Friedrichsthal

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Friedrichsthal.JPG

Friedrichsthal gehört zur Stadt Grebenstein und liegt etwa 3 km westlich der Kernstadt.

Geschichte

Friedrichsthal entstand in den Jahren 1776/ 77 in der Gemarkung Rixen. Die Kolonie entstand zur Zeit des Landgrafen Friedrich II. an der Stelle des ehemaligen mittelalterlichen Dorfes Rixen, das bereits Anfang des 12. Jahrhunderts urkundlich erwähnt wurde, offenbar aber schon Anfang des 15. Jahrhunderts von seinen Bewohnern aufgegeben und „wüst“ geworden war. Wie sein Großvater (Landgraf Karl) versuchte auch Friedrich II. die wirtschaftliche Lage seines Landes durch Neuansiedlungen zu verbessern. Der Siebenjährige Krieg hatte auch dem Diemelland schwere wirtschaftliche Schäden zugefügt, so dass nach Kriegsende ein Hauptaugenmerk auf die Neubesiedlung von Wüstungsgemarkungen in der Nähe der Städte Hofgeismar, Trendelburg und Grebenstein gelegt wurde.

Die Anlage der Kolonie Friedrichsthal ordnete Landgraf Friedrich II. am 27. September 1776 an. Der Ort entstand dann im Jahre 1777 in unmittelbarer Nähe von Grebenstein, drei Kilometer westlich im Nesselbachgrund. Der Heimatforscher Willi Vesper beschreibt im Heimatjahrbuch für den Kreis Hofgeismar (Jahrgang 1962, S. 77 ff.) die Suche nach geeigneten Kolonisten und den schweren Anfang der Kolonie, er berichtet von den kleinen landwirtschaftlichen Flächen und dem zum großen Teil steinigen und unergiebigen Ackerboden in der Friedrichsthaler Gemarkung, der zu einem Großteil aus Huteland (Rottland) bestand. Auch wurden die ersten Häuser der Kolonie oft nur schlecht gebaut und es wurden Klagen über unzuverlässige Handwerker laut. Aus einem Bericht des beauftragten landgräflichen „Commissarius“ Stoll und des „Rezeptors“ Kanngießer geht aber auch hervor, dass sich manche der Kolonisten „für Ackerleute ausgegeben haben und es so wenig sind, dass sie weder ackern noch säen, noch das Vieh im geringsten pflegen können.“ Über Jahrzehnte hinweg blieb die wirtschaftliche Lage in Friedrichsthal jedenfalls schlecht, wozu auch häufige Missernten beigetragen haben. Sie besserte sich erst allmählich im 19. Jahrhundert.

Friedrichsthal hat sich zu keinem Zeitpunkt als selbständiges Dorf ausgebildet, anders als die etwa zur selben Zeit gegründeten Dörfer Friedrichsdorf (heute ein Stadtteil von Hofgeismar) oder Friedrichsfeld (heute ein Stadtteil von Trendelburg). Noch im Jahre 1835 haben es die Bewohner (nach Erlass des hessischen Gemeindegesetzes von 1834) abgelehnt eine eigene Gemeindevertretung zu wählen und auf ihre Zugehörigkeit zur Stadt Grebenstein verwiesen, wohin auch das „Bürgergeld“ gezahlt wurde.

Literatur

  • Willi Vesper, Die Gründung von Friedrichsthal, in: Heimatjahrbuch für den Kreis Hofgeismar 1962, S. 77 ff.

siehe auch

Wüstung Rixen

Die Wüstung Rixen lag 2,5 km westlich von der Stadt Grebenstein. An der Stelle des ehemaligen mittelalterlichen Dorfes Rixen, das bereits Anfang des 12. Jahrhunderts urkundlich erwähnt wurde, offenbar aber schon Anfang des 15. Jahrhunderts von seinen Bewohnern aufgegeben und „wüst“ geworden war, entstand zur Zeit des Landgrafen Friedrich II. in den Jahren 1776/ 77 das Dorf Friedrichsthal.

Weblinks