil der Gemeinde Calden im Landkreis Kassel) mit allen äußeren und inneren Einflüssen, die zu seiner Entwicklung beigetragen haben, in Wort und Bild zu dokumentieren, zu erhalten und der Öffentlichkeit zugänglich zu machen“, heißt es in der Vereinssatzung, die während der Gründungsversammlung am 18. Januar 2006 in Westuffeln beschlossen wurde.

Geschichte

Aus der Ortsgeschichte

Die evangelische Kirche in Westuffeln

Der landwirtschaftlich geprägte Ort wird als „Ufelohun“ erstmals in einer Urkunde des Klosters Fulda aus dem 9. Jahrhundert erwähnt, wobei allerdings "ufloun et altera ufloun" (= Uffeln und das andere Uffeln) gemeint sein können, wie es in einer weiteren Urkunde aus dem Jahre 965 heisst. Die beiden "Uffeln" (Westuffeln und Burguffeln) im ehemaligen Kreis Hofgeismar können jedenfalls beide auf eine weit mehr als 1000 Jahre alte Entstehungsgeschichte zurückblicken.

In der Zeit von 900-1294 lag der Ort in wechselndem Herrschaftsbereich der Grafen von Warburg, des Erzbistums Mainz und des Erzbistums Paderborn bevor er hessisch wurde. Lehnsherren waren die Herren von Schartenberg und Grope von Gudenberg (bis zum Jahre 1383) sowie die Herren von der Malsburg bis in das 19. Jarhundert hinein.

Das Dorf gehörte bis 1484 zum Amt Schartenberg und ab 1484 bis 1835 zum Amt Zierenberg, bevor der Ort dem Kreis Hofgeismar angehörte.

Seit der hessischen Gebietreform zu Beginn der 1970-er Jahre ist Westuffeln ein Ortsteil der Großgemeinde Calden und gehört zum Landkreis Kassel.

Ausführlich zur Geschichte des Orts informiert u. a. die Zeittafel des Geschichtsvereins Westuffeln.

Die evangelische Dorfkirche

Das genaue Baujahr der mittelalterlichen Dorfkirche ist nicht bekannt. Nur der Kirchturm ist von dieser frühromanischen Kirche noch erhalten geblieben, die in Westuffeln zwischen dem 10. und 12. Jahrhundert errichtet worden ist und damals dem heiligen Johannes geweiht wurde.

Das heutige Kirchenschiff im neugotischen Stil wurde ab dem Jahre 1882 errichtet und am 18. März 1883 eingeweiht. Bei einer umfassenden Restaurierung im Jahre 1982 erhielt die Kirche auch eine Heizung.

Kleine Zeitreise auf Schuhsohlen

21 Infotafeln berichten aus Westuffelns Vergangenheit - Ein Projekt des Geschichtsvereins

aus: HNA-online vom 16.8.2009

Westuffeln. Alt-Westuffeln lässt sich wieder zu Fuß erkunden - zumindest punktuell. Ein Projekt des Geschichtsvereins Westuffeln erlaubt die Begegnung mit Gebäuden und Orten, die heute nicht mehr oder in veränderter Form existieren. 21 Tafeln mit historischen Abbildungen und erläuternden Texten sind jetzt im Dorf installiert worden. Weitere könnten, sagt Geschichtsvereins-Vorsitzender Wolfgang Lange, im Laufe der Zeit noch hinzukommen.

Den Schwerpunkt der kleinen ortsgeschichtlichen Route bildet naturgemäß die Kasseler Straße, die von vielen Älteren auch noch Holländische Straße genannt wird. Hier finden sich nicht nur die Kirche und zwei frühere Pfarrhäuser, sondern auch der alte Posthof.

Poststation an Fernstrecke
Seine unmittelbare Lage an der historischen Fernstrecke machte Westuffeln einst zur Poststation auf der Postlinie zwischen Kassel und Warburg. Dem Gutshof Berndt waren vom Landgrafen Mitte des 18. Jahrhunderts die Postgeschäfte übertragen worden, der Gutsbesitzer fungierte nun auch als Posthalter. Am Posthof wurden die Kutschpferde gewechselt. Zehn Pferde standen in Westuffeln für den Posttransport zur Verfügung, acht für zwei Vierer-Gespanne, zwei als Ersatz, wie der Infotafel an Station 8 zu entnehmen ist.

An anderer Stelle erläutern Infotafeln alte Straßenbezeichnungen oder markieren entlang der Tränke den Verlauf des längst zugeschütteten Mühlgrabens. In der Mengeföhre erinnert das Repro eines historischen Bildes an Thielemanns Haus, das schon lange nicht mehr existiert: Das alte diemelsächsische Bauernhaus wurde Anfang der 1970-er Jahre abgerissen.

Ein halbes Jahr Arbeit hat der von den Vereinsmitgliedern Ehrhard Groß und Georg Butterweck tatkräftig unterstützte Vorstand in das Projekt investiert. Die Absicht: Ortsgeschichtliches soll im Westuffelner Alltagsleben ein Stück weit wieder erlebbar werden. Der informative Dorfspaziergang empfiehlt sich nach Überzeugung von Wolfgang Lange und seinem Team auch Ortsfremden.

Der Geschichtsverein will jetzt noch ergänzend zu den Tafeln einen Ortsplan mit Darstellung der Infopunkte herausbringen. (pbb)

Jubiläumsjahr 2009

Unter dem Titel "Das war 2009 in Westuffeln" legte der Geschichtsverein Westuffeln bereits zum dritten Mal einen gedruckten Jahresrückblick vor. Texte und Fotos erinnern an verschiedenen Jubiläen am Ort, etwa an das 100-jährige Bestehen des TV Westuffeln (TVW) und des Posaunenchors, das 130-jährige Jubiläum des Gemischten Chors, an 25 Jahre Theatergruppe "Die Moritzen" und 100 Jahre Wasserwerk.

Ebenso gehören historische Dokumente, Bilder von frisch sanierten Fachwerkhäusern oder eine Vokabelliste in Westuffelner Mundart zum Inhalt der 80-seitigen Broschüre.

siehe auch

Watt ick nau vertellen wollte

"Watt ick nau vertellen wollte“ - Mundart-CD des Westuffelner Geschichtsvereins. [1]

Weblinks und Quellen

Quellen

  1. HNA-online vom 11.5.14: Upp Platt Herzen erobert

Weblinks