Friedrichsfeld

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Friedrichsfeld - evangelische Kirche

Friedrichsfeld ist ein Stadtteil der Stadt Trendelburg. Der Ort liegt im Landkreis Kassel in Nordhessen und hat etwa 210 Einwohner.

Geografie

Das kleine Dorf am Rande des Reinhardswalds liegt in Hanglage zwischen der Kernstadt von Trendelburg im Westen und Gottsbüren im Osten.

Durch den Ort führt die Landstraße L 763.

Geschichte

Der Ort ist nach Landgraf Friedrich II. benannt. Die ersten Siedler der Kolonie Friedrichsfeld waren im Jahre 1776 zehn protestantische Familien aus dem Bistum Trier.

Zehn Familien mit 41 Personen trafen am 23. März 1776 in der Gemarkung Trendelburg ein, die zunächst den Plan gefasst hatten, nach Preußen umzusiedeln. In der Gemarkung Trendelburg wurden den Kolonisten aber Grundstücke unweit des "Hammelstalles" überlassen. Da die Landgrafschaft Hessen-Kassel damals noch immer sehr an den Folgen des Siebenjährigen Kriegs zu leiden hatte, wurden neuen Siedlern Vergünstigungen zugesichert.

Zu den ersten "Kolonisten" in Friedrichsfeld unter ihrem Obmann Philipp Zollmann gehörten die Familien Lieber, Zollmann, Frickhöfer, Deußer, Steinbert und Schleiffer, die anfangs in Trendelburg und zum Teil in Behelfshütten untergebracht wurden, bevor mit dem Bau der ersten 4 Steinhäuser begonnen wurde, in denen zu Beginn alle Familien zusammen wohnten, bevor etwa ein Jahr später die restlichen Häuser entstanden. Hauptprobleme für die neuen Siedler bestanden in den Anfangsjahren in der Wasserversorgung, besonders bei langer Dürre und bei Frost oder im Mangel an Huteflächen und Wiesen.

Gedenkstein - 200 Jahre Friedrichsfeld im Jahre 1976

Der Ort wurde einst kreuzförmig geplant mit einer Bebauung an der Hauptstraße und einem Querweg. Überliefert ist, dass sich an der Kreuzung von Hauptstraße und Querweg bis zum Jahre 1850 in den Hauptzweigen einer alten Linde eine gläserne Glocke der Glashütte Amelith befand. Die Kirchengemeinde gehörte zunächst zur lutherischen Pfarrei in Karlshafen und schloss sich dann in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts der reformierten Gemeinde in Trendelburg an. 1842 wurde ein Schulhaus in dem inzwischen gewachsenen Dorf errichtet, in dem lange Zeit auch der Gottesdienst abgehalten wurde. Die Dorfbevölkerung war bis zum Jahre 1849 auf 230 Personen angestiegen.

Entlang der Hauptstraße entstanden im 19. Jahrhundert einzelne Bauernhöfe und kleine Wohnwirtschaftsgebäude, unter denen eine repräsentative Hofanlage aus der Gründerzeit am Ortseingang herausragt. Zum Ende des 19. Jahrhunderts entstand der Gutshof mit dem im Karree errichteten Wirtschaftsgebäuden.

Mitte der 1950-er Jahre erfolgte im Rahmen der sog. "Beispielmaßnahme Trendelburg" in Friedrichsfeld eine Flurbereinigung mit Neusiedlung und Aussiedlung, die die Wirtschafts- und Sozialstruktur am Ort veränderte.

Die Turnhalle in Friedrichsfeld wurde im Jahr 1954 errichtet. An die Halle angebaut ist ein Gemeinderaum für Sitzungen, Feierlichkeiten und Zusammenkünfte der Dorfbewohner.

Eine eigene Kirche am Ort wurde erst am 18.12.1960 eingeweiht, das Feuerwehrgerätehaus mit Schlauchturm folgte 1962 und wurde 2004 durch einen Jugendraum erweitert.

Im Zuge der Gebietsreform in Hessen schloss sich Friedrichsfeld 1970 - ebenso wie weitere bis dahin selbständige Landgemeinden - mit der Stadt Trendelburg zusammen. Der Ort im ehemaligen Kreis Hofgeismar gehört seit der hessischen Gebietsreform zum Landkreis Kassel.

1976 begingen die Bewohner des jüngsten Ortsteils von Trendelburg die 200-Jahr-Feier und 2001 ihr 225-jähriges Bestehen.

Maßnahmen zur Dorferneuerung ab Ende 2006 betrafen die Verkehrsberuhigung im Bereich der Ortsdurchfahrt, den Rückbau der Reinhardswaldstraße, den Friedhof oder den Spielplatz am Ort. Am Wülmerser Weg und in der Mensfelder Straße wurden Bäume angepflanzt.

Kirche

Im Jahre 2010 feierte die evangelische Kirchengemeinde in Friedrichsfeld am Sonntag, dem 29. August, den 50. Geburtstag der Adventskirche.

Literatur

  • Louis Wolff, Die Entstehung der Kolonie Friedrichsfeld im Reinhardswald, Cassel 1911
  • "Kreis Hofgeismar", Handbuch des Heimatbundes für Kurhessen, Waldeck und Oberhessen III, Marburg/ Lahn 1966, S. 89 ff.
  • Festschriften zur 200-Jahrfeier sowie 225-Jahrfeier
  • Chronik von Friedrichsfeld auf www.grossberndt.de

Nasser Wolkenbruch

Am Nassen Wolkenbruch

Die Wolkenbrüche in der Nähe von Friedrichsfeld sind zwei Erdsturztrichter von bemerkenswerter Tiefe und sehenswerte Naturdenkmäler.

Ein Zugang zum Nassen Wolkenbruch, einem wasserführenden 150 m breiten und etwa 60 m tiefen Erdsturztrichter führt vom Parkplatz an der Straße zwischen Trendelburg und Friedrichsfeld, ein weiterer über den Wanderweg T 1 bis an den Kraterrand. Gesäumt ist der "Nasse Wolkenbruch" von alten Buchen, die teilweise abenteuerlich verwachsen sind.

Etwa 400 m weiter westlich schliesst sich ein weiterer Einsturztrichter an, der nicht mit Wasser gefüllt ist und deshalb „Trockener Wolkenbruch“ genannt wird.

siehe auch

Vereine

  • Freiwillige Feuerwehr Friedrichsfeld
  • TSV Friedrichsfeld

Wandern

  • Aus Richtung Gottsbüren verläuft der Jakobsweg, ein alter Pilgerweg aus der Zeit, als Gottsbüren im 14. Jahrhundert ein vielbesuchter Wallfahrtsort war. Der Weg führt im ersten Teilstück von Gottsbüren nach Trendelburg, im Holzapetal an der ehemaligen Wasserversorgung für Friedrichsfeld vorbei, weiter in Richtung Wülmersen und zurück nach Gottsbüren.
  • Wanderweg rund um den Nassen Wolkenbruch mit Start am Parkplatz an der Straße zwischen Trendelburg und Friedrichsfeld. Ein weiterer Zugang führt über den Wanderweg T 1 bis an den Kraterrand.

Weblinks


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