Gala Metzner

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Gala Metzner im Trickot der Nationalmannschaft
Dieses Bild zeigt die A-Nationalmannschaft am 11. Oktober 1953 in Stuttgart vor dem Spiel gegen das Saarland (3:0). Gala Metzner ist der Zweite von rechts.
Spielerpass von 1954

Karl-Heinz („Gala“) Metzner (* 9. Januar 1923 in Kassel; † 25. Oktober 1994 in Kassel) spielte in den 1950-er Jahren in der Fußballmannschaft des KSV Hessen Kassel und kam auch zwei Mal für die Deutsche Fußballnationalmannschaft zum Einsatz.

„Gala“ Metzner kam in den 1950er Jahren zu jeweils zwei Einsätzen in der deutschen A- und B-Fußball-Nationalmannschaft. Metzner gehörte auch zum Kader der Mannschaft, die 1954 in der Schweiz Weltmeister wurde.

Metzner begann als Schüler mit dem Fußballspielen beim Kirchditmolder Stadtteilverein TuSpo 86/09 Kassel, der nach Kriegsende SG Kirchditmold und ab 1947 VfL Kassel hieß. 1949 wechselte „Gala“ dann zum KSV Hessen. In der ersten Saison, 1949/50, belegte Hessen Kassel mit dem neuen Mittelfelddirigenten „Gala“ Metzner in der Landesliga Hessen den dritten Rang und war damit zur Runde 1950/51 für den neu installierten Unterbau der Oberliga Süd, der 2. Liga Süd, qualifiziert. Mit dem Sprung in die neue II. Liga war auch ein personeller Umbruch verbunden, zur vom Alt-Internationalen Heini Weber geführten Fußballabteilung stießen eine Reihe von lokalen Nachwuchstalenten, die in den folgenden Jahren das Gesicht der Mannschaft prägten. Die „Löwen“ wurden in der Saison 1952/53 Vizemeister der II. Liga Süd und stiegen gemeinsam mit Jahn Regensburg in die Oberliga auf.

Einer der herausragenden Spieler der Rot-Weißen war in dieser Spielzeit „Gala“ Metzner, der alle 34 Ligaspiele an der Seite von Karl Hutfles, Toni Hellwig, Karl Schmidt und Alfred Hosung bestritten hatte. Für „Gala“ Metzner war jedoch mit dem Freundschaftsspiel am 5. August 1961 gegen Radnicki Belgrad (2:2) nach 365 Ligaspielen – insgesamt werden für ihn 620 Spiele notiert - die aktive Spielerlaufbahn zu Ende.

Unter Bundestrainer Sepp Herberger debütierte der Kasseler „Publikumsliebling“ am 28. Dezember 1952 in der deutschen Nationalmannschaft in Madrid im Spiel gegen Spanien (2:2), als er für den verletzten Ottmar Walter (27.) eingewechselt wurde. Seinen zweiten Einsatz hatte er am 11. Oktober 1953 beim 3:0-Sieg in der WM-Qualifikation gegen das Saarland in Stuttgart.

Am 14. Juni 1953 debütierte er in der B-Länderelf, als in Düsseldorf ein überzeugender 5:2 Erfolg gegen Spanien glückte. In der konnte er sich vor der Weltmeisterschaft nochmals in einem Länderspiel am 24. April 1954 in Offenburg gegen die Schweiz bewähren. In dieser Mannschaft stand übrigens auch Metzners Mitspieler beim KSV Hessen, Karl Hutfles.

Im Weltmeister-Team von Bern

Die Blicke aller Deutschen waren im Juni und Juli 1954 auf die deutsche Fußball-Nationalmannschaft gerichtet, die in der Schweiz für Furore sorgte und durch den 3:2 Sieg im Finale gegen Ungarn sensationell den WM-Titel gewann. Im deutschen Aufgebot von Trainer Sepp Herberger stand auch ein Spieler des KSV Kessen Kassel: Karl-Heinz Metzner (geb. 09.01.1923), den sie alle nur "Gala" nannten, der allerdings in der Endrunde nicht zum Einsatz kam.

Der damals 31-jährige hatte sich mit beständig guten Leistungen in der 2. Liga Süd und in der Oberliga Süd für die Nationalelf empfohlen, für die er zwei Länderspiele (beim 3:0 gegen das Saarland und beim 2:2 gegen Spanien) bestritt. Metzner, 1949 vom VfL Kassel zum KSV Hessen gewechselt, trug bis zu seinem 38. Lebensjahr das Trikot der "Ersten" und half später bei den Amateuren aus.

Er war der einzige waschechte Kasseler, der nach 1945 in der A-Nationalmannschaft spielte.

"Gala" starb 71-jährig im Oktober 1994.

Im Kasseler Stadtteil Kirchditmold wurde ein Platz nach ihm benannt.

„Gala“ Metzner, der Faire

Da sich Bundestrainer Sepp Herberger auf Horst Eckel, Karl Mai, Max Morlock und Fritz Walter, die Eckpfeiler seines Spielsystems, festgelegt hatte, blieb für Karl-Heinz Metzner bei der Weltmeisterschaft 1954 nur die Rolle des WM-Touristen. Dennoch: Als ihm am 5. Juni die Einladung des Deutschen Fußball-Bundes ins Haus flatterte, die ihn zur WM-Vorbereitung in die Sportschule Karlsruhe-Schöneck einlud, konnte er sein Glück kaum glauben. Der am 9. Januar 1923 geborene Außenläufer und Halbstürmer des KSV Hessen stand schon seit 1941 im Notizbuch Herbergers.

Der Krieg hatte eine große Karriere von „Gala“ Metzner, der seinen Spitznamen seiner feinen Spieltechnik verdankte, verhindert. Metzner kehrte mit einem Oberarmdurchschuss aus dem Krieg zurück. Bauingenieur konnte er nicht mehr werden, arbeitete stattdessen als Technischer Zeichner bei der Bundesbahn und spielte bis 1961 für den KSV Hessen. Bei einem Angebot von Hannover 96 verweigerte der KSV die Freigabe.

Besonnen, fair und ruhig. So beschreibt Metzners Witwe Brunhild ihren Mann, der am 25. Oktober 1994 starb. Nur über eines konnte er sich wirklich aufregen - wenn nach der WM die Helden von Bern gefeiert und die Ersatzspieler darüber vergessen wurden.

Historische Sportfotos

Weitere Bilder zu den Kasseler Nationalspielern Hensel, Metzner und Weber unter: Historische Sportfotos

siehe auch

Weblinks