Gesamthochschule Kassel

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Zum Wintersemester 1971/72 startete die neu gegründete Gesamthochschule Kassel (GhK), in der bestehende Hochschuleinrichtungen aufgingen, auf dem ehemaligen Gelände der Firma Henschel. Damit wurde der Grundstein für die heutige Universität Kassel gelegt. Entsprechend einem Senatsbeschluss änderte die GhK ihren Namen in "Universität Kassel". Ursprünglich wurde die Gesamthochschule als Reformmodell von Bürgern auf den Weg gebracht.

Geschichte

Beginn 1971

1967 - Das Verwaltungsgebäude der Fa.Henschel (heute Uni)

In den 1960er-Jahren sollten durch Gesamthochschulen von den Studenten kritisierten Hochschulstrukturen vermieden werden. Die Gesamthochschule sollte fließende Übergänge ermöglichen und getrennte Fachbereiche zusammenführen. Bildungspolitiker der unterschiedlichsten Parteizugehörigkeit glaubten zu der Zeit, dass irgendwann alle deutschen Unis in Gesamthochschulen umgewandelt werden würden.

Dazu kam es nicht. Die bildungspolitische Parteienkonsens, der um 1970 geherrscht hatte, zerbrach rasch. So wurde bald die als Modellversuch Integrierte Gesamthochschule auf den Weg gebrachte Kasseler Neugründung zum Gegenstand der CDU-Kritik. Einige wirtschafts- und wehrkritische Forschungsprojekte der GhK ließen auch die regionale Wirtschaft auf Distanz gehen. Und schließlich hätten sich Teile der Bevölkerung lieber eine richtige („seriöse”) Uni gewünscht als eine Gesamthochschule; ganz ähnlicher Ansicht waren etliche Professoren, die auf ihre Kollegen herunterschauten, die als Fachhochschuldozenten hochgestuft worden waren, und die damals bedauerten, dass die GhK keinen wissenschaftlichen Mittelbau (Assistenten) hatte.

Der wissenschaftliche Ruf der GhK stand auf dem Spiel und damit ihre Zukunftsfähigkeit. Erfolg erzielte sie allerdings auch dadurch, dass sie einige der radikalen Reformziele aufgab.

Arbeitskreis Universität Kassel

Mit Hartnäckigkeit hatte ab 1969 der Arbeitskreis Universität Kassel für seine Ziele gestritten. Dabei gingen die Meinungen zeitweise auseinander, welche Fachbereiche einbezogen oder ausgespart werden sollten. Mit Blick auf die zahlreichen Gerichte war die Juristen-Ausbildung ebenso im Gespräch wie die Medizin-Fachrichtung. Doch genau diese beiden klassischen Uni-Bereiche wurden für Kassel nicht vorgesehen. Statt dessen gewann die GhK eine Besonderheit dadurch, dass ihr die drei künstlerischen Fachbereiche zugeordnet wurden, die aus der Hochschule für bildende Künste (Menzelstraße) übernommen wurden, die schon vorher bestanden hatte. Andere wichtige Vorgängerinstitutionen der GhK waren die Ingenieurschule, die Höhere Wirtschaftsfachschule und die landwirtschaftliche Hochschule im Nebenstandort Witzenhausen.

Uni und Stadtentwicklung

Für eine Uni-Gründung in Kassel gab es viele Gründe. Der naheliegendste war, das Bildungsangebot für die Schulabsolventen in Nordhessen zu verbessern.

Der GhK-Ausbau war aber auch ein wichtiger Motor der Stadtentwicklung. 1971 war das nicht absehbar. Als es damals darum ging, jenseits der vorhandenen Standorte festzulegen, wo der eigentliche Campus entstehen sollte, dachten alle nur an die Grüne Wiese - an die Dönche, an die Giesewiesen oder an Flächen, die noch weiter draußen lagen. Auch als in aller Schnelle der erste Neubau aus dem Boden gestampft wurde, ging man nach draußen, in den Stadtteil Oberzwehren, wo das AVZ, das Aufbau- und Verfügungszentrum, entstand. Erst drei Jahre später fiel die Entscheidung, das neue Zentrum der Uni in der Stadt, am Holländischen Platz entstehen zu lassen.

40 Jahre Gesamthochschule

Im Jahre 2011 feierte die Uni Kassel ihren 40. Geburtstag. Von einst 2913 Studenten hatte sie mit 20.600 Studenten im Jahr 2011 einen regelrechten Quantensprung erlebt.[1]

siehe auch

Weblinks und Quellen

Quellen

  1. Artikel auf HNA.de: 40 Jahre Uni Kassel: Ein Motor für die Region

Weblinks