Gemarkung Kassel-Habichtswald

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Heutige Bezeichnung der ehemaligen selbständigen Gemeindegemarkung (Forstgemarkung) "Gutsbezirk Oberförsterei Kirchditmold " und Teilen der ehemaligen selbständigen Gemeindegemarkung (Forstgemarkung) Gutsbezirk Oberförsterei Ehlen[1]

Die Gutsbezirke wurden am 15. November 1928 zusammen nach Kassel eingemeindet.

Die neue zusammen hängende Forstgemarkung wurde in "Kassel-Habichtswald" umbenannt. Die Gemarkung Kassel-Habichtswald grenzt heute als Teil der Stadt Kassel im Norden an die Gemarkungen von Obervellmar der Stadt Vellmar und an die Gemarkungen von Heckershausen und Weimar der Gemeinde Ahnatal, im Westen an Ahnegraben und Triffelsbühl an die Gemarkung Dörnberg und Ehlen der Gemeinde Habichtswald , im Folgenden im Südwesten und Süden an die Gemarkungen Breitenbach, Hoof und Elgershausen der Gemeinde Schauenburg, im Osten an die zur Stadt Kassel gehörenden Ortsgemarkungen von Nordshausen, Wilhelmshöhe, Wahlershausen, Kirchditmold und Harleshausen.

Geschichte

Im Mittelalter war der größte Teil des Habichtswaldes (Haupt- oder Ostkette) im Besitz der Markgenossenschaft Kirchditmold (Diethmelle).

Die Nutzung des großen Besitzes umfasste Waldhute für das Vieh, Laub für Einstreu in Ställen und Holznutzung der Gemeinden die der Markgenossenschaft angehörten. Zentraler Ort und Namesgeber der Markgenossenschaft war der bis 1264 unter Herrschaft des Erzbistums Mainz stehende Hauptort Kirchditmold, der 1019 schon zwei Kirchen hatte.

1219 bestätigen die Märker von Ditmold eine im Jahre 1143 erfolgte Schenkung des gesamten Habichtswaldgebietes an das Kloster Weißenstein, vertreten durch den Archidiakon zu Fritzlar.

Hute-, Streu- und Holznutzungsrechte blieben, nach und nach eingeschränkt und gegen geringes Entgelt, bis zur unter preußischer Ägide erfolgten Hute-Ablösung im Jahre 1885 erhalten.

Mit dem Bau des Klosters Weißenstein (1143) erfolgte eine Ausgliederung des engeren Klosterbezirks der in klösterlicher Eigenverwaltung geführt wurde.

1527 kam der Habichtswald durch die zuvor 1526 zu Homberg/ Efze gefassten Beschlüsse der Reformation an das herrschaftliche Haus der Landgrafen zu Hessen.

Der ehemalige engere Klosterbezirk wurde 1604 durch Landgraf Moritz zunächst zum Tierpark für seltene Tiere eingerichtet und danach durch Landgraf Karl erweitert und zum größten Bergpark Europas mit dem krönenden Herkulesbauwerk (fertigestellt 1717) umgestaltet.

Unter Landgraf Wilhelm IX. (ab 1803 Kurfürst Wilhelm I.) wurde das neue Schloss Wilhelmshöhe und die Löwenburg erbaut. Der Schlossbezirk mit Bergpark (vormaliger erweiterter engerer Klosterbezirk) wird fortan als Gemarkung Wilhelmshöhe bezeichnet und wird heute als Bergpark Wilhelmshöhe von der Museumslandschaft Kurhessen (mhk) verwaltet.


1866 wurde der Kurhessische Staat durch das Königreich Preußen annektiert. Der Habichtswald wurde preußischer Staatswald, blieb aber, unter Ausgliederung der "Gemarkung Wilhelmshöhe", bis 1928 eigene Forstgutsbezik-Gemeinde.

Flächengröße

Die Flächengröße der Gemarkung Kassel-Habichtswald umfasst 2626 ha (26,26 km²).

Die Flächengröße der Gemarkung Wilhelmshöhe umfasst 252 ha (2,52 km²). (Quelle:Klaube,F.-R.,"miteinander vereinigt",Wartberg Verlag,Gudensberg,2006,S.47)

Die Gemarkungen Kassel-Habichtswald und Wilhelmshöhe sind namengebender, integraler Teil des 1962 entstandenen 474 km² großen Naturpark Habichtswald.

Forstliche Zugehörigkeit

Seit der Auflösung des preußischen Staates 1946 und der Gründung des Landes Hessen im selben Jahr ist der Habichtswald hessischer Staatswald. Die Forstverwaltung nannte man zunächst Staatsforst Wilhelmshöhe, dann durch Fusion Staatsforst Kassel. Durch eine weitere Forstverwaltungsfusion mit Forsten des Altkreises Wolfhagen gehört der Habichtswald heute zum Hessischen Staatsforst Wolfhagen.

Politische Zugehörigkeit

Nach der Eingemeindung der gesamten Forstgemarkung "Gemarkung Kassel Habichtswald" im Jahre 1928 wurde der Bereich als besonderer Teil der Stadt Kassel geführt, hatte aber außer der staatlichen Forstverwaltung keine weitere innerstädtische Administration. Die wenigen Wohngebäude (Forstgebäude und Gastwirtschaften) innerhalb des Forstbereiches wurden postalisch und politisch den jeweils am nächsten liegenden Stadtteilen Harleshausen, Kirchditmold, Wilhelmshöhe/Wahlershausen und Brasselsberg zugeordnet.

Die ebenfalls 1928 mit einem Sondervertrag mit der preußischen Verwaltung für Schlösser und Gärten nach Kassel eingemeindete Gemarkung Wilhelmshöhe mit Schlossbezirk und Bergpark wurde (später) mit dem dem schon 1906 eingemeideten Ort Wahlershausen zum neuen Stadtteil Wilhelmshöhe/Wahlershausen vereinigt.

Im Rahmen der politischen Neuordnung der jetzt 23 Stadtbezirke der Stadt Kassel im Jahre 1981 wurde unter Beibehaltung der im Kataster verankerten und weiter bestehenden "Gemarkung Kassel-Habichtswald" folgendes festgelegt:

-der nördliche Teil des Forstbezirks ,bis unmittelbar an den "Elfbuchenturm", der zu Bad Wilhelmshöhe gehört, heranreichend, wurde dem Stadtteil Harleshausen zugeschlagen.

-vom mittleren Teil erhielt der Stadtteil Kirchditmold einen kleinen Bezirk zwischen Lückenrod, Rasenallee und Nussallee.

-den übrigen mittleren, größeren Teil erhielt der Stadtteil Wilhelmshöhe/Wahlershausen, heute Bad Wilhelmshöhe.

-der südliche Teil wurde dem Stadtteil Brasselsberg zugeordnet.

siehe auch

Naturpark Habichtswald

Bergpark Wilhelmshöhe