Friedrichsdorf

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Friedrichsdorf
Friedrichsdorf-Hugenottenkirche.JPG
Hugenottenkirche

Friedrichsdorf ist ein Stadtteil von Hofgeismar.

Der Ort hat etwa 100 Einwohner.

Geografie

Das Straßendorf liegt im Landkreis Kassel westlich von der Kernstadt Hofgeismar am Wattberg.

Geschichte

Blick über Friedrichsdorf

Aus der Ortsgeschichte

Der landwirtschaftlich geprägte Ort entstand für Nachfahren hugenottischer Glaubensflüchtlinge aus Frankreich im Jahre 1775 unter Landgraf Friedrich II. von Hessen-Kassel. Erste Siedler waren Nachkommen aus den Hugenotten-Siedlungen Kelze, Schöneberg und Gewissenruh, die dort keinen ausreichenden Platz mehr fanden.

Die kleine Siedlung am Wattberg entstand auf etwa 100 ha in der "Feldmark" der Stadt Hofgeismar im Bereich der Wüstungen Watberg und Guderode. Letztere lag nach der Darstellung bei Landau dort, wo sich "zwischen dem Galgen- und dem Rabensberge der Fahrweg ... scheidet".

Im Gründungsjahr 1775 siedelten zunächst zehn Kolonisten. Besonders Weide- und Wassermangel waren in den Anfangsjahren für eine nur zögerliche Entwicklung der Kolonie verantwortlich, die erst 1843 ein selbständiges Dorf wurde.

Im Zuge der hessischen Gebietsreform verlor Friedrichsdorf Anfang der 1970-er Jahre seine Selbständigkeit und wurde ein Stadtteil von Hofgeismar.

Im Jahre 1975 feierten die Bewohnerinnen und Bewohner das 200-jährige Bestehen des Orts.

Im Mai 1981 wurde die Grillhütte am Möncheteich eingeweiht, die seither auch von auswärtigen Wandergruppen gern genutzt wird.

Zum Ort gehört ein Dorfgemeinschaftshaus und die Hugenottenkirche. Deren 200-jähriges Jubiläum stand 2015 auf dem Programm.

Hugenottenkirche

Die Friedrichsdorfer Hugenottenkirche

Die kleine Fachwerkkirche des Ortes entstand im Jahre 1815 als Anbau an das bereits 1797 fertiggestellte Schulhaus. Die Bauausführung oblag dem Hofgeismarer Zimmermeister Gerecht.

Auf dem Kirchbau befindet sich ein achteckiger Dachreiter mit Haubendach und einer Wetterfahne auf der Turmspitze.

Über dem Kircheneingang befindet sich die Inschrift:
"Und ich will unter euch wohnen und will euer Gott sein. Ihr sollt mein Volk sein.
Erbaut zur Ehre Gottes. 10. XI. 1815."

Der Windfang vor der Eingangstüre kam erst nachträglich hinzu.

Tradition

Bei der schon traditionellen Feier an der Grillhütte an Himmelfahrt bringt jeder Teilnehmer etwas mit und alle verbringen den Tag gemeinsam am Wattberg.

Literatur

  • Georg Landau, Historisch-topographische Beschreibung der wüsten Ortschaften im Kurfürstenthum Hessen, Kassel 1858
  • Kreis Hofgeismar, Handbuch des Heimatbundes für Kurhessen, Waldeck und Oberhessen III, Marburg/ Lahn 1966, S. 88
  • Jochen Desel, Hugenottenkirchen in Hessen-Kassel, Bad Karlshafen 1992, S. 56 ff.

Sehenswürdigkeiten

Freizeitanlage Friedrichsdorf

Sehenswürdigkeiten am Ort

Sehenswürdigkeiten in der Umgebung

siehe auch

Wandern

Blick nach Friedrichsdorf und zum Wattberg

Hugenotten- und Waldenserpfad

Die Route des ca. 1800 Kilometer langen Kulturwanderwegs führt von Südfrankreich über Italien und die Schweiz nach Südwestdeutschland und weiter bis nach Bad Karlshafen in Nordhessen. Verbindendes Element ist die Geschichte der Hugenotten und Waldenser, die als französische Protestanten Ende des 17. Jahrhunderts ihr Heimatland Frankreich aus Glaubensgründen verlassen mussten.

In Nordhessen verläuft der Pfad durch den Burgwald, den Kellerwald und das nordhessische Bergland.

Er verläuft im Bereich der Eder über Wiesenfeld und Louisendorf, weiter über Leckringhausen nach Hofgeismar (mit den Dörfern Carlsdorf, Friedrichsdorf, Kelze und Schöneberg) und über Gottstreu und Gewissenruh nach Bad Karlshafen.

Weblinks