Gemischter Chor 1861 Kassel-Bettenhausen e.V.

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Am 16. Juni 1861 fanden sich in Bettenhausen die ersten sangesfreudigen Männer zusammen und gründeten mit dem "Männergesangverein 1861" den ersten Bettenhäuser Chor mit dem Ziel, das deutsche Liedgut zu pflegen.

Geschichte

Seit 1861: Chorgesang in Bettenhausen

Die frühe Historie dieses mit Abstand ältesten Bettenhäuser Vereins kann nur unvollständig nachvollzogen werden, da im letzten Kriege fast alle Dokumente von vereinshistorischem Wert verloren gegangen sind. Am 16. Juni 1861 fanden sich in Bettenhausen die ersten sangesfreudigen Männer zusammen und gründeten mit dem "Männergesangverein 1861" den ersten Bettenhäuser Chor mit dem Ziel, das deutsche Liedgut zu pflegen. Das erste Vereinslokal war ein kleines Häuschen auf der "Pfingstweide" an der Losse. Durch das Anwachsen der Bevölkerung in Bettenhausen entstanden in den folgenden Jahrzehnten die Chöre: Arbeitergesangverein "Harmonie" als gemischter Chor (1885) und der Männergesangverein "Einigkeit" (1905). Hinzu kam im Jahre 1919 noch der "Gemischte Chor". "Einigkeit" und der "Männergesangverein 1861" schlossen sich im Jahre 1924 zusammen, gingen jedoch zwei Jahre später wieder auseinander. Das Jahr 1934 brachte den Zusammenschluss der Gesangvereine "Harmonie", "Einigkeit" und "Gemischter Chor 1919". Mit dieser Chorgemeinschaft schloss sich im Jahre 1938 der "Männergesangverein 1861" zusammen. Der Verein wählte damals den Namen "Männer- und Gemischter Chor 1861 Kassel-Bettenhausen"..

Vereinslokal war das Gasthaus "Insel Helgoland".

Inzwischen wurde das Vereinslokal gewechselt und das neue Domizil war das Gasthaus "Insel Helgoland". Doch nur kurze Zeit war es dem Verein gegönnt, das deutsche Liedgut zu pflegen. Hatte schon der erste Weltkrieg seine Opfer gefordert und in den damals bestehenden Vereinen seine Lücken gerissen, so forderte der Zweite Weltkrieg noch mehr Opfer. Der Chor verlor nicht nur einen großen Teil seiner Sänger, sondern in den Bombennächten des Jahres 1943 beim Abwurf von Brandbomben auch das Vereinslokal. Das gesamte Vermögen, wertvolles Notenmaterial und das vereinseigene Klavier fielen den Flammen zum Opfer. Jegliches Vereinsleben musste eingestellt werden.

Entwicklung nach dem Kriege

Doch wer einmal mit dem Gesang verwurzelt ist, kann ihn nicht mehr missen. So fanden sich im Jahre 1946 wieder die ersten Sänger in der "Römerhalle" zusammen. Treue Sänger wie Hermann Hossbach und Theo Möller hatten keine Mühe und Arbeit gescheut, den Verein wieder ins Leben zu rufen. Obwohl keine Notenblätter mehr vorhanden waren und kein Musikinstrument mehr zur Verfügung stand, kamen 25 Männer zum Singen. Einige brachten von zu Hause Liederbücher mit, und jeder Sänger schrieb einige Lieder ab. Auch Chorleiter Paul Kleindienst war, wie nicht anders zu erwarten, wieder zur Stelle. Sie alle ließen den Mut nicht sinken, übten und sangen, wie man es von einem Sänger nicht anders kennt.

1947 km die Wende

Zu einer Wende kam es, als 1947 wieder die ersten Frauen dabei waren. So ging es stetig, wenn auch langsam, aufwärts. Als die "Römerhalle" zu klein wurde, zog der Chor um in das "Theater des Ostens". Aber auch dies war nur ein Notbehelf, denn unsere "Insel" wurde inzwischen wieder aufgebaut. Am 15. November 1950 ging unser aller Wunsch in Erfüllung. Das alte Lokal wurde eingeweiht und die Chorstunden konnten wieder im Gasthaus "Insel Helgoland" abgehalten werden.

Im Jahre 1947 trat der Chor dem "Deutschen Allgemeinen Sängerbund" bei, dem es gelang, trotz größter Schwierigkeiten infolge Papiermangels, Notemnaterial zu beschaffen. Im September 1950 konnte auch wieder ein Klavier gekauft werden.

Danach folgten die Glanzzeiten des Vereins, in denen er sich zu einem der besten nordhessischen Chöre entwickelte. Er bestand im Jahre 1951 aus 40 Frauen und 31 Männern.

Deutsches Bundessängerfest 1951

Beim ersten Deutschen Bundessängerfest des DAS in Frankfurt (Main) im Jahre 1951 nahm der Chor mit 60 aktiven Sängern teil. Am 24.01.1953 konnte der allseits verehrte Chorleiter Paul Kleindienst sein 40-jähriges Jubiläum als Dirigent feiern. Der schönste Erfolg war das Bundesleistungssingen des Großhessischen Sängerbundes am 17.05.1953 in der Kasseler Stadthalle, wo wir als einziger Chor von Kassel und Nordhessen das Prädikat "sehr gut und besser" erzielen konnten und dadurch die Teilnahme am Konzert der Spitzenvereine in Wiesbaden gesichert schien. Doch dazu kam es leider nicht, weil auf der Fahrt, die um 5:00 Uhr morgens in Kassel begann, zwei Busse mit Pannen liegen blieben und uns ein dritter Bus dann wieder nach Hause fuhr, wo wir am nächsten Morgen um 6:00 Uhr ankamen. Am 24.10.1954 wurde der Großhessische Sängerbund vom Mitteldeutschen Sängerbund (MSB) übernommen.

Verdienste im Chorwesen

Im Spohrjahr 1959 sang der Chor zur Verleihung der ersten Spohrplakette im Ständehaus und bei der Spohrgedenkfeier in der Stadthalle unter der Leitung von Generalmusikdirektor Schmitz mit dem Konzertchor des Staatstheaters das "Vater unser" von L. Spohr. Für den Chor war es eine ganz besondere Freude, als der damalige Chorleiter Paul Kleindienst im Jahre 1960 für seine außerordentlichen Verdienste im Chorwesen mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet wurde.

Vereinslokale ab 1971

Im Jahre 1971 war man wieder auf der Suche nach einem neuen Vereinslokal und man fand dies im Gasthaus "Zum Anker", bis der Chor schließlich im Jahre 1998 in das "Stadtteilzentrum Agathof", Agathofstr. 48, wechselte.

Im Jahre 1989 gab sich der Chor eine neue Satzung, mit der er unter Änderung des Namens in "Gemischter Chor 1861 Kassel-Bettenhausen e.V." in das Vereinsregister eingetragen wurde.

Eine langsame Abwärtsentwicklung im Mitgliederbestand konnte seit dem Jahre 2006 entgegen der Entwicklung in vielen anderen Chören dank der chormusikalischen und menschlichen Fähigkeiten der neuen jungen Chorleiterin Marina Brumm und intensiver Werbemaßnahmen in einen Aufwärtstrend umgewandelt werden. Frau Brumm hat in einem Konservatorium Musik studiert. Auch die gute Pflege der Geselligkeit spielt hier eine Rolle. Während 2006 nur noch 22 aktive Sängerinnen und Sänger dem Chor angehörten, sind es zum Stichtag 01.07.2009 immerhin 32 Aktive. Neue Sängerinnen und Sänger sind herzlich willkommen!

Jährlich größere Auftritte

Der Chor hat jährlich größere Auftritte in der St. Elisabeth-Kirche, im Saal des "Philipp-Scheidemann-Hauses" und im Bürgersaal des Kasseler Rathauses. Als besondere Ehre empfand es der Chor, als René Kollo ihn auswählte, sein Konzert "Ein Jahr, ein Tag, ein Leben" am 15.02.2009 in der Kasseler Kreuzkirche chormusikalisch zu umrahmen. Daneben singt der Chor auch bei Goldenen Hochzeiten, Goldenen Konfirmationen, Gottesdiensten und Familienfeiern.

Am 16. Juni 2011 wurde der Chor 150 Jahre alt. Aus diesem Anlass fand am Sonntag, dem 25. September 2011, 16:00 Uhr, in der St. Kunigundis-Kirche in der Leipziger Straße 145 unter dem Motto "Bunter Melodienreigen" ein großes Jubiläumskonzert statt, bei dem der Chor sein ganzes Können gezeigt hat. Der "Gesangverein Rengershausen 1901 e. V." rundete das Programm mit eigenständig vorgetragenem Liedgut ab. Das bekannte Kasseler Mandolinen-Orchester sorgte für den instumentalen Teil. Das Konzert war ausverkauft.

Der nächste größere Auftritt erfolgt am Sonntag, dem 15.12.2019 um 16 Uhr in der Bettenhäuser Marienkirche, Kirchgasse 1. Das Motto lautet "Besinnliche Stunde im Advent - eine Einführung in die Weihnachtszeit". Für das Beiprogramm hat sich der Chor das Jugendblasorchester Söhrewald-Wellerode ausgesucht. Der Eintritt ist frei. Um eine Spende wird gebeten.

Kontakte

1. Vorsitzender: Dietmar Pfütz, Tel. 0561-51 43 59

* Email: dietmar@pfuetz.de Fax: 0561-8167247


Weblinks

Presseartikel zum 150-jährigen Jubiläum:





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