Gellershausen

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Die Kirche in Gellershausen

Gellershausen ist ein Ortsteil der Gemeinde Edertal mit etwa 530 Einwohnern.

Geografie

Gellershausen im Wesetal liegt südwestlich von Kassel im Landkreises Waldeck-Frankenberg.

Geschichte

Aus der Ortsgeschichte

Am 1. Juli schlossen sich die bis dahin selbstständigen Gemeinden Bergheim und Giflitz zur Gemeinde Edertal - mit Verwaltungssitz in Giflitz - zusammen. Bereits drei Monate später trat auch die Gemeinde Gellershausen bei.

Gellershausen gehört zum Gebiet der Walddörfer, geprägt vom Wesebach, der bei Löhlbach entspringt und dem das Tal seinen Namen verdankt. Das Dorf wurde im 13. Jahrhundert unter dem Namen „Cheloldeshusen“zum ersten Mal urkundlich erwähnt, es gibt aber Hinweise, dass die Siedlung bereits wesentlich früher, in chattischer Zeit gegründet wurde. Der Dorfname änderte sich im Laufe der Zeit (GHELOLDESHUSEN; GELDERSHUSEN; GHELDERHUSEN). Im Jahre 1537 taucht zum ersten Mal der heutige Name auf.

Die Landwirtschaft war in der Folge Grundlage des Nahrungserwerbs. Darüber hinaus boten in den vergangenen 300 Jahren auch ein Bleibergwerk, Schiefer- und Eisensteinbrüche Arbeitsmöglichkeiten. Das Bleibergwerk wurde 1770 stillgelegt.

Von der Mitte des 19. Jahrhunderts an hatte Gellershausen immer um die 500 Einwohner.

Modernisierung im 20. Jahrhundert

Schon früh in unserem Jahrhundert begann dann eine umfassende Modernisierung.

Der steinerne Hirte auf dem Lindenplatz in der Dorfmitte

Wichtige Daten der jüngeren Dorfgeschichte:
1911: Bau einer Wasserleitung und Versorgung durch eine der wasserreichsten Quellen der Umgebung im Dürrenberg
1916: Stromanschluss
1954: Bau einer ersten Kanalisation für 85 000.- DM (Bauzeit: 4 Jahre)
Ausbau der Landesstraße
Neubau eines Schulhauses
1962: als erste hessische Kleingemeinde baut Gellershausen eine Kläranlage.
1971: Anschluss an die Großgemeinde Edertal
1973: Neubau des Sportplatzes
1974: erster Umbau des Dorfgemeinschaftshauses
Errichtung von Umkleidekabinen für den Sportverein
1983: Beginn der Planungen für die Dorferneuerung
1985: Beginn der Arbeiten im Rahmen der Dorferneuerung
1991: Bau einer Kläranlage mit Wurzelraumentsorgung
1990: Bau eines Tennisplatzes in Gemeinschaftsarbeit
1993: Abschluss der Dorferneuerung
1995: Teilnahme am Wettbewerb „Unser Dorf“ (1. Platz Regionalentscheid; 2. Platz Hessenentscheid)
1996: Teilnahme am Wettbewerb „Unser Dorf“ (1. Platz Regionalentscheid; 3. Platz Hessenentscheid)
2008: Beginn des Neubaus eines Dorfgemeinschaftshauses

Kirche

Die Kirche in Gellershausen - Ihr Alter ist nicht bekannt

Gellershausen. Graf Philipp IV von Waldeck (1493 bis 1574), der auf Schloss Altwildungen residierte, hatte auf dem Reichstag zu Worms den Reformator Martin Luther kennen gelernt und fand schon bald zur so genannten Neuen Lehre. Schon 1525 erließen die Grafen Philipp der IV und Philipp III. (Eisenberger Linie) eine Landordnung, welche die Lehre Luthers berücksichtigte.

Gellershausen wurde 1535 zunächst Filiale von Hüddingen und war nachweislich 1561 dem Kirchspiel Bringhausen zugeordnet. Nach Streitereien zwischen den Gemeinden, bei denen es unter anderem um Pfarrbaukosten ging, wurde Gellershausen am 3. Februar 1754 endgültig zum Kirchspiel Kleinern gelegt.

Die Gellershäuser Kirchengemeinde galt bis zum Dreißigjährigen Krieg als wohlhabende Gemeinde. So betrugen nach Überlieferung die Einnahmen 1605 ohne die Naturalien 255 Reichsthaler, dazu kamen noch Zinsen von ausgeliehenen Kapitalien in Höhe von 57 Reichsthalern. Die Einnahmen bestanden teilweise aus Naturalien, die auf dem Kirchenboden in einer „Fruchtkammer“ bis zum Verkauf gelagert wurden.

Das genaue Alter der Kirche ist nach Auskunft von Pfarrer Eckert nicht bekannt. Ein Verzeichnis im Ortssippenbuch von Kirchengeräten aus dem Jahr 1533 nennt Gegenstände, die noch aus katholischer Zeit stammten.

Der Chor ist romanisch mit quadratischer Grundfläche. Ein lang gestrecktes Schiff in gotischer Bruchsteinbauweise schließt sich an, teilweise in barocker Umgestaltung.

1930 wurden umfangreiche Baumaßnahmen begonnen, das Kirchendach wurde 1931 neu gedeckt, der Glockenstuhl erneuert. Das Gestühl, das wie die Empore vermutlich aus dem Jahre 1668 stammt, wurde instand gesetzt und notwendige Wandveränderungen im Innern durchgeführt.


Quelle: Artikel aus der HNA von Sibylle Teuber-Blechschmidt (2008)

Ortsteile der Gemeinde Edertal

Ortsteile von Edertal
  • 1971: Am 1. Juli schließen sich die selbstständigen Gemeinden Bergheim und Giflitz zur Gemeinde Edertal - mit Verwaltungssitz in Giflitz - zusammen. Bereits drei Monate später tritt auch die Gemeinde Gellershausen bei.
  • 1972: Die bis dahin selbstständigen Gemeinden Affoldern, Anraff, Böhne, Bringhausen, Buhlen, Hemfurth-Edersee, Königshagen, Mehlen und Wellen treten der neu gegründeten Gemeinde bei und bilden die Großgemeinde Edertal.
  • 1974: Die bis dahin noch selbstständige Gemeinde Kleinern wird durch das Neugliederungsgesetz der Großgemeinde Edertal zugeordnet.

Paradies

Das "Paradies" ist ein ehemaliger Hutewald mit 250- bis 300-jährigem Eichenbestand und Naturschutzgebiet östlich von Gellershausen und nördlich des Goldbachkopfs.

siehe auch

Weblinks


Ortsteile der Gemeinde Edertal
EdertalerWappen 80.jpg

Affoldern| Anraff | Bergheim (Edertal)| Böhne | Bringhausen | Buhlen | Gellershausen | Giflitz | Hemfurth-Edersee | Kleinern | Königshagen | Mehlen | Wellen | Rehbach |