Fulda (Fluss)

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Kassel - Neue Unterneustadt
Fuldabrücke in Kassel vom Finkenherd aus gesehen

Die Fulda ist ein Fluss, der in der Rhön unterhalb der Wasserkuppe entspringt.

Nach gut 220 Kilometern erreicht die Fulda Hannoversch Münden und bildet gemeinsam mit der Werra die Weser.

In der Kasseler Unterneustadt ziert ihr Ufer eine Spitzhacke, ein documenta-Kunstwerk aus dem Jahr 1982.

Die Fulda in Kassel

Die Fulda ist ab Kassel fast ein "Strom". In früheren Zeiten war sie eine wichtige "Schifffahrtsstraße der Hessischen Landgrafen" und wurde mit so genannten Treidelkähnen bis Rotenburg und darüber hinaus wirtschaftlich genutzt, wie man sie heute noch an der alten Schleuse am Wehr neben dem dortigen landgräflichen Schloss sieht.

Dass die "Beschiffung" der Fulda allerdings nicht optimal war, erkennt man etwa daran, dass Landgraf Karl an der Weser in seinem nördlichsten Herrschaftsbereich einen neuen Hafen bauen ließ. "Carlshafen" so hieß später dieser Ort und Hafen, den "Carl" am Reißbrett planen und mit aus Frankreich im 17. Jahrhundert geflüchteten Hugenotten, "evangelischen Glaubensflüchtlingen", besiedeln ließ.

Zusätzlich plante Landgraf Karl den so genannten Karlskanal von Kassel quer durch das westliche Reinhardswald-Vorland bis nach Karlshafen. Der Bau wurde aber bald auf Grund technischer und finanzieller Schwierigkeiten eingestellt. Von dem Kanal des Landgrafen sind heute nur noch Fragmente in der Landschaft zu erkennen. Bad Karlshafen ist ein Kurort und hat als Hafen schon lange keine Bedeutung mehr.

In Kassel dienen die Fulda und die Fuldaaue heute den Kasselern vorwiegend als Naherholungsgebiet. Hierzu trägt die von Landgraf Karl und seinen Nachfolgern geschaffene und mehrfach umgestaltete Parkanlage Karlsaue erheblich bei. Zahlreiche Besucher nutzen tagtäglich den ausgedehnten Park und während der documenta dient der Park auch als Ausstellungsfläche.

Zu nennen sind in diesem Zusammenhang aber auch die in der weitläufigen Karlsaue stehenden sehenswerten Objekte wie die Orangerie mit der davor liegenden Karlswiese, der Küchengraben, die Insel Siebenbergen, der Tempel auf der Schwaneninsel und vieles andere mehr.

Flussverlauf

Vom Quellgebiet bis zur Wesermündung

Herbstliche Fulda (Foto: Kanngieser)
Überschwemmung, Frost und Eis - die Fulda in Büchenwerra im Winter 2008/ 2009
Brücke über die Fulda in Grebenau
Blick über die Fulda nach Guxhagen.
(Foto: Günther Pöpperl)
Auf dem Radweg R1 an der Fulda nach Melsungen
Die Eisenbahnbrücke bei Guntershausen
Kassel - Aue: Fulda mit Gärtnerplatzbrücke

Das Quellgebiet der Fulda mit den beiden Fuldaquellen liegt südöstlich der Wasserkuppe zwischen Poppenhausen-Abtsroda und Gersfeld-Obernhausen. Hier entspringt die Fulda als Gersfelder Wasser.

Vom Quellgebiet verläuft die Fulda etwa über Rotenburg und Kassel bis nach Hannoversch Münden, wo sie sich mit der Werra zum Weserstrom vereinigt.

Die Fulda entspringt in der Rhön unterhalb der Wasserkuppe, mit 950 Metern über NN. der höchste Berg in Hessen. Die Fulda ist anfangs schnell und wird sehr bald größer, denn aus dem Bergbereich in Ost- und Mittelhessen eilen viele Bäche und kleinere Flüsse der Fulda zu.

Schon in der "Bischhofsstadt Fulda" hat sie sich "ganz schön breitgemacht".

Nachdem die Doppeltürme des Domes der Stadt Fulda zurückbleiben, durchfließt die Fulda nun meist grüne Wiesentäler und ihre nächsten Stationen sind Hünfeld, Bad Hersfeld, Bebra, Rotenburg, Alheim, Morschen, Malsfeld, Melsungen, Körle Grebenau und Büchenwerra. Dann erreicht sie Guxhagen und unterquert kurz hinter dem Ort die Autobahn A7. Anschließend fließt sie an Guntershausen und Dittershausen vorbei unter der Autobahn A44 hindurch und passiert sodann Bergshausen, bevor sie schließlich die Stadt Kassel erreicht.

Nach nicht ganz 200 km - ab ihrer von Rhön-Segelfliegern umkreisten Quelle - erreicht die Fulda dann ca. 20 km weiter flussabwärts Hannoversch Münden, um sich wie oben geschildert in ihr Schicksal zu ergeben und nun gemeinsam mit der Werra in der Weser hinter Bremerhaven in die Nordsee einzufließen.

Vorher aber wird die Fulda, etwa in der Mitte der Fließstrecke Kassel - Hannoversch Münden, noch einmal "massivst um Ruhe gebeten". Hier wurde seinerzeit schon fast am Ende des 20. Jahrhunderts ein neues Stauwehr oder die so genannte Staustufe bei Wahnhausen errichtet. Das mit seiner Mächtigkeit zum einen die mehreren alten "Nadelwehre" ersetzt, aber auch einen schönen See geschaffen hat, auf dem sich nun so manche Wassesportart ausüben lässt.

Fulda-Zuflüsse

Zuflüsse der Fulda sind Schlitz, Jossa und Haune, die mit ergiebigen Wassern für kräftigen Zulauf sorgen.

Weitere Zuflüsse sind die Pfieffe bei Melsungen, später die Eder bei Grifte und die Losse in Kassel, die den Fluss nochmals anwachsen lassen.

Hochwasser 1995

Die Fulda floß über den Kreisel

Alle Fuldabrücken in Kassel waren im Jahre 1995 gesperrt, der Verkehr brach teilweise zusammen. Am 25. Januar 1995 erreichten die Fluten der Fulda den höchsten Stand seit fast 50 Jahren. Der Pegel in Guntershausen, die zentrale Hochwasserwarnstelle des Regierungspräsidiums, stand bei 5,07 Metern - normalerweise sind es im Winter 1,81 Meter.

Auf dem großen Kreisel (am Platz der Deutschen Einheit) hatte sich am Nachmittag eine Seenlandschaft gebildet, jede Menge Keller in Fuldanähe waren überflutet. Besonders schlimm war es rund um die Hafenstraße und am Bleichenweg. Viele Anwohner beschwerten sich darüber, daß sie nicht rechtzeitig vor der Flutwelle gewarnt wurden.

Der wichtigste Grund: Aus Kostengründen hatte die Stadt Kassel ein Jahr zuvor die bis dahin vom Bund betriebenen Sirenen nicht übernommen. So wurden viele Menschen im Schlaf von dem Hochwasser überrascht und konnten ihre Keller und teilweise auch Wohnzimmer nicht mehr rechtzeitig ausräumen.

Orte im Verlauf der Fulda

Poppenhausen (Wasserkuppe) | Gersfeld | Bronnzell | Eichenzell | Fulda | Niederaula | Bad Hersfeld | Mecklar | Blankenheim | Breitenbach | Bebra | Lispenhausen | Rotenburg | Braach | Baumbach | Niederellenbach | Konnefeld | Morschen | Binsförth | Beiseförth | Malsfeld | Melsungen | Schwarzenberg | Röhrenfurth | Lobenhausen | Körle | Wagenfurth | Grebenau | Büchenwerra | Guxhagen | Guntershausen | Fuldabrück | Bergshausen | Kassel | Spiekershausen | Wahnhausen | Speele | Wilhelmshausen | Bonaforth | Hann. Münden

Fuldabad in Kassel

Das Baden in der Fulda hat eine lange Tradition. In Kassel gab es schon Mitte des 19. Jahrhunderts einen regen Badebetrieb. Boote brachten die Besucher damals zu einer Badeanstalt am östlichen Fuldaufer auf Unterneustädter Seite. Diese Badeanstalt wechselte in den Folgejahren mehrmals den Besitzer.

Zu Beginn des 20. Jahrhunderts konnten die Kasseler zwischen drei Badeflößen, vornehmen Holzbadeanstalten und zwei Badeschiffen wählen. Später kam eine großzügige Badeanstalt hinzu. Das städtische Flussbad an der Fulda wurde 1923 eingeweiht. Kassel galt damals als einzige Stadt in Deutschland mit einer Flussbadeanstalt in dieser Größe. Historische Aufnahmen geben einen Eindruck davon. An ihrer Stelle errichtete die Stadt in den 1950er-Jahren das Auebad. Heute erinnert in Kassel nur noch das Kurbad Jungborn (ehemalige Sinningsche Badeanstalt) in der Unterneustadt an die alte Badekultur und die einst so beliebten Fuldabäder.

Radwandern

Fahrradwege und -touren

Literatur


siehe auch

Weserstein in Hann. Münden

Der Weserstein mit Inschrift - links ist die Fulda zu sehen

Hinter dem Ort Sandershausen verläuft die Fulda an der Landesgrenze zwischen Hessen und Niedersachsen, bevor sie dann in Hann. Münden endet.

Am Zusammenfluss von Werra und Fulda in Hannoversch Münden steht seit dem 31. Juli 1899 der so genannte "Weserstein", auf dem folgendes Gedicht eingemeißelt ist:

"Wo Werra sich und Fulda küssen.
Sie ihren Namen büssen müssen.
Und hier entsteht durch diesen Kuss.
Deutsch bis zum Meer der Weserfluss."

Wussten Sie schon, dass ...

  • ... am 16. April 1823 eine Verordnung in Kraft trat, um die ständigen Fulda-Ufereinbrüche zu mindern? Alle Besitzer von Ufergrundstücken hatten auf ihre Kosten Pfanzungen von Strauchweiden vorzunehmen.
    Angela Pooch, Rotenburg

Weblinks